Fokus: Heimat Warum ich zurückgekommen bin

Foto: Lou Dinghe
Foto: Lou Dinghe | © ImagineChina

Der Schriftsteller Chen Xiwo (陈希我) verließ China in den 1980er Jahren und kehrte in den 90ern zurück. Hier schreibt er darüber, wie er in der Fremde eher unfreiwillig „zum Chinesen" wurde.

Der folgende Beitrag wurde erstmals in der Ausgabe September 2011 von Thinker (信睿) veröffentlicht.

Kürzlich wurde gemeldet, dass der Maler Chen Danqing (陈丹青) angekündigt habe, die chinesische Staatsbürgerschaft aufgeben, das Land zu verlassen und nie mehr heimzukehren zu wollen. Später wurde die Nachricht dementiert und als Falschmeldung bezeichnet. Nach meinem Eindruck hat sich Chen Danqing allerdings schon lange von China gelöst. Das ist eben sein Stil, genauso hat er damals auch an der Tsinghua-Universität seinen Hut genommen. Freilich, von der Tsinghua kann man sich verabschieden, aber ist es möglich, sich von China loszusagen?

Ende der 1980er Jahre hielt ich es für möglich und wie in The Great Escape kehrte ich diesem Land den Rücken. Ganz anders allerdings als Thomas Mann, der 1933 mit dem Vaterland im Gepäck ins Exil ging und dessen Credo lautete: „Wo ich bin, ist Deutschland!“ Doch unglücklicherweise war Deutschland nicht an seiner Seite, sondern immer noch in Deutschland. Ich war kein Thomas Mann, ich konnte nur mit leeren Händen in die Welt ziehen. In der Wartehalle des Flughafens Hongqiao in Shanghai spielten sie ein Lied im Radio: Outside World. „Die Welt da draußen ist wundervoll und ich bin so verloren in ihr“, sang der Taiwanese Chyi Chin (齐秦). In dem ersten Punkt gab ich ihm voll und ganz Recht, aber seine Verlorenheit in der Welt verstand ich nicht. Ich konnte das nur als Melancholie interpretieren – ein schönes Gefühl, vor allem wenn man jung ist, wie schon der Dichter Xin Qiji (辛弃疾) in der Song-Zeit bekundet hat: „In jungen Jahren war mir der Geschmack von Sorgen fremd, ich liebte es, Stufe um Stufe des Turms zu erklimmen, ich wollte hoch hinaus.“

Dann spielten sie Die Wolken der Heimat. Für mich ein Stück von berührender Schönheit, als wäre mir nicht bewusst gewesen, dass ich der „Heimat den Rücken kehrte“ und ich nicht, wie Fei Xiang (费翔) sang, „in die Heimat zurückkehrte“. Oder lag meine Heimat vielleicht in der Ferne? Wenn ich es mir heute überlege, herrschte in meinem Kopf damals das reinste Chaos, und dazu passte ein weiteres Lied: Follow your Feelings von der taiwanischen Sängerin Julie Su (苏芮). Dieses Lied war damals verboten, dabei befanden sich gerade zu dieser Zeit sowohl die Verspotteten als auch die Spötter in einem Chaos der Gefühle. Heute wird behauptet, die 1980er Jahre seien wie ein Traum gewesen. Träume sind eben verworren. Aus diesen Liedern setzen sich meine Reiseerinnerungen zusammen, als ich meinem Vaterland den Rücken kehrte.

Interessanterweise hörte ich, als ich japanischen Boden betrat, als erstes den Song Dragonfly von Nagabuchi Tsuyoshi:

Wenn ich schweren Schrittes über den Asphalt trotte,
ist es mein einziger Wunsch, in Zukunft ganz auf mich gestellt zu leben.
Ich sehne mich unendlich nach dem großen Tokio, der Stadt der Blumen.
Mit meiner leichten Reisetasche ziehe ich immer weiter gen Norden, gen Norden.

