Kinshasa: Geschichten einer Stadt

Kinshasa ist eine Stadt der Jugend, im Herzen eines Landes, in dem 60% der Bevölkerung unter 20 Jahre alt sind. Die öffentlichen Bildungsmöglichkeiten sind begrenzt, werden durch ein schlecht ausgestattetes Bildungsnetz und die geringen finanziellen Ressourcen von Familien geschmälert, die ihren Kindern oft keine Aufnahme in qualitativ bessere private Einrichtungen anbieten können.

Die Grundlagen des Wissens und des kollektiven Bewusstseins der jungen Menschen Kinshasas basieren daher, und wahrscheinlich mehr als anderswo, auf den Geschichten, die Kinder hören, verbreiten und sich selbst erzählen.

Die Weitergabe dieser Geschichten kann nicht nur durch ältere Generationen erfolgen, sondern muss auch durch aktive junge Menschen erfolgen, die die Kindheit hinter sich gelassen haben, doch noch gut in der Lage sind, ihre Schwierigkeiten und Besonderheiten zu erfassen.

Kinshasa: Geschichten einer Stadt ist ein Projekt, das vom Goethe-Institut Kinshasa und dem Institut Français de Kinshasa – Halle de la Gombe durchgeführt wird. Es ermöglicht jungen kongolesischen Künstler*innen der bildenden Kunst, Videokünstler*innen, Schriftsteller*innen, Musiker*innen usw., mit Kindergruppen in verschiedenen Kontexten zusammenzuarbeiten: in ausländischen Schulen, kongolesischen Schulen oder Kulturzentren, die mit Straßenkindern arbeiten – um ihre Geschichten festzuhalten und ihnen gleichzeitig die Fähigkeit zu vermitteln, sich Geschichten auszudenken und sie in Worte, Bilder oder Objekte umzusetzen.

Diesen praktischen Workshops mit den Jüngsten geht eine Woche mit professionellen Künstler*innen voraus, die mit Kindern arbeiten: ein/e französische/r Künstler/in, ausgewählt vom Institut Français de Kinshasa, und ein/e vom Goethe-Institut Kinshasa ausgewählte deutschsprachige/r Künstler/in. Sie geben durch Austausch, gemeinsame Forschung und gleichzeitige Gestaltung ihre Erfahrungen in der Durchführung von Workshops für junge Menschen weiter und veranstalten mit kongolesischen Künstler*innen Workshops, die pädagogisch ansprechend und zugleich in der Lage sind, Werke für eine Ausstellung anzubieten.

Die Präsentation der zweiwöchigen Intervention erfolgt in zwei Teilen: einem Tag für alle teilnehmenden Kinder, mit einer Aufführung und einer Ausstellung ihrer gesammelten Arbeiten in der Grande Halle de la Gombe. In der folgenden Woche findet im Ausstellungssaal des Institut Français de Kinshasa eine Ausstellung statt, die die besten Produktionen und Geschichten versammelt: Kinshasa: Geschichten einer Stadt – Histoires de ville.

Schließlich nutzen die beiden europäischen Künstler/innen ihre Anwesenheit um ein animierte Grafik-Show mit dem Poetry Slammer und kongolesischen Künstler Yekima du Bel'art zu veranstalten. Diese Show wird zweimal aufgeführt, einmal für die Öffentlichkeit und einmal für die Kinder am Tag ihrer Präsentation.