Filmvorführung und Debatte Film und Debatte: Bilder der Welt und Inschrift des Krieges

Film und Debatte Goethe-Institut

Mi, 10.04.2019

19:00

Pavilion Goethe, Calea Dorobanți 32

Die Begleitveranstaltung der Ausstellung Harun Farocki: Über die Entgrenzung der Arbeit am 10 April legt den Fokus auf Harun Farockis Einfluss im Kontext der Bildenden Kunst. Diesmal reden wir nicht über Farocki den Filmemacher, sondern Farocki den visuellen Künstler. 

Die Veranstaltung des Begleitprogramms am 10 April legt den Fokus auf Harun Farockis Einfluss im Kontext der Bildenden Kunst. Diesmal reden wir nicht über Farocki den Filmemacher, sondern Farocki den visuellen Künstler. 
Nach der Filmvorführung von Bilder der Welt und Inschrift des Krieges laden wir Sie zu einer Debatte zwischen Cristina Bogdan (ODD) und Ovid Pop (Schriftsteller, Theoretiker) ein.


Bilder der Welt und Inschrift des Krieges, Harun Farocki,1988 Bilder der Welt und Inschrift des Krieges, Harun Farocki,1988 Bilder der Welt und Inschrift des Krieges, 1988
16 mm auf Video, Farbe und s/w, Ton, 75 min

In einer Vielzahl seiner Filme und Installationen setzt sich Harun Farocki auf selbstreflexive Weise mit dem Thema Arbeit auseinander. Seine physische Präsenz als Autor im Film und sein Gestisches Denken am Schneidetisch inszeniert er in Bilder der Welt und Inschrift des Krieges bei der Lektüre von Büchern. Das Lesen von Bildern und das Erforschen von bildinhärentem Wissen sind charakteristisch für seine bild- und medienreflexiven Arbeiten. Die kritische Verbindung zwischen ökonomischen Machtstrukturen, Krieg und Bildern des Menschen sowie die generelle Frage nach dem Konzept des Bildes sind insbesondere in Bilder der Welt und Inschrift des Krieges Kern der Auseinandersetzung. Im Mittelpunkt stehen amerikanische Flugaufnahmen, die 1944 ein industrielles Bombenziel, die IG-Farben-Werke im damaligen Schlesien, festhalten sollten. Kommentar und Hinweise auf den Luftaufnahmen zeigen, dass erst Jahrzehnte später entdeckt wurde, was die Alliierten 1944 nicht sehen wollten: auf den Fotos ist auch das Konzentrationslager Auschwitz abgebildet. Hiervon ausgehend begibt sich Farocki auf die Suche nach dem Zusammenhang von Bildproduktion, Industrie und Kriegspolitik. Es entsteht ein Spannungsfeld durch die divergierende Bildbedeutung zwischen Entstehung und historischer Reflexion. Die verhandelten Bilder tragen die Inschrift des Krieges, der Massenfertigung, des Verfalls der Handarbeit, der Enteignung der menschlichen Sinne und Fähigkeiten.

 

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