Porträt Huang Rui (黄锐)

Huang Rui
Huang Rui | © Huang Rui

Huang Rui (黄锐) wurde 1952 in Peking geboren. Er war 1979 Mitbegründer der unabhängigen Künstlergruppe "Sterne". Zwischen 1984 und 2001 lebte und arbeitete der Avantgarde-Künstler in Japan. Nach seiner Rückkehr nach Peking zog er als einer der ersten Künstler in den 798 Art District ein, der seit 2000 in einer stillgelegten Waffenfabrik in Peking entstand. 

Heute ist er Kurator des jährlich statt findenden 798 Dashanzi International Art Festival. Huang Ruis Ausgangspunkt als Künstler war in den 80er Jahren die Malerei. Seit den 90er Jahren widmet er sich Kunstformen wie Installation, Performance, Fotografie und Grafik und arbeitet als Publizist.

1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Ich bereite zwei Ausstellungen vor und arbeitet an zwei Büchern: Eines über das Kunstareal 798 und ein Katalog.

2. Wann und wie waren Ihre ersten Berührungspunkte mit Deutschland?

Das war 1982, als es in Peking eine Ausstellung über den deutschen Expressionismus gab.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Ich habe viel von der deutschen Kultur und Geschichte, einschließlich der dunklen Abschnitte deutscher Vergangenheit gelernt. Mir ist dadurch klar geworden, dass ich der Gesellschaft nützen möchte und gleichzeitig eine gewisse Distanz zu ihr wahren will.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Das gibt es gegenwärtig noch nicht, das schönste Erlebnis sollte mit Kunst und Kultur zu tun haben. 

5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Das war 1995, ich war zum zweiten Mal in Berlin, als ich an einem Sonntag um sieben Uhr abends einen Bärenhunger hatte und nirgends etwas zu essen kaufen konnte.

6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?

Ich habe keine Lieblingsspeise, aber ich trinke gern deutsches Bier.

7. Was ist für Sie „typisch deutsch"?

Die Dinge genau zu nehmen. Strukturiertheit in kulturellen und technischen Belangen. Die Erinnerung an eine historische Tragödie.

8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Joseph Beuys.

9. Mit welcher deutschen Persönlichkeit würden Sie gerne für einen Tag tauschen?

Mit einer intelligenten deutschen Frau.
 

10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Eine Art zu denken, in der Gewissenhaftigkeit und Romantik positiv zusammenwirken.