Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Porträt
Liu Ye (刘野)

Liu Ye
Liu Ye | Foto: Liu Ye

Liu Ye wurde 1964 in einem Siheyuan, einem alten traditionellen Wohnhaus, in Peking geboren. Von 1986 bis 1989 studierte er an der Zentralen Kunsthochschule Wandmalerei und wurde nach Abschluss seines Studiums im November 1989 an der Berliner Akademie der Künste im Bereich Bildende Kunst aufgenommen. 1994 kehrte er mit einem Masterabschluss nach China zurück und arbeitet seitdem als freischaffender Künstler. 

Während seines Aufenthaltes in Deutschland begann Liu Ye seine für ihn charakteristischen Cartoon-Figuren zu malen und bis heute beherrscht dieses Motiv die meisten seiner Werke. Liu Ye malt vorwiegend den Cartoons ähnliche Figuren mit großen Köpfen und kleinen Körpern. Gewöhnlich haben sie große Augen, lachen unschuldig und befinden sich vor einem in einer klaren Farbe gemalten Hintergrund – hübsch, liebenswert, strahlend. Doch seine Bilder sind vielschichtiger, in ihrer Schönheit ist auch immer ein wenig Traurigkeit spürbar, wie zum Beispiel bei der Weinenden Ruan Lingyu (泪眼欲滴的阮玲玉) oder dem Selbstmord des Romeo (自杀的罗密欧). 

Schon während seiner Studienzeit in Berlin stießen seine Bilder auf großes Interesse bei den Berliner Galeristen. Die Galerie Taube präsentierte 1993 und 1995 in den Soloausstellungen „Liu Ye I“ und „Liu Ye II“ seine Gemälde. In den folgenden Jahren zeigte Liu Ye in Peking, Shanghai, Berlin, London und New York in Einzelausstellungen seine Werke und beteiligte sich an Gruppenausstellungen. Seinen Werken wird in den letzten Jahren auch in Sammlerkreisen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. In- und ausländische Bildergalerien, Museen und private Sammler erwerben seine Bilder. 2010 wurde bei der Herbstauktion des Pekinger Auktionshauses Poly sein Bild Qi Baishi kennt Mondrian (齐白石知道蒙德里安) für den stattlichen Preis von über 29 Millionen Yuan verkauft. 

1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt? 

Meine Ausstellung in der Sperone Westwater Galerie in New York ist gerade zu Ende gegangen. Jetzt mache ich eine kurze Erholungspause und werde danach meine Ausstellung in der Johnen Galerie in Berlin im September 2013 vorbereiten. 

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland? 

In der Grundschule. Ich kopierte eine Skizze des berühmten deutschen Malers Albrecht Dürer. Es waren die Hände eines alten Menschen. Damals war ich gerade sieben Jahre alt. 

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst? 

Das strikte und rationale Einfühlungsvermögen und die verborgene Leidenschaft sind eine Erfahrung, über die ich immer froh sein werde. 

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland? 

Jeder Tag in Deutschland war sehr schön, so wie alle Tage in meinem Leben bisher sehr schön waren. 

5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland? 

Alles Unerfreuliche, das mir passiert, vergesse ich sehr schnell, deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten. 

6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise? 

Eisbein. 

7. Was ist für Sie „typisch deutsch“? 

Die Musik von Bach: rational, aber voller Leidenschaft, so präzise wie ein Mathematiker oder ein Architekt, doch im Innersten ein Vulkan. 

8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten? 

Bauhaus: Das hat die Kunst, die Architektur und das Design wirklich gravierend beeinflusst. 

9. Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen? 

Ehrlich gesagt möchte ich mein Leben mit niemanden tauschen. 

10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Den Ernst und die Leidenschaft für die Arbeit und den vernünftigen Umgang mit den Dingen.
 

Top