Hannah Wilke
Mein persönlicher CO2-Fußabdruck

Louer un(e) allemand(e). Hannah Wilke im Collège "Pierre et Marie Curie", Abidjan
Louer un(e) allemand(e). Hannah Wilke im Collège "Pierre et Marie Curie", Abidjan. | © Goethe-Institut Côte d'Ivoire / Espérance Kouamé

Ich hatte die Möglchkeit, an dem Projekt „Louer un Allemand“ teilzunehmen und ich wurde an einem Dienstag im Mai „ausgeliehen“. Als meine Kollegin Espérance von der Bibliothek des Goethe-Instituts mir das Thema für die Stunde nannten, habe ich mich, freudig motiviert, in die Vorbereitung gestürzt.

„Globaler Klimawandel – Wieviel CO2 kann unsere Erde noch vertragen?“ Klimawandel, Umweltschatz und CO2-Verbrauch ist nicht nur ein wichtiges Thema in Deutschland, sondern wird auch hier intensiv in der 12. Klasse behandelt. Es ist Thema, das uns alle betrifft. Genau das wollte ich den SchülerInnen vermitteln: dass die Menschen in Deutschland, die Menschen in der Côte d’Ivoire, eigentlich alle Menschen in allen Ländern, CO2 verbrauchen und wir somit alle unseren persönlichen CO2-Fußabdruck hinterlassen.

So fuhren Espérance und ich gemeinsam zur Schule „Pierre et Marie Curie“ in Abidjan und wurden herzlich von allen begrüßt. Der Deutschlehrer zeigte mit zuvor alle Deutschklassen. Die SchülerInnen klatschten und jubelten erfreut und waren ganz neugierig, wer auf einmal plötzlich vor ihnen stand. Ich stellte mich in jeder Klasse kurz vor und musste leider die SchülerInnen traurig in ihren Klassen zurücklassen, da sie gehofft hatten, dass ich bei ihnen bleiben werde. Am Ende sind wir in der 12. Klasse angekommen und ich begann meine Stunde.

Ich wollte anhand alltäglicher Dinge den SchülerInnen zeigen, wie viel CO2 wir verbrauchen, was alle überrascht hat. Jeder Deutsche verbraucht ca. 30 kg CO2 pro Tag. Wussten Sie, dass wir, wenn wir eine Tasse Kaffee zubereiten ca. 70g CO2 verbrauchen? Und bei einer 3-minütigen heißen Dusche verbrauchen wir fast 3kg CO2. Hier wurde von den SchülerInnen die Frage gestellt, was wir Deutsche denn gegen die Klimaerwärmung tun. Heiß duschen müssten wir ja, weil es bei uns ja immer so kalt sei. Da musste auch ich mir eingestehen, dass ich im Winter sehr gerne warm Dusche. Ich erzählte den SchülerInnen, dass ich allerdings auch viel Fahrrad fahre und so versuche, weniger CO2 zu verbrauchen. Ich habe den SchülerInnen einen kurzen Einblick geben können, was wir in Deutschland versuchen, gegen die Klimaerwärmung zu tun. Am Ende tauschten wir uns intensiv aus, was wir alle persönlich gegen den Klimawandel tun können. Die SchülerInnen waren sehr motiviert, auch ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern und mir wurde bei dem Austausch bewusst, wie wichtig dieses Thema ist. Man sollte alle Kinder und Jugendlichen nicht nur in der Côte d’Ivoire, sondern auch bei uns in Deutschland, für diese Problematik sensibilisieren.

Am Ende der Stunde stellten die SchülerInnen noch viele persönliche Fragen und waren sehr neugierig, was ich denn eigentlich so in Deutschland mache und sie wollten viel über meine Familie wissen. Leider verging die Zeit viel zu schnell und es klingelte schon zur Pause.

Nach der Stunde wurden Espérance und ich noch zum Essen eingeladen und nach dem Gespräch mit dem Direktor ging es wieder zurück ins Goethe-Institut. Der Austausch war auch für mich eine tolle Erfahrung und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die dies möglich gemacht haben: bei Espérance, dem Deutschlehrer von „Pierre et Marie Curie“ und auch bei den SchülerInnen, die diese Stunde bereichert haben. Die Herzlichkeit und Offenheit, die mir an diesem Tag begegnet ist, wird immer in meiner Erinnerung bleiben.

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