Theater „Punto Ciego“

Punto Ciego © Compañía Persona

04. - 20. Juni (Dienstags bis Donnerstags) / 20:00 Uhr

Teatro del Puente

Parque Forestal s/n
Zwischen den Brücken Pio Nono und Purísima

Eine szenische Infragestellung der visuellen Norm

Nach einer erfolgreichen Spielzeit 2018 kehrt „Punto Ciego“ nun auf die Bühnen zurück. Das Stück handelt von dem Prozess, den der chilenische Staat 1880 gegen die Hexen von Chiloé führte. Durch ein tiefgreifendes Hörerlebnis wird die Abhängigkeit der heutigen Gesellschaft vom Sehvermögen und dessen Bedeutung für die Entwicklung unserer moralischen, ästhetischen und politischen Kategorien und – damit zusammenhängend -  unserer menschlichen Beziehungen hinterfragt. Themen wie biologische Blindheit, chilenische Identität, kulturelle Blindheit und Macht werden dabei behandelt; als gemeinsamen Punkt haben sie alle die Frage nach dem Konflikt zwischen zwei Kulturen: Was genau ist sehen? Was ist schauen? Was sehen wir? Was ist die Norm des Sichtbaren? Wer entscheidet, wer sehen kann und wer nicht dazu fähig oder sehbehindert ist? Was erscheint in dem, das wir nicht sehen können?

Das Stück der Theatergruppe Persona stellt die Blindheit als eine Kultur dar und tritt in die „sinnliche Dunkelheit“ ein, um die Dunkelheit unserer eigenen Geschichte zu hinterfragen – dort, wo Phantasie und Realität beginnen, ineinander überzugehen. Diese einzigartige Produktion kommt mit einer Live-Audiobeschreibung, sodass sie für blinde und sehbehinderte Zuschauer geeignet ist, die bei Vorlage ihres Behindertenausweises einen Rabatt erhalten.

Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Dramaturg Tomás Henríquez (El Acorazado Potemkin).  Die Besetzung umfasst Francisca Traslaviña, Ignacia González, Lorenzo Morales, Patrizio Gecele und Juan Diego Bonilla.  Die Tongestaltung stammt vom Komponisten Fernando Matus De la Parra und der Theaterdesignerin Gabriela Torrejón.  
 
„Punto Ciego“ hat den Regionalfonds für Kreation und Produktion FONDART 2018 gewonnen und arbeitet mit der Fundación Teatro a Mil (FITAM) und dem Goethe Institut Chile zusammen.
 

Zurück