Da ich den japanischen Text damals nicht verstand, wusste ich nicht, dass in dem Song auch der Fluch „Tokyo bakarayou!“ vorkam (die korrekte Übersetzung müsste „Fucking Tokio!“ lauten). Beinahe ohne Japanischkenntnisse habe ich mich Japan an die Brust geschmissen. Ich wusste nur, dass hier nicht mehr China war, hier lag die freie Welt, die Zivilisation, die Modernisierung. Ich war in die Welt ausgezogen, ich hatte die Bande zu China zertrennt.

Zwanzig Jahre später habe ich meine damalige Befindlichkeit in meinem Roman The Trend beschrieben:

 
„Ich mag das Gefühl, an einer Kreuzung in der City von Tokio an einer roten Ampel zu stehen. So viele Menschen, alle im Stillstand, kein einziger überquert die Straße. Die Menschenmenge gleicht einer Armee, die zum Abmarsch bereit steht. Sobald die rote Ampel auf grün springt, setzen sich beide Seiten fast gleichzeitig in Bewegung und schieben sich gleichmäßig nach vorne. Zwei Menschenströme, die sich frontal begegnen und ineinander fließen. Ich fühle mich geehrt, inmitten dieser Menschenmenge zu sein. Du kannst die Verschmelzung spüren, du bist ein Teil dieser Stadt, du unterscheidest dich nicht von den Japanern.
Mir gefallen die Trenchcoats der japanischen Männer. Doch wenn ich selbst einen trage, bin ich mir immer des Haarschüppels bewusst, der sich auf dem Hinterkopf der meisten Chinesen wie die Schwanzfeder eines Gockels nach oben reckt.“

Der Protagonist in dem Buch heißt Wang Zhongguo (王中国). Genau wie ich selbst versteht er nicht, wovon in Dragonfly gesungen wird, und weiß nicht, dass es auch unter Japanern eine Sorte Mensch gibt, die es nach Tokio zieht. Ursprünglich kommt auch Wang Zhongguo aus einer abgelegenen Region in China, aus der Provinz Fujian. Die Menschen in seinem Umfeld waren eigentlich auch nur Bauern, allerdings hatte sie die „Globalisierung“ bereits erfasst, ehe sie noch in die Zentren ziehen oder sich „urbanisieren“ konnten, so dass sie nun selbst gar nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind. Ein Bekannter von mir ist darüber verrückt geworden. Uns Chinesen fällt es sogar noch ein, auf Japaner herabzuschauen, die vom Land nach Tokio gezogen sind. Erst allmählich habe ich verstanden, dass wir Chinesen keineswegs im Wert gestiegen sind, nur weil uns die Globalisierung „überkommen“ hat, ganz im Gegenteil hat uns das sogar abgewertet. Wir sind noch armseliger als ein japanischer Hinterwäldler in der Stadt, denn die sind lediglich „Bürger dritter Klasse“, wir aber sind nicht einmal „Bürger“.

Aber was soll’s, die Chinesen haben sowieso als Kulis und Tagelöhner angefangen, doch mit Beharrlichkeit und Fleiß konnten sie irgendwann sesshaft werden, die Staatsbürgerschaft erlangen und wie die anderen einer von ihnen werden, ja sie sogar an Reichtum übertreffen. Kaum ein Chinese, der früher sein Land verlassen hat, hätte die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes abgelehnt. Es ist ganz natürlich, dass der Mensch nach Höherem strebt. Doch mir stand der Sinn mitnichten nach so einer Staatsangehörigkeit, am liebsten wäre ich staatenlos gewesen, doch das ist ganz und gar unmöglich. Immer wenn ich gefilzt wurde, musste ich meinen Pass vorzeigen, das heißt die von Japan ausgestellte „Meldebescheinigung über die Registrierung als Ausländer“, und auf der ist auch meine Nationalität vermerkt. Anders als die illegalen Einwanderer aus China, die vorgeben, Flüchtlinge aus Vietnam zu sein, konnte ich nicht alles, was meine Staatsbürgerschaft verrät, von mir werfen und mich mit einem Fischkutter ans japanische Ufer treiben lassen, so dass mich die Japaner nirgendwohin zurückschicken können.

