Film Retrospektive : Jean-Pierre Bekolo

Naked Reality Foto: Naked Reality

Do, 11.05.2017 -
Sa, 13.05.2017

Goethe-Institut/Institut français, Kinshasa

33, Avenue de la Gombe
Kinshasa

Jean-Pierre Bekolo gehört zu den bekanntesten Filmemachern aus Afrika. Er prägte eine neue Ära afrikanischer Filmproduktionen entscheidend mit. In seinen Werken erfindet Jean-Pierre Bekolo die afrikanische Filmkunst immer wieder neu und überdenkt gleichzeitig ihre Wirkung und Zukunft. Sein Genre-übergreifender Stil wird mit einer kraftvollen Erzählkunst kombiniert, die oft eine kritische Perspektive auf die Gesellschaft aufweist. In der Werkschau werden fünf Filme des kamerunischen Regisseurs gezeigt, die eine Auswahl seiner Arbeit zwischen 1996 und 2016 darstellen.
 
Ab Donnerstag, 11.5. 18.30 Uhr
Naked Reality (2016, Südafrika, 62 min.)
Im Ausstellungsraum
Der jüngste Film Bekolos, „Naked Reality“ (2016), ist ein Afro-futuristisches Experiment, in dem die junge Wanita auf der Suche nach ihrer Identität 150 Jahre in die Zukunft geschickt wird. Der Film zeichnet mit einfachen visuellen Effekten eine Mischung aus Realität und Fiktion, das Endergebnis bleibt unvollendet. Mit dem Film soll auch die Zukunft des Filmemachens in Frage gestellt werden. Auf der Website des Films lädt Jean-Pierre Bekolo Interessierte dazu ein, an dem weiteren Gestaltungsprozess mitzuwirken.
 
Freitag, 12.5. 11 Uhr
Aristotle’s Plot (1996, Simbabwe/ Kamerun, 71 Min.)
Im Jahr 1996 wurde Jean-Pierre Bekolo neben Regisseuren wie Martin Scorsese und Jean-Luc Godard vom British Film Institute ausgewählt, um einen Film über die Kinogeschichte zu drehen. Herausgekommen ist „Aristotle’s Plot“, ein sarkastischer, fiktiver Kommentar über Rolle des Films in Afrika, seine Authentizität und Hollywoods Macht in der Filmindustrie.
 
Freitag, 12.5. 14 Uhr
Les Saignantes (2005, Kamerun/ Frankreich, 97 min.)
Sein dritter Spielfilm „Les Saignantes“ (2005), die Blutenden, gilt als der erste afrikanische Science-Fiction-Film. Ein erotischer Politthriller, der kritische Fragen zum Geschlechterverhältnis, zu Korruption und dem Zustand der Machteliten des afrikanischen Kontinents aufwirft. In der Sozialsatire kämpfen zwei attraktive, gefährliche Frauen gegen die Eliten in einem futuristischen Land an.
 
Samstag, 13.5. 10 Uhr
Les Choses et les Mots de Mudimbe (2015, Kamerun, 243 min)
In dem 243-minütigen Dokumentarfilm beweist Jean-Pierre Bekolo sein Talent als Portrait-Filmemacher. In dem postkolonialen, kosmopolitischen Werk wird der Zuschauer in das Denken des kongolesischen Literaturwissenschaftlers und Philosophen Valentin-Yves Mudimbe eingeführt.
 
Samstag, 13.5. 14.30 Uhr
Le président (2013, Kamerun / Deutschland,  65 min.)
Der Film „Le Président“ (2013, Drehbuch: Simon Njami) spielt auf die aktuelle politische Situation Kameruns an, wo der Film bis heute nicht öffentlich vorgeführt werden durfte. Ein amtsmüder Präsident verlässt kurz vor der Wahl sein Amt. Er lässt die Politik mit einem Machtvakuum hinter sich und lernt sein Land auf eine neue Weise kennen. Mit einer einfachen Fiktion stellte der Regisseur die Stabilität des Staatsgefüges in Frage und löste damit heftige Kontroversen aus.
 

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