Ich bin eine Macht
Feminismus lernen von Kinshasa

Learning Feminism Kinshasa
©Isaac Sahani

Learning Feminisms ist ein regionales Projekt des Goethe-Instituts in Subsahara-Afrika. Das Projekt konzentriert sich auf Debatten um Gender und Feminismus in Afrika südlich der Sahara. Es zielt darauf ab, Akademiker*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen auf dem Kontinent und darüber hinaus miteinander zu verbinden, um verschiedene Aspekte der laufenden Debatten und ihre spezifischen lokalen Kontexte und Herausforderungen zu erforschen um dadurch ein breiteres Publikum zu erreichen.

Das von Orakle Ngoy und Dada Kahindo organisierte Projekt "Learning Feminism Kinshasa" brachte Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten oder Strömungen in Kinshasa zusammen, um über Themen wie Frauenrechte, Empowerment von Frauen, Gleichberechtigung der Geschlechter und Feminismen in Subsahara-Afrika zu diskutieren. Die Projektdokumentation wird demnächst als Podcast und Video auf der Homepage des Goethe-Instituts Kinshasa veröffentlicht.

Do Nsoseme, Künstlerin

Obwohl Bewegungen zur Verbesserung und Ausweitung der Rolle und Rechte von Frauen fest in der kongolesischen Gesellschaft verankert sind, weckt das Wort "Feminismus" bei vielen Männern (und Frauen) in Kinshasa negative Assoziationen: Unhöflichkeit, Jammern, Egoismus und Geschlechterkampf.
Das hat vor allem mit dem Begriff "Feminismus" an sich zu tun, der als importiertes Konzept aus dem Westen gilt. Fatou Sow, eine der Pionierinnen des afrikanischen Feminismus, weist darauf hin, dass es auf dem afrikanischen Kontinent schon seit Jahrhunderten Frauen gibt, die außerhalb des Begriffs Feminismus für die Rechte der Frauen kämpfen. Die Einführung des christlichen Patriarchats durch die belgischen Kolonisatoren wird als einer der Gründe genannt, warum viele Frauen heute in ihrem Alltag mit viel Druck und Erwartungshaltungen konfrontiert sind, die das Leben von Frauen bestimmen und einschränken.

Im Rahmen dieser Reflexion plädieren die im Projekt "Learning Feminisms Kinshasa" versammelten Frauen für einen "personalisierten" Feminismus: "Als Afrikanerinnen müssen wir den Feminismus im Kontext unserer Kulturen, Gewohnheiten und Einstellungen enwickeln", erklärt Brunette Boyale, die als Juristin bei der Polizeiinspektion arbeitet. "Die Frau hat nicht die Macht, sie IST eine Macht", fügt sie hinzu und erweitert damit die Definition des Feminismus um eine spirituelle Machtperspektive, die nicht nur in den matriarchalen Strukturen vieler Stämme im Kongo, sondern auch in der modernen Gesellschaft von heute in Kinshasa zu finden ist.
Als Fazit dieses ersten Treffens im Rahmen des Projekts "Learning Feminism Kinshasa" ist besonders deutlich geworden, dass eine Definition von Feminismus gefunden werden muss, die an den Kontext des Kongo angepasst ist . Der Feminismus muss den betroffenen Frauen dienen, also müssen sie ihn auch selbst definieren.

 

Teilnehmerinnen :

Nioni Masela, Journalistin
Claudine Lumbu, Schauspielerin
Myra Dunoyer, bildende Künstlerin
Kobange Francisca, Schauspielerin
Aïcha Dindi, NGO basi ya kilo
Brunette Boyale, Rechtsanwältin/Polizeiinspektorat
Frau Léonie Masesa, Pastorin
Nadyne Ndaya, Kohle-Großhändlerin
Dora Nsoseme, Poetin
Grace Mujinga, Architektin
Poupette Kabambi, Modell
Bernie Bobina Mois, TV-Moderatorin
Nelly Liyenge, Sängerin
Myriador Laute, Sängerin
Dada Kahindo, Schauspielerin
Orakle Ngoy, Rapperin/Slammer/Performance-Künstlerin
Didiane Ndoma, Studentin an der ULK in internationalen Beziehungen




 

 

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