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Porträt
Ouyang Jianghe (欧阳江河)

Ouyang Jianghe
Ouyang Jianghe | © Ouyang Jianghe

Ouyang Jianghe (欧阳江河), geboren 1956, ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Dichter Chinas und wird zu den „Fünf Meistern aus Sichuan" gezählt. Er steht für eine „intellektuelle Lyrik" ohne Pathos. Neben Gedichten schreibt er auch Essays zu Musik, Literatur und Ästhetik. 

Von 1993 bis 1997 hielt er sich in den USA auf, von März bis September 1997 in Stuttgart. Gegenwärtig lebt er in Peking, wo er auch internationale Kulturveranstaltungen organisiert. Einige seiner Anthologien sind auch auf Deutsch erschienen, so Die Glasfabrik (1993) oder Dem Dichter des Lebens (1997).

1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Ich arbeite an einem Buch mit Interviews mit unabhängigen chinesischen Filmregisseuren und kuratiere eine Ausstellung der Zhou-Brothers in der Pekinger Nationalgalerie.

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?

Man könnte sagen, dass der Geist Hölderlins mich nach Deutschland gerufen hat. 1994 durfte ich mit einem Sondervisum der Deutschen Botschaft an einer Gedächtnisveranstaltung für Friedrich Hölderlin in Tübingen teilnehmen.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Ich habe immer von der deutschen Philosophie, Kunst, Literatur und Musik gezehrt. Und ich hatte Gelegenheit, viele herausragende Gelehrte und Dichter kennenzulernen. Hölderlin, Celan, Rilke und Bachmann haben mich besonders beeinflusst. Von den zeitgenössischen deutschen Dichtern mag ich besonders Enzensberger und Grünbein. Sehr stark beeinflusst hat mich die deutsche Musik, Schubert mag ich am liebsten.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Ein sechs Stunden langes Umherirren durch das Schloss Solitude in Stuttgart. Und auch ein vierzigminütiges Gespräch mit Eva, einer Deutschen, in eben dieser Stadt.

5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Einmal schimpfte ein deutscher Koch auf mich ein, ohne dass ich mir erklären konnte, warum. Meine Freunde haben sich in dieser Situation für mich eingesetzt, aber mich hat das deprimiert.

6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?

Bayerische Schweinshaxe und Frankfurter Würstchen.

7. Was ist für Sie "typisch deutsch"?

Die deutsche Musik.

8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Auch die deutsche Musik.

9. Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Mit Beethoven, dann würde ich 24 Stunden Klavier spielen, ohne eine Minute Pause zu machen. Ich könnte auch mit Fassbinder einen Tag tauschen, am besten wäre ein beliebiger Tag während der Dreharbeiten zu Lili Marleen.

10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Gewissenhaftigkeit.

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