Porträt Chen Xinyi (陈薪伊)

Chen Xinyi
© Chen Xinyi

Chen Xinyi war Schauspielerin, bevor sie mit 40 Jahren ihre zweite Karriere als Regisseurin begann. Seitdem brachte sie über 60 Stücke auf die Bühne - mit dem symphonischen Pekingoper-Drama Mei Lanfang war sie 2006 in Berlin. 

Chen Xinyi (陈薪伊), geb. 1938, war erst als Schauspielerin in der Shaanxi-Oper, im Sprechtheater und in Filmen zu sehen, bevor sie mit 40 Jahren ihre zweite Karriere als Regisseurin begann. Seit 1980 inszenierte sie über 60 Stücke, nicht nur für das Sprechtheater, sondern auch in den Sparten Pekingoper, westliche Oper, Musical und Kindertheater. Sie ist heute eine der wichtigsten Theaterregisseurinnen Chinas.

2006 wurde Chen Xinyi mit einem ganz besonderen Stück, dem symphonischen Pekingoper-Drama Mei Lanfang über den berühmten Pekingopern-Star gleichen Namens nach Berlin eingeladen. Neben der Aufführung an der Komischen Oper Berlin nahm Chen Xinyi auch an einem vom Haus der Kulturen der Welt veranstalteten Symposium mit dem Titel „Brecht und Mei Lanfang - Chinesische und deutsche Theatermoderne“ teil. Ende Juli 2008 ist Chen Xinyis moderne Märchenoper Du Ming – Bet Your Life von Wen Deqing beim Savonlinna Opera Festival in Finnland zu sehen.

Chen Xinyi überrascht die Zuschauer mit ihren Arbeiten immer wieder aufs Neue und lässt sich auf kein Genre und keinen Stil festlegen.

1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Mit Theaterproben:
1. Für das Theaterstück Shang Yang, das im Juni 2008 in Shanghai auf die Bühne kommt. Im Juli wird es in Peking bei einem großen Kultur-Event im Rahmen der Olympischen Spiele gezeigt.
2. Für die Oper Du Ming – Bet Your Life, welche Ende Juli 2008 ein Gastspiel beim internationalen Savonlinna Opera Festival in Finnland hat.
3. Für den Theaterabend Meihua Fu - Ode an die Pflaumenblüte – Mitte August im National Centre for the Performing Arts in Peking zu sehen.
4. Für die Oper Turandot, die zwischen Ende August und Anfang September im National Centre for the Performing Arts bereits zum dritten Mal mit fünf Aufführungen auf dem Programm steht.5. Für die klassische Opernfassung der Yangge-Oper Mizhi’s Women Suide’s Men aus dem Norden der Provinz Shaanxi, welche Mitte September im National Centre for the Performing Arts in Peking uraufgeführt wird.

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?

Als ich mit dem symphonischen Drama der Peking-Oper Mei Lanfang 2006 in Berlin gastierte.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Ich möchte immer wieder hin.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Der große Erfolg, den das symphonische Drama der Peking-Oper Mei Lanfang in der Komischen Oper in Berlin hatte und das Verständnis, welches das Publikum meinem Werk entgegenbrachte. Schließlich die aufopferungsvolle Zusammenarbeit mit den Berliner Kollegen der Oper, insbesondere dem Chor, den Stimmführern und den Musikern. Sie haben soviel Sinn für die Kunst!

5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Gar keines.

6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?

Deutsche Würstchen.

7. Was ist für Sie „typisch deutsch“?

Gewissenhaftigkeit.

8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Karajan.

9. Mit wem in Deutschland würden Sie gerne für einen Tag tauschen?

Mit der deutschen Bundeskanzlerin.

10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Gewissenhaftigkeit.