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Porträt
Lin Zhaohua (林兆华)

Lin Zhaohua
Lin Zhaohua | © Lin Zhaohua Atlier

Der Theaterregisseur Lin Zhaohua hat die Entwicklung des experimentellen Theaters in China maßgeblich beeinflusst. In seinen Inszenierungen kombiniert er Elemente aus Orient und Okzident, dem modernen Theater und der klassischen Peking-Oper sowie Rezitation mit Gesang. Einige Male hat er auch deutsche Stoffe aufgegriffen.

Der Theaterregisseur Lin Zhaohua (林兆华) hat die Entwicklung des experimentellen Theaters in China maßgeblich beeinflusst. In seinen Inszenierungen kombiniert er Elemente aus Orient und Okzident, dem modernen Theater und der klassischen Peking-Oper sowie Rezitation mit Gesang. Einige Male hat er auch deutsche Stoffe aufgegriffen. So brachte er 1994 in China den Faust zur Aufführung und 2003 das Stück Lederfresse von Helmut Krausser. Seit 2004 organisiert er gemeinsam mit dem Peking University Theatre Research Institute und den deutschen Theaterregisseuren Harriet Maria & Peter Meining die Theaterwerkstatt in Peking.

1. Womit haben Sie sich in der letzten Zeit beschäftigt?

Ich beschäftige mich gegenwärtig mit dem Coriolanus von Shakespeare, den ich als General Coriolan bearbeite.

2. Wann und wie kamen Sie zum ersten Mal in Berührung mit Deutschland?

1983 hat mir ein deutscher Professor, der sich in China mit Linguistik befasste, zu Brechts Schweyk im Zweiten Weltkrieg geraten. Zunächst habe ich nur an einigen Szenen gearbeitet. Michael Kahn-Ackermann, der spätere Gründer und Leiter des Goethe-Instituts in Peking, hat mich dann unterstützt, das ganze Stück auf die Bühne zu bringen. Die Inszenierung im Beijing People's Art Theatre kam damals gut an.

3. In welcher Weise hat die Begegnung mit Deutschland Ihr Schaffen oder Ihr Leben beeinflusst?

Das ist eher ein indirekter Einfluss. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist das deutsche Schauspiel von einer besonderen Kraft.

4. Was war Ihr schönstes Erlebnis in Deutschland?

Als ich das erste Mal in Deutschland war, hatte ich wenig Zeit, Leute zu treffen. Ich sah mir so viele Stücke wie möglich an und hetzte von einem Theater zum nächsten.

5. Was war Ihr unerfreulichstes Erlebnis in Deutschland?

Ich kann mich an kein unerfreuliches Erlebnis erinnern.

In den 80er Jahren fuhr ich gemeinsam mit Gao Xingjian nach Deutschland, um sein Stück Der Wilde Mann am Hamburger Thalia Theater aufzuführen. Gao Xingjian, der später im Jahr 2000 den Literaturnobelpreis erhielt, wollte damals malen, vor allem Bilder chinesischer Tuschemalerei im modernen Stil. Zu jener Zeit waren wir knapp bei Kasse. Wir kauften als Malunterlage für Gao ein einfaches altes Brett. Aber wir hatten kein Auto zur Verfügung und so mussten wir das Brett gemeinsam bis nach Hause schleppen. Ich habe das aber nicht als ein unerfreuliches Erlebnis in Erinnerung.

6. Haben Sie eine deutsche Lieblingsspeise?

Ich mag generell kein ausländisches Essen.

7. Was ist für Sie "typisch deutsch"?

Dass die Deutschen ständig über Philosophie reden.

8. Welche Kulturleistung aus Deutschland beeindruckt Sie am meisten?

Mein Wissen über Deutschland ist sehr begrenzt. Trotzdem sind die deutsche Musik, Theater und Malerei sehr beeindruckend.

9. Mit wem in Deutschland würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Das Leben lässt sich nicht austauschen.

10. Welche Gewohnheit oder Idee aus Deutschland würden Sie gerne in China übernehmen?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Die Chinesen leben auf ihre Weise und der westliche Mensch auf die seine. Der Westen und der Osten sind von zwei ganz unterschiedlichen Lebensphilosophien geprägt. Chinesen sind sehr intuitive Menschen, vergleichbar dem Zen-Buddhismus, der voll Intuition steckt. Sie betonen das Gefühl, das ist etwas ganz anderes als das rationale Denken des Abendlandes.

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