Am seidenden Faden

Sprache Deutsch
Untertitel Englisch
Genre Dokumentarfilm
Land Deutschland
Jahr 2004
Regie Katharina Peters
Produktion Katharina Peters Filmproduktion (Berlin)
Länge 114 Minuten
FSK Film 6 Jahre
FSK Trailer 6 Jahre

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Ein Paar, das eine fundamentale Krise gemeinsam meistert, ist der Kern des Dokumentarfilms AM SEIDENEN FADEN (2004). Die Filmemacherin Katarina Peters und ihr Mann Boris Babberkoff, ein erfolgreicher Cellist aus Ungarn, reisen kurz nach ihrer Hochzeit zusammen nach New York. Er will einen Plattenvertrag abschließen, sie für einen neuen Film recherchieren. Doch Boris Babberkoff erleidet dort einen schweren Schlaganfall. Er schwebt in Lebensgefahr und kann sich zunächst kaum bewegen und nicht mehr sprechen. Die Regisseurin beschließt, die Probleme dieser Situation, wie die Finanzierung der Behandlung und seinen Heilungsprozess, mit einer kleinen Videokamera zu dokumentieren. Sie stemmen sich gemeinsam gegen das Schicksal, finden sich nicht mit diesem Schlaganfall ab und kämpfen über einen Zeitraum von fünf Jahren um die Normalität des Alltags. Ihr filmisches Tagebuch zeigt sie zugleich in ihrer neuen Rolle als Ehefrau eines Schlaganfall-Patienten. Beim DOK Fest Leipzig gewann der Film eine Silberne Taube sowie drei weitere Preise.

Dieser Film steht beispielhaft für eine neue Ästhetik mit einer Mini-DV-Kamera. Als Kontrast zu den Videobildern sind einige Traumsequenzen der Regisseurin in 35 mm aufgenommen und haben dadurch eine ganz andere Bildqualität. Peters ist immer nah dran an ihrem Protagonisten, dreht aber immer auch sich selbst und kommentiert die aktuelle Situation. Mit einem klassischen Drehteam wäre es so nicht machbar gewesen. Dies ermöglicht einen schonungslosen Einblick in ihre Beziehung. Er wirft ihr vor, dass sie eigentlich nur an ihrem Film interessiert sei. Sie gesteht in ihrem Kommentar eine Entfremdung von ihrem Mann. Einige Rezensent*innen fanden das Thema zu intim, andere lobten den Eigensinn, den Mut und den Überlebenswillen, der diesen Film von vielen anderen unterscheide. Die Mobilität und ständige Verfügbarkeit der kleinen Kamera und der weitgehende Verzicht auf zusätzliches Licht haben allerdings ihren Preis: eine nicht optimale Bildqualität fehlender Kontraste und geringer Auflösung. Dieser Aspekt wurde von der Filmkritik allerdings vernachlässigt. Dafür war die Geschichte zu berührend.



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