Fritz Bauer - Tod auf Raten

Sprache Deutsch
Untertitel Arabisch, Tschechisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Russish,
Portugiesisch, Hebräisch, Chinesisch

Genre Dokumentarfilm
Land Deutschland
Jahr 2015
Regie Ilona Ziok
Produktion CV Filmproduktions GmbH (Berlin) in Co-Produktion mit Saarländischer Rundfunk (SR) (Saarbrücken)
Länge 110 Minuten

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Bei der Verfolgung von NS-Verbrechern gehörte Fritz Bauer in Westdeutschland zu den entschiedensten Anklägern. Er war davon überzeugt, dass jeder ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates hat. Als niedersächsischer Generalstaatsanwalt erreichte er 1953 in Braunschweig die Rehabilitierung der hingerichteten Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Als Generalstaatsanwalt in Hessen (1956 bis 1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Es war das erste große Gerichtsverfahren gegen NS-Kriegsverbrecher. In der konservativ geprägten Ära Adenauer stellte er sich massiv gegen eine Politik des Schweigens und Vergessens und forderte, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Verantwortliche der NS-Vernichtungspolitik im KZ Auschwitz-Birkenau wurden in Frankfurt verurteilt. Eine wichtige Rolle spielte Fritz Bauer bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Da er berechtigte Zweifel hegte, dass die deutsche Justiz nachdrücklich genug Eichmanns Auslieferung fordern und ihn konsequent wegen Mordes in vielen tausend Fällen anklagen würde, gab er dem israelischen Geheimdienst den entscheidenden Hinweis zu seinem Aufenthaltsort. Eichmann wurde in Jerusalem der Prozess gemacht.

Trotz seiner Leistungen geriet Fritz Bauer etwas in Vergessenheit. Der Dokumentarfilm FRITZ BAUER – TOD AUF RATEN von Ilona Ziok hat ihn ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückgebracht. Filme wie der Spielfilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) von Lars Kraume oder der französische Dokumentarfilm „Fritz Bauer. Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger“ von Catherine Bernstein griffen das Thema auf. Bauer wird jetzt als vorbildlicher Kämpfer der NS-Verbrechen geehrt. In den 1960er Jahren wurde sein Engagement noch kritisch gesehen, da er die Verdrängung und öffentlich diskutierte Verjährung störte. Antisemitische und politische Anfeindungen begleiteten das Leben des jüdischen Schwaben. Bauer gelang es, eine öffentliche Debatte zur NS-Vergangenheit zu starten, doch seine rechts- und gesellschaftspolitischen Vorstellungen stießen auf Widerstand. Der Justizapparat war mit Altnazis durchsetzt und ein geplanter Prozess gegen Juristen, die in das NS-System verstrickt waren, wurde eingestellt. Im Juni 1968 starb er in seiner Wohnung unter bis heute nicht geklärten Umständen. Mit Akribie hat die Regisseurin Ilona Ziok Archive durchforscht und wegweisende Statements des hessischen Generalstaatsanwalts gefunden. Sie liefert ein eindrückliches Porträt dieses umtriebigen Aufklärers von NS-Verbrechen.



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