Das Paradoxe war, dass ich anfing, mein Vaterland zu vermissen. Ich sehnte mich nach Dingen, über die ich früher nur die Nase gerümpft hatte. Einmal las ich auf einer öffentlichen Toilette zwei Verse des Tang-Dichters Li Bai (李白), die dort wer weiß wer auf Chinesisch an die Wand geschrieben hatte: „An der Gelben Kranichpagode lässt mich mein Freund im Westen zurück, durch die Nebel und Blumen des März macht er sich auf nach Yangzhou.“ Beinahe wären mir die Tränen gekommen. Was für ein wunderbares Gedicht, was für ein grandioses Vaterland! Noch nie hatte ich mein Land so geliebt, der Patriotismus traf mich wie ein Bumerang. Ich fand nun sogar, dass das Leben in China mehr Würde habe als das Leben im Ausland. Begeistert beteiligte ich mich an Aufrufen der chinesischen Bevölkerung, die Kriegsentschädigungen von Japan forderten. Von der chinesischen Regierung wurde das damals in keiner Weise unterstützt, aber das war mir egal, mir ging es um mein Vaterland. Das Vaterland kehrte wie ein Nachtmahr zurück in mein Leben. Und auch wenn ich es nicht wollte, es ließ sich nicht mehr abschütteln. Egal wie sehr ich mich auch sträubte, ich war gegen meinen Willen „Chinese geworden“.

Auch als ich mich bereits vollständig assimiliert hatte, stülpte man mir immer noch den Chinesen über. Ebenso erging es in meinem Roman The Trend Wang Zhongguos Tochter, die im „Chor des Global Village“ unter den Menschen aller Hautfarben stets die Chinesin repräsentiert. Das Globale Dorf ist nicht wie eine Suppe, sondern wie eine ganze Tafel voller Gerichte. Auf jeden Fall ist es wie ein Eintopf, denn auch wenn man alles in einen Topf wirft, muss man doch zugeben, dass die Grenzen zwischen den Ländern noch längst nicht verschwunden sind, es lässt sich nicht alles zu einem Brei einkochen. Auch wenn man die „Globalisierung“ durch „Inter-nation-alisierung“ ersetzt, schiebt sich immer noch die „Nation“ dazwischen, nach wie vor gibt es Wichtigere und Unwichtigere, Starke und Schwache. Stärke und Schwäche jedoch prägen sich ins historische Gedächtnis ein, so dass eine Verschmelzung unmöglich wird. Und nicht nur das, eine Verschmelzung kann sogar eine „Grenzüberschreitung“, gar eine Invasion bedeuten. In The Trend ist Wang Zhongguo fest davon überzeugt, dass es einem japanischen Übergriff gleichkommt, als seine Tochter etwas mit einem Japaner anfängt. In gewisser Hinsicht, so meine ich, erklärt sich dadurch, warum in der Ära der Globalisierung ethnische Konflikte so viel heftiger ausfallen.

Viele verstehen nicht, warum ich nach China zurückkommen musste, um mich dann auch noch auf Gedeih und Verderb mit der Realität „anzulegen“. Ich antwortete, ich wollte zurückkommen, um zu schreiben. Aber zum Schreiben muss man sich doch nicht unbedingt an der Realität „stoßen“! Ich behaupte: Jeder gute Schriftsteller ist ein Reaktionär. Doch tatsächlich ist das nur ein Teil der Wahrheit, die Literatur macht nicht das ganze Leben aus und die Logik der Literatur ist nicht die Logik der Existenz. Warum also musste ich zurückkommen? Weil ich nur auf Chinesisch schreiben kann. Das ist natürlich auch ein Grund, aber immer noch kein überzeugender. Einige Freunde sehen, dass ich nun leide wie ein eingesperrtes Tier und raten mir, wieder fortzugehen. Selbst wenn man schreiben will, ist es kein Ding der Unmöglichkeit, in einer Fremdsprache zu schreiben. Es ist nicht einmal gesagt, dass man nicht gut schreiben würde, das hat früher schon Nabokov bewiesen und heute Ha Jin (哈金). Freilich, beides Sprachgenies, aber wer sagt, dass ich das nicht auch bin? Warum es nicht einfach versuchen. Aber an einer Sache scheitert es dann doch, ich wäre nicht am „Schauplatz“. Schriftsteller müssen „vor Ort“ sein. Thomas Mann konnte Deutschland eben nicht mitnehmen und so fiel sein Schreiben in eine Leere. Mein Platz ist in China. Im Ausland magst du zwar in Freiheit schreiben, aber dein freies Schreiben hat keinen Sinn; du kannst dich frei äußern, aber wer sind deine Zuhörer?

