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Berlinale
Diversität und Nostalgie – Chinas Filme auf der Berlinale

Eine Szene aus „Jia Zhang-ke, a guy from Fenyang“
Eine Szene aus „Jia Zhang-ke, a guy from Fenyang“ | Foto: © Berlinale

Nach dem Rummel um das chinesische Kino auf der Berlinale 2014 wirkt China dieses Jahr unterrepräsentiert. Trotzdem überraschen die Filme mit Vielfalt und Stärke.

Von Yun-hua Chen (陈韵华)

Bei der Berlinale 2014 war das chinesische Kino mit gleich drei Filmen beim Wettbewerb vertreten, wovon einer, Black Coal, Thin Ice (白日焰火), mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Der diesjährige Auftritt beim Festival scheint dagegen weniger glamourös. Und dennoch denke ich, dass es ein gutes Jahr ist.

Unter anderem werden drei wunderbare Filme gezeigt, die die ethnische Vielfalt Chinas auf die Leinwand bringen: In River Road (家在水草丰茂的地方) stehen die Yugur aus der Provinz Gansu im Mittelpunkt, der Film K befasst sich mit der Inneren Mongolei und Gtsngbo mit Tibet. Außerdem ist da noch Jiang Wen's (姜文) ehrgeiziger Film Gone with the Bullets (一步之遥), mit dem er den Broadway und eine Vielzahl an Filmreferenzen ins Shanghai der 1920er bringt. Einen weiteren chinesischen Einfluss spürt man deutlich in Walter Salles Jia Zhang-ke, A Guy from Fenyang (汾陽小子賈樟柯), bei dem der renommierte chinesische Filmemacher Jia Zhang-ke als Regisseur und Produzent mitwirkte. Dieses Jahr gibt es keinen Beitrag aus Hong Kong, dafür versetzen Chang Tso-chis Thanatos, Drunk (醉•生梦死) und Doze Nius Paradise in Service (军中乐园) den Zuschauer in Taiwans Vergangenheit und Gegenwart. Die unterschiedlichen Ansätze und geopolitischen Hintergründe dieser Filme tragen wirklich ihren Teil dazu bei, die Bandbreite des chinesischen Kinos, oder besser – der chinesischen Kinos – mit ihrem Fokus auf Vielfalt zu bereichern und erweitern.

In Hinblick auf das Verhältnis von Globalität und Lokalität lässt sich beobachten, dass Jiang Wen recht kühn Gebrauch von international erkennbaren bildlichen Ausdrücken und Symboliken macht, um seine in Shanghai basierte Geschichte zu verpacken. Dagegen bringen Li Ruijun (李睿珺) and Sonthar Gyal mit ihren Filmen lokale Praktiken und Thematiken, die bisher in den Medien unterrepräsentiert waren, auf die weltweite Bühne. Emyr ap Richard, Darhad Erdenibulag, Doze Niu (钮承泽) and Chang Tso-chi bewegen sich dabei irgendwo dazwischen. Bei all diesen Filmen von unterschiedlicher Größenordnung, mit ihren verschiedenen Schwerpunkten auf Kunst und Unterhaltung, bei Filmen von überall her und für alle Altersklassen, ist sicherlich für jedermann etwas dabei.

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