Erstklassige Ernte beim 11. SANFIC

Vom 25. bis 30. August wird das 11. SANFIC stattfinden und die Cinemathek des Goethe-Instituts wird eine abwechslungsreiche und herausragende Auswahl deutscher Filme auf dem Festival zeigen. Es handelt sich um acht Filme, ähnlich viele wie letztes Jahr, unter anderem sind die Filme dabei, die bei den Deutschen Filmfestspielen am meisten ausgezeichnet wurden, erst vor wenigen Wochen war die Preisverleihung.
 

The Cut © bombero int., Pandora Film Verleih 2014, Foto: Gordon Muehle
Außerdem gehören die großen Namen des zeitgenössischen Kinos dazu: Christian Petzold, Andreas Dresen, Dominik Graf und Fatih Akin, die nicht, wie man eigentlich glauben könnte, die waren, die von der deutschen Filmakademie am meisten ausgezeichnet wurden. Eine ungewöhnliche Tendenz war, dass die Preise dieses Mal an junge Regisseure gingen oder an Regisseure, die eine geringe Anzahl an Filmen gedreht haben.

Der Film des SANFIC Wettbewerbs schlechthin ist Victoria, der vierte Film von Sebastian Schipper, der bei den Deutschen Filmfestspielen mit sieben Nominierungen einschlug und in sechs Kategorien triumphierte: Bester Spielfilm, Beste Regie, Beste männliche Hauptrolle und Beste weibliche Hauptrolle, außerdem Beste Kamera und Beste Filmmusik. Seit seiner Uraufführung bei der Berlinale war er der Film, der die Augen der Kritiker auf sich zog, mehr als die großen Namen, die am Wettbewerb teilnahmen, wie Peter Greenway, Werner Herzog, Wim Wenders und viele andere; er bekam den Silbernen Bär.

Die Ausgezeichneten dieses Jahres sind erstklassig: Christian Petzold mit Phoenix, seine Muse Nina Hoss in einer ihrer besten Rollen; Andreas Dresen mit Als wir träumten, eine Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher nach dem Mauerfall in Berlin; Dominik Graf mit Die geliebten Schwestern, ein Epochenfilm über den Dichter Schiller und eine Dreiecksbeziehung, der Deutschland bei den Oscars vertrat; und Fatih Akin mit The Cut, sein polemischer Film über den Genozid in Armenien.

Aber es gab auch Raum für neue Tendenzen. Jack von Edward Berger, eine Geschichte, die durch die Augen des 10jährigen Protagonisten erzählt wird; der Film wurde bei der Berlinale 2014 uraufgeführt und eroberte mit der Zeit die Herzen der Kritiker und des Publikums und wurde  schließlich als Bester Spielfilm in Silber beim Deutschen Filmpreis 2015 ausgezeichnet. Außerdem wird es noch zwei Filme geben, die pures junges Adrenalin sind. Es handelt sich um Who am I - Kein System ist sicher, ein Hacker-Drama, das bei den Deutschen Filmfestspielen sechs Mal nominiert und ein Kassenerfolg war. Der Regisseur, Baran bo Odar, wurde bereits eingeladen, in Hollywood weiter zu arbeiten. Und zum Schluss Wir sind Jung. Wir sind stark von Burhan Qurbani, erzählt mit großer Intensität von einem wahren Fall von Angriffen auf Immigranten in Deutschland. Sein Produzent ist Jochen Laube, der auch für Das Lied in mir (2010) von Florian Cossen verantwortlich war, der große Gewinner des SANFIC 2011. Wie ihr seht, ist deutsches Kino für jeden Geschmack dabei und wir hoffen, dass ihr die Filme auf dem Festival genießen werdet.