Wahrlich, selbst wenn sie Chinesen sind wie du, macht sie das nicht unbedingt über jeden Zweifel erhaben. Gerade in Japan angekommen, hatte ich eine Taiwanesin kennengelernt, mit der ich mich auf Chinesisch unterhalten konnte, wofür ich, der ich des Japanischen noch nicht mächtig war, unendlich dankbar war. Ich redete ohne Unterlass, aber sie verstand im Grunde nicht, wovon ich sprach. Beide waren wir Chinesen, aber unsere „Schauplätze“ lagen zu weit auseinander. War es mit Nagabuchi Tsuyoshi Dragonfly nicht auch so? In der Ära der großen globalen Verschmelzung müssen die Nerven der Schwachen noch feinfühliger werden.

Da haben wir es! Du hast es im Ausland nicht mehr ausgehalten, du bist schwach, dir blieb nur die Rückkehr, du kommst ohne die mütterlichen Brustwarzen der Heimat nicht aus! Das trifft es. In gewisser Hinsicht ist für mich diese Mutter noch unverzichtbarer als für viele andere Entflohene. Während ich zurückgekommen bin, mussten sie nicht zurückkommen; während ich mir nach der Heimkehr den Kopf blutig gestoßen habe, bereitet es ihnen keinerlei Unbehagen, China aus der Ferne über den Klee zu loben und sich so an dem fetten Reibach zu beteiligen, nachdem in China der „Wohlstand“ ausgebrochen ist.

Meine „siegreiche Flucht“ von damals kam in den Augen der anderen einem Karrieresprung gleich, „der Karpfen hat die Drachenstromschnelle übersprungen“, wie man im Chinesischen sagt. Damals hatte ich bereits eine Freundin und alle rechneten damit, dass ich sie fallen lassen würde. Aber das tat ich nicht, ich habe sie rübergeholt. Wenn nun ein Mädchen ins Ausland geht, gehört ihr erst recht die Zukunft, und nun wurde spekuliert, sie würde mir den Laufpass geben. Doch auch das traf nicht ein. Schließlich sind wir als Paar zurückgekommen. Unsere Familien waren etwas ratlos. Das sei wohl wahre Liebe, rühmte uns mancher. Lassen wir die Liebe einmal dahingestellt, die Einsamkeit war indessen definitiv ein Grund. Zurück in China fiel es uns eine Zeit lang schwer, uns fließend auf Chinesisch zu äußern, wir waren zwei, die sich nur untereinander austauschen konnten; und auch im Ausland hatten wir eine gemeinsame Sprache gehabt, die nur uns gehörte: eine Art Japanisch chinesischer Art.

Und wenn wir schon von Liebesdingen sprechen, hat nicht auch die Liebe der Chinesen ihre eigene Art?

Tatsächlich tauchte, während ich im Ausland weilte, irgendwann ein Mädchen mit japanischem Pass in meinem Leben auf. Jeder kann sich vorstellen, was es für mein Visum bedeutet hätte, wenn wir geheiratet hätten. Die Landsleute um mich herum kriegten sich vor Neid gar nicht mehr ein, und das hatte noch einen weiteren Grund: Sie war ein Mischling. Das entspricht einem anderen Wunschtraum der Chinesen: Während die Chinesen die Japaner nämlich bis aufs Blut nicht ausstehen können, verehren sie alles „Ausländische“, so dass seit über hundert Jahren beinahe alle weiblichen Schönheitsideale westlich geprägt sind. Mit der sogenannten „Modernisierung“ ist also eigentlich „Verwestlichung“ gemeint. Japan ist lediglich das „östliche Ausland“. Da die Chinesen das „Ausländische“ in realiter nicht recht vertragen, hat sich eine spezielle ästhetische Vorliebe ausgeprägt: Wegen der idealen Kombination aus Ost und West gelten Mischlinge als das Ideal der Schönheit. Doch ich hatte ja bereits eine Freundin. Natürlich war Treue für das Emigrantenvolk niemals das oberste Gebot. Womöglich war ein anderer Grund entscheidend: Die Japanerin sprach kein Chinesisch. Natürlich konnte ich Japanisch, aber das reichte nur für den Hausgebrauch. Ich hatte einmal eine mit einem Amerikaner verheiratete Freundin gefragt, wie die beiden miteinander kommunizierten. Ihre Antwort: Muss man kommunizieren, wenn man zusammenlebt? Ich hatte eine dumme Frage gestellt. Um sich zu kleiden, zu essen und zu schlafen, um Liebe zu machen oder einen Stadtbummel, bedarf es eigentlich keiner Sprache. Doch wenn zwei zusammen sind, muss man sich außerdem emotional ausdrücken, ganz zu schweigen vom geistigen Austausch. Jedenfalls ist mir das sehr wichtig. Ich sagte ihr, ich sei gerade im Begriff, nach China zurückzukehren, mir seien die Hände gebunden. Jemand, der unfreiwillig „zum Chinesen gemacht wird“ verlässt sich auch in seinem „Menschsein“ auf die „Passivität“.

In einer Studie habe ich einmal gelesen, dass in vielen transnationalen Ehen zwischen China und dem Ausland keine Möglichkeit für einen geistigen Austausch bestehe, sich emotional austauschen zu können, sei schon nicht schlecht. Das tut dem oberflächlichen Glanz natürlich keinen Abbruch. Und solange man keine zu hohen Erwartungen hat, kann auch tatsächlich alles glänzend laufen. Chen Qianhong (陈千红), die Heldin meines Romans, den ich gerade zu Ende schreibe, hat auch so einen glanzvollen Auftritt in der Welt, auch wenn sie mit aller Welt „schläft“, und es auf der Welt unzählige Betten gibt, die ihr gehören. Ein etwas ähnliches Bild gibt auch China auf seinem Weg in die Welt ab, wenn es sich seinen „Erfolg“ zum Preis der Erniedrigung erkauft. Anders als Wang Zhongguo hat Chen Qianhong nicht allzu viele Bücher gelesen und ist deshalb weniger verkopft als dieser. Sie handelt immer instinktiv und intuitiv, sie „folgt ihren Gefühlen“. Weiterzukommen rechtfertigt für sie alles und in ihren Augen bleibt ein „Erfolg“ immer ein „Erfolg“, ganz egal, wie dieser erreicht wurde.

Tatsächlich waren es auch ganz und gar unbelesene „Karayuki-san“, japanische Prostituierte, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Singapur arbeiteten, die den „Erfolg“ Japans in jenen Jahren „erschliefen“. So brachte es Japan fertig, ein Teil der großen internationalen Familie zu werden und irgendwann auch zu den Mächtigen zu gehören.

Hat so gesehen das verfluchte Wissen etwa meine persönliche „Globalisierung“ verhindert? Denn es ist doch so: Wissen setzt Grenzen.

 
Chen Xiwo wurde 1963 Chen Xiwo Chen Xiwo | © Chen Xiwo in Fuzhou geboren. Er ist freier Schriftsteller und lebte von 1989 bis 1994 als Student in Japan. 2007 promovierte er im Bereich vergleichende Literaturwissenschaft und Weltliteratur an der Fuzhou Normal University, wo er auch unterrichtet. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Romane Verbannung, Irritation (übersetzt ins Französische) und verschiedene Erzählungen. In den Jahren 2002 bis 2004 und 2010 wurde Chen für den Chinese Language Literature Media Prize der Tageszeitung Southern Metropolis Daily nominiert, 2006 erhielt er den „Volksliteraturpreis“ der Zeitschrift People’s Literature.