Kunst für die Öffentlichkeit Mwandale und Minzi aus Tansania

„Ich möchte, dass man sich meiner erinnert, wenn ich gestorben bin; ich möchte nicht wie ein Hund sterben, ohne etwas zu hinterlassen...“ versichert Mwandale leidenschaftlich, als sie von ihrer Motivation spricht, Kunstwerke für die Öffentlichkeit zu schaffen.

Mwandale Mwanyenkwa ist 37 Jahre alt und eine Bildhauerin aus Mtware, Tansania, mit über 15 Jahren Erfahrung auf ihrem Gebiet. Meistens wird sie „Big Mama“ genannt, was ironisch zu verstehen ist, da die temperamentvolle Dame eher zierlich ist – vielleicht bezieht sich der Name auf ihr Haar, das oft von einem riesigen Stirnband verziert wird. 

Von ihr erfuhr ich kürzlich, dass sie zwei große Skulpturen (über zehn Fuß hoch) für das neu gebaute Resort-Hotel „Ramada“ in Jangwi-Beach an der Küste von Daressalam als Auftragsarbeit geschaffen hat. Die Arbeiten stehen im Hauptfoyer, und wie man dem Bild entnehmen kann, sind sie ziemlich groß.

„Die Arbeit dauerte etwa drei Monate, und das, obwohl ich zwei künstlerische Assistenten hatte, sonst hätte es wahrscheinlich noch länger gedauert...“  erklärt Mwandale und fügt hinzu, dass diese Arbeiten „Mwanzo“ und „The Now“ betitelt sind. Das erstgenannte Werk bezieht sich auf den Ursprung der Menschheit aus Afrika, das zweite auf die Menschheit von heute in ihrer wachsenden Vielfalt von Kulturen, Aktivitäten und Problemen. 

Ich habe auch Thobias Minzi alias Minzi Mims getroffen; er ist ebenfalls ein begabter Künstler, dessen Arbeiten im öffentlichen Raum von Daressalam zu sehen sind. Wenn man die Notaufnahme des betriebsamen nationalen Krankenhauses Muhimbili betritt, wird man von zweien seiner Werke begrüßt. Als Arbeiten in Acryl auf Leinen wurden sie 2009 vom Krankenhaus in Auftrag gegeben. Außerdem hat er Poster als Auftragsarbeiten für die landesweite AIDS-Aufklärungskampagne von T-Marc unter USAID geschaffen.

Minzi ist als Maler ein Autodidakt. Er stammt aus Kigoma, Tansania und hat zwölf Jahre Erfahrung in seiner Kunst. Seine Faszination für Farben und sein Talent im Umgang mit ihnen hat ihn an zahlreichen Ausstellungen und Workshops teilnehmen lassen. Diese Workshops, einschließlich dem, der 2005 während der „East Afrika Art Biennale“ im National Museum von Jean Goubles stattgefunden hat, wurden von verschiedenen an Kunst interessierten Kreisen im Lande gefördert. Anerkennend berichtet er: „Es war mein erster Workshop... zu sehen, wie mehr Oberflächenbeschaffenheit, Textur in einem Gemälde erzielt werden kann, hat mich inspiriert, meinen eigenen Stil weiter zu entwickeln...“

In Tansania ist die Wertschätzung von Malerei noch immer nicht sehr ausgeprägt, was dazu führt, dass es in der urbanen Öffentlichkeit an Kunstwerken mangelt. Paradoxerweise schmücken Arbeiten wie die von Mwandale den öffentlichen Raum in weit entfernten Ländern wie China. In Changchun (China), im städtischen Skulpturenpark, kann man „Breast Cancer“ und „Injustice“ aus Bronze beziehungsweise rostfreiem Stahl betrachten. Eine weitere Skulptur aus Holz mit dem Titel „Snake Bird“ befindet sich am Kulturministerium in Gabun. 
In ihrem Heimatland dagegen sind ihre Arbeiten nicht annähernd so präsent. Immerhin aber wurde sie 2013 anlässlich der in Daressalam stattfindenden „Smart Global Dialogue“ von der Regierung beauftragt, vier große Skulpturen im „Ujamaa“ –Stil anzufertigen. 

Minzis Arbeiten findet man im State-House, dem Sitz des Staatsoberhauptes in Daressalam, zusammen mit denen anderer bekannter Künstler. Außerdem stehen noch weitere seiner Werke in der Residenz des gegenwärtigen Premierministers sowie auch im Peacock-Hotel.