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Black Box BRD

Sprache Deutsch
Untertitel Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Genre Dokumentarfilm
Land Deutschland
Jahr 2001
Regie Andres Veiel
Produktion zero one film GmbH (Berlin)
Länge 102 Minuten
FSK Film 12 Jahre
Festivals / Awards Deutscher Filmpreis 2002, Bayerischer Filmpreis 2001, Europäischer Filmpreis 2001

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Die breite Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur begann Ende der 1960er Jahre und war ein Aspekt der Studentenrevolte. Dies prägte die nächste Generation, wie Andres Veiel – Jahrgang 1959 – schon in seinem Dokumentarfilm „Die Überlebenden“ (1996) zeigte, in dem er seine Abiturklasse porträtierte, in der drei Mitschüler Selbstmord begangen hatten.

In BLACK BOX BRD stellt Andres Veiel die Biografie von Alfred Herrhausen, dem damaligen Vorstandschef der Deutschen Bank, der Biografie des RAF-Terroristen Wolfgang Grams gegenüber. Herrhausen wird am 30. November 1989 von der RAF bei einem Bombenanschlag ermordet. Grams wird 1993 bei seiner Festnahme am Bahnhof von Bad Kleinen bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Andres Veiel befasst sich detailliert mit ihren Werdegängen, Überzeugungen und Idealen. Er interviewt Hinterbliebene und Zeitzeugen. Diese verwebt er mit privaten Filmausschnitten, zeitgenössischen Fernsehaufnahmen und nachgestellten Szenen zu einem komplexen Zeitdokument. Veiel setzte eine Mischung dokumentarischer und fiktionaler Erzählformen durch, um zu zeigen, wie nah sich Spiel- und Dokumentarfilm sein können.

Andres Veiel will weder die Hintergründe des Anschlags auf Herrhausen zeigen noch den Tod von Grams klären. Ihm geht es um die Gegenüberstellung von zwei Biografien aus unterschiedlichen Generationen, die durch Zeitumstände geprägt wurden. Beide trafen Entscheidungen, die sie von ihren Freunden und der Familie isolierte. Dazu gehörte die Prägung von Herrhausen in NS-Kaderschmieden und seine beeindruckende Karriere in den Wirtschaftswunderzeiten, aber ebenso dass er sich später für eine Entschuldung der Länder der ‚Dritten Welt‘ stark machte, was nicht allen Kollegen in der Bank gefiel. Zu Grams gehören die Auseinandersetzung mit der SS-Vergangenheit seines Vaters und seine Radikalisierung, als er 1984 in den RAF-Untergrund abtauchte. Die beiden Lebensgeschichten werden von der Editorin Katja Dringenberg geschickt gegeneinander montiert. Letztlich sind es die Gegensätze, aber vor allem auch die Parallelen dieser Biografien, die Veiels Film BLACK BOX BRD so spannend machen – ein Stück Zeitgeschichte der Bundesrepublik in all ihren Widersprüchen.



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