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Revision

Sprache Rumänisch mit deutschen Untertiteln
Untertitel zusätzlich Englisch, Spanisch, Französisch, Rumänisch, Portugiesisch
Genre Dokumentarfilm
Land Deutschland
Jahr 2012
Regie Philip Scheffner
Produktion pong – Kröger & Scheffner GbR (Berlin)
Länge 110 Minuten
FSK Film 12 Jahre

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In den frühen Morgenstunden des 29. Juni 1992 wurden in Mecklenburg-Vorpommern, in einem Getreidefeld nahe der polnischen Grenze, von Erntearbeitern zwei Menschen tot aufgefunden. Mit der detaillierten Rekonstruktion des Falles beschäftigt sich Philip Scheffner in seinem essayistischen Dokumentarfilm REVISION. Es geht um den Tod zweier rumänischer Roma, die Asylbewerber in Deutschland waren. Die Umstände, die zum Tod von Grigore Velcu und Eudache Calderar führten, wurden bis heute nicht aufgeklärt. Offiziell handelte es sich um einen Jagdunfall, eine tragische Verwechslung mit Wildschweinen. Zu einer Verurteilung der Jäger kam es nie. Der sich über Jahre schleppende Prozess, in dem entscheidende Fragen nicht verfolgt wurden, endete mit einem Freispruch.

Knapp zwanzig Jahre später führen Philip Scheffner und Merle Kröger mit archäologischem Spürsinn eine gründliche Recherche durch, die damals nicht stattgefunden hatte. Sie suchen die Angehörigen der Getöteten in Rumänien auf. Diese erfahren erst jetzt von den Details der Todesumstände und von dem Prozess. Sie machen Aussagen zu den beiden Opfern, für die sich bisher niemand interessierte. Wie allen Zeug*innen und Sachkundigen, die er erneut befragt, gibt der Regisseur ihnen die Möglichkeit, ihre Statements anzuhören und zu überdenken – anders als die gängige Praxis, die einmal gemachte Aussagen zum Fakt erhebt. Zu diesem Konzept erläuterte Scheffner in einem Interview: „Wir wollten, dass die Menschen, mit denen wir sprechen, das höchste Maß an Kontrolle über das haben, was sie sagen. Wir wollten, dass eine Art von filmischem Raum entsteht, der zwischen uns hinter der Kamera, zwischen den Menschen vor der Kamera, aber letztendlich natürlich auch für die Menschen im Zuschauerraum eine Ebene entwickelt, indem wir das Gleiche tun, nämlich Etwas zuhören, also dadurch auch die Machtverhältnisse, die in so einem Interview, in so einer Interviewsituation entstehen, zum Wanken bringen.“

So unterwirft Scheffner nicht nur den Fall einer filmischen Revision, sondern auch das eigene Medium. Mit zunehmend beklemmender Dichte webt er ein Netz aus Landschaft, Erinnerung, Akten und „deutschen Zuständen“.



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