Darstellende Kunst Kai Tuchmann

  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    „Pekinger Stadtgeschichte“ – Ein Dokumentartheaterprojekt von Kai Tuchmann am Penghao Theater
  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    „Pekinger Stadtgeschichte“ – Ein Dokumentartheaterprojekt von Kai Tuchmann am Penghao Theater
  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    „Pekinger Stadtgeschichte“ – Ein Dokumentartheaterprojekt von Kai Tuchmann am Penghao Theater
  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    „Pekinger Stadtgeschichte“ – Ein Dokumentartheaterprojekt von Kai Tuchmann am Penghao Theater
  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    Vortrag “Dokumentartheater als alternative Geschichtsschreibung“ an Zentraler Theaterakademie in Peking
  • Kai Tuchmann © Goethe-Institut China
    Vortrag “Dokumentartheater als alternative Geschichtsschreibung“ an Zentraler Theaterakademie in Peking


Kai Tuchmann studierte Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin. Nach seinem Diplom 2006 inszenierte er u.a. am Maxim Gorki Theater. Von 2006-2008 war er Hausregisseur am Deutschen Nationaltheater Weimar. Unterstützt vom Goethe Institut entwickelte er zwischen 2008 und 2010 im Nahen Osten und in Nordafrika gemeinsam mit Akteuren der Zivilgesellschaft Stücke und Performances (Inszenierungen u.a. am Palästinensischen Nationaltheater Jerusalem und an der Iraker Kunsthochschule Erbil). In dieser Zeit bildete sich Tuchmanns künstlerischer Schwerpunkt aus, der in der Erforschung des Theaters als ein Mittel alternativer Geschichtsschreibung liegt. 2010/11 war Tuchmann leitender Dramaturg am Mainfranken Theater Würzburg und erarbeitetete dort gemeinsam mit Hans-Werner Kroesinger 2012 das Schauspiel „Die Schutzflehenden“. 2012 ging Tuchmann als Fellow der Theaterabteilung an das Graduate Center der City University New York.
 
Seit 2013 entwickelt Tuchmann seine dokumentarische Arbeitsweise vornehmlich in China weiter. Dabei setzt sich Tuchmann stark für einen künstlerischen Austausch zwischen Europa und China ein. Seine in Kooperation mit Caotaiban entstandene Stückentwicklung „The Refuse“ schaffte es 2016 auf die Shortlist des Stückemarkts des Berliner Theatertreffens und seine jüngste Arbeit „Red“, die die Kulturrevolution thematisiert, wurde 2016 von Frie Leysen auf das „Get Lost“ Festival in die Niederlande eingeladen. Außerdem ist Tuchmann vom New Yorker Theaterprofessor Marvin Carlson in das Advisory Board des Marvin Carlson Theatre Centers an der Shanghai Theatre Academy berufen worden und er unterricht an der Central Drama Academy in Beijing.
 
Während seines Aufenthalts in Peking arbeitete er an seinem Dokumentartheaterprojekt „Pekinger Stadtgeschichte“, in dem er untersuchte, inwiefern der digitale Raum des Internets zum Ausgangspunkt einer alternativen Geschichtsschreibung werden kann. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die mit einem Darstellerensemble gemeinsam und gleichberechtigt vollzogene Entwicklung einer Spielfassung aus ausschließlich online veröffentlichten Nachrichten, Kommentaren und Blogs, die die Pekinger Stadtgeschichte thematisieren. Das Ergebnis dieses Projekts wurde in einer Performance „Pekinger Stadtgeschichte“ im Rahmen des „Beijing Nanluoguxiang Theatre Festivals“ am 29. Juni 2013 im Penghao Theater präsentiert. Die Workshopreihe wurde in Kooperation mit Professor Li Yinan und ihren Studenten der Zentralen Theaterakademie realisiert.

 
Folgeprojekte von Kai Tuchmann in China:

 
2014/2015: „RED“
 
2014 feierte das berühmteste chinesische Modell-Ballettstück Das Rote Frauenbataillon sein 50. Jubiläum. Wen Hui, Choreografin, Tänzerin und Gründerin des Living Dance Studios Peking, gehört zu der Generation, die mit den acht Modell-Ballettstücken aufgewachsen ist. Aufgrund ihrer persönlichen Leidenschaft und ihrer Erfahrung mit der Kulturarbeit dieser speziellen Phase der Geschichte entschied sie sich, das Modell-Ballettstück in Form eines Dokumentartheaters neu zu entdecken.
Mit Unterstützung des Goethe-Instituts arbeitet das Living Dance Studio seit 2014 mit Kai Tuchmann an der Produktion von „Red“, einer Neuinterpretation des Roten Frauenbataillons. Dabei wurde der Entstehungsprozess aufgezeichnet und die Identität der Modelloper als politisches Kultursymbol und Teil des kollektiven Bewusstseins während der Kulturrevolution analysiert. So entstand eine Kombination aus dokumentarischem- beziehungsweise Tanztheater. Das Stück „Red“ feierte seine Premiere am 25. Dezember 2015 in der Power Station of Art in Shanghai.
Von August bis September 2016 präsentierte das Living Dance Studio zusammen mit dem Goethe-Institut China das Theaterprojekt „Red“ mