Fensterprojektionen - vom Sonnenuntergang bis Mitternacht Die Virale Stadt | STATU QUO

Still 2 © Lamia Chraibi, Marion Chuniaud-Lacau

Di, 05.01.2021 -
Mi, 20.01.2021

Goethe-Institut Montreal

1626 boul. St-Laurent
Büro 100
H2X 2T1 Montréal

Im August 2020 riefen wir Videokünstler*innen aus Kanada und Deutschland dazu auf, uns ihre Ideen zu dem Thema „Die Stadt in Zeiten des Virus“ einzureichen: Erobert sich die Natur die Innenstädte zurück? Wie wirken sich soziale Regeln und medizinische Hygienevorgaben auf unsere Körper aus? Wie bewegen wir uns im städtischen Raum? Wie interagieren wir miteinander in Zeiten des social distancing? - Die acht ausgewählten Videos werden nach Einbruch der Dunkelheit auf die Schaufensterleinwände des Goethe-Instituts Montreal am St. Laurent Boulevard bis März 2021 projiziert.

STATU QUO
Regie : Lamia Chraibi & Marion Chuniaud-Lacau

Über den Film
In einer Welt in der Warteschleife wird eine gemeinsame Geschichte geschrieben. Ohne Sicht, ohne Berührung bewegen sich die Körper im Rhythmus der Einsamkeit. In ihrer Existenz gefangen, sind sie ungeduldig und verschlungen geworden. Sie rollen und strecken sich. In der Morgendämmerung des Wahnsinns durchbrechen sie den Status quo. In einem schöpferischen Impuls stehen sie gemeinsam auf und bringen uns zur Aufgabe der Gedanken. Tief in ihrem Inneren werden sie jedoch wissen, dass dies eines Tages nur noch Erinnerungen sein werden. Erinnerung ist Fiktion. Sie hat keinen Namen und keine Farbe. Und oft stehen wir vor einem Schwindelgefühl und vergessen am Ende alles. Nur unser Körper wird weiter vibrieren. Deshalb müssen wir hinausgehen und tanzen.

STATU QUO ist ein experimenteller Kurzfilm, der dank der aussergewöhnlichen Beteiligung von zehn Tänzerinnen und Tänzern aus Montreal entstanden ist, die zum ersten Mal seit der Covid-19-Pandemie vor den Kameras von Chraibi und Chuniauds aufgetreten sind. In den Straßen von Montreal haben sie einen Tanz improvisiert, allein oder zusammen. Ohne Choreographie oder Regie haben sie mit ihren Körpern und Augen ausgedrückt, was wir seit Monaten erleben und was die Zukunft bringt. Chraibi und Chuniaud haben ihre Bewegungen eingefangen und manchmal die Qual der Isolation oder die Freude des Wiedersehens inspiriert. Dieser Film ist ein Zeugnis der Bande, die sie verbinden, und der gemeinsamen Geschichte, die von ihren Körpern geschrieben wird.

Über die Filmemacherinnen
Lamia Chraibi, in Frankreich geboren und in Marokko aufgewachsen, ist schon in sehr jungen Jahren in ein multikulturelles Umfeld eingetaucht. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften an der Sorbonne in Paris ist sie auf der Suche nach einer Vielzahl von Geschichten nach Lateinamerika gereist, die alle den gleichen verborgenen und geheimnisvollen Kampf gemeinsam haben. Ihr erster preisgekrönter Dokumentarfilm Amazon Voices ist ein wichtiger Dokumentarfilm über den Kampf der indigenen Gemeinschaften gegen die Ölausbeutung. Nachdem sie 2015 nach Montreal eingewandert war, studierte sie Dokumentarfilm am INIS (National Institute of Image and Sound). Seither widmet sie ihr Werk und Leben in der Hoffnung, den unbekannten sozialen Akteuren durch die Kunst des Kinos eine Stimme zu geben.

Marion Chuniaud hat einen Master-Abschluss in internationaler und interkultureller Kommunikation. Ihre Leidenschaft gilt der Kunst und den menschlichen Beziehungen. Sie interessiert sich für Gender, politische und kulturelle Fragen und die Prozesse der sozialen Transformation für eine gerechtere und integrativere Gesellschaft. Sehr schnell wandte sie ihre Sensibilität und ihren künstlerischen Sinn für ihre Reflexionen an, insbesondere durch Fotografie und Video. Nach einem ersten Kurzfilm in Kolumbien beschloss sie im Herbst 2020, ihre dokumentarischen Kenntnisse am Nationalen Institut für Ton und Bild von Montreal (INIS) zu vervollkommnen.
 

JURY STATEMENT

Dieser Film zeigt einen bezaubernden Tanz zwischen Leben und Tod, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer Ode an die Hoffnung verschmelzen. (Miryam Charles)

Still 1
© Lamia Chraibi, Marion Chuniaud-Lacau
 

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