Julia Thielke und Eva Gaßen
"Was kann man nun tun gegen ungesunden Drogenkonsum? "

Eva und Julia
© Goethe-Institut/Espérance Kouamé

Früh am Morgen wurden wir im Lycée "Groupe Scolaire les Saints Anges" von den zwei Deutschlehrern herzlich empfangen. Nachdem wir uns dem Schuldirektor vorgestellt haben, haben wir eine kleine Schulführung bekommen und verschiedene Klassen besucht

Früh am Morgen wurden wir im Lycée "Groupe Scolaire les Saints Anges" von den zwei Deutschlehrern herzlich empfangen. Nachdem wir uns dem Schuldirektor vorgestellt haben, haben wir eine kleine Schulführung bekommen und verschiedene Klassen besucht - angefangen von den Kleinsten im Kindergarten, die gerade auf kleinen Tafeln mit Kreide Schreiben lernten, bis hin zu den Großen, die schon im Deutschunterricht saßen. Alle Schülerinnen und Schüler waren sehr neugierig und aufgeschlossen und in jeder Klasse fanden wir ein paar Worte, um das Eis zu brechen und miteinander zu lachen. So waren die Kinder z.B. begeistert, als wir unser Lieblingsessen offenbart haben: Foutou mit Sauce Arachide und Garba. Zuletzt sind wir auch in die Bibliothek geführt worden, in der die Regale leider besonders leer waren. Kein einziges Buch stand in der Reihe für den Deutschunterricht und auch die wenigen Bücher, die in den anderen Regalen standen, waren sehr alt. Nun aber war es Zeit, unsere Klasse zu treffen und in unseren Austausch zu treten. Unser vorgegebenes Thema für die Stunde war "Drogen". Bewusst wollten wir heute über Alltagsdrogen sprechen.

"Willst du mit mir Drogen nehmen? Dann wird es rote Rosen regnen …" Mit diesen Worten von dem deutschen Musiker Alligatoah, die aus unserer kleinen portablen Box dröhnten bis in die hinterste Ecke des Klassenzimmers, leiteten wir unsere "louer une allemande"-Stunde in der Schule Saints Anges in dem Industriegebiet in Yopougon ein.

IGemeinsam fragten wir uns, was eigentlich alles eine Droge ist und was genau eine Droge so gefährlich macht. Anhand von Werbebildern verschiedener Biere, die wir an die Tafel hängten, identifizierten wir gemeinsam die Argumente der Werbungen für den Alkoholkonsum: Sie versprachen Spaß, Lebensfreude, Natürlichkeit und Identität. Aber das ist doch wunderbar oder nicht? Was macht den Bierkonsum nun gefährlich und wieso kann man dann von Bier als Droge sprechen?

Um dem Kinofilm die Show zu stehlen. Bierkonsum wird dann gefährlich, wenn er unter sozialen Zwängen entsteht, wenn er unkontrolliert und unangemessen verläuft und wenn der Rausch - wie Alligatoah ihn besingt - zu einer Notwendigkeit wird, um ein schönes Erlebnis wie ein Kinobesuch genießen zu können. Bier, Zigaretten und Cannabis gelten als sogenannte Einstiegsdrogen und neigen oft dazu verharmlost zu werden. Im Drogenkonsum aber liegt die Gefahr der Abhängigkeit, der Sucht und des Kontrollverlustes und diese Gefahren führen oft ins physische und psychische Verderben.

Was kann man nun tun gegen ungesunden Drogenkonsum? Für diese Frage haben wir ein paar Fotos der Anti-Raucher-Kampagne aufgehängt und diskutiert. Das Fazit: Die Aufklärung über Risiken und Konsequenzen des Drogenkonsums sowie die Sensibilisierung durch Bilder wirken abschreckend und bieten Argumente, sich dem Drogenkonsum abzuwenden. Wichtig ist auch die Möglichkeit zum Gespräch und zur Beratung.

Zum Schluss wurde in der offenen Fragerunde auch die Frage gestellt, was wir als Deutsche, den Ivorern raten können, um gegen den Drogenkonsum in der Elfenbeinküste vorzugehen. Diese Frage gaben wir an die Schülerinnen und Schüler zurück mit der Erklärung, dass wir als Deutsche nicht die ivorischen Probleme lösen können. Die Ivorer kennen sich und ihre Gesellschaft besser als wir dies tun und können dementsprechend besser eine Lösung für ihre Probleme finden. Nichts desto trotz ist es immer bereichernd und kann zu neuen Lösungsansätzen führen in einen interkulturellen Austausch zu treten und so auch sich selbst und seine eigene Gesellschaft mit anderen Augen sehen, genauso wie auch andere Gesellschaften kennenzulernen. Und genau das haben wir in diesen 60 Minuten getan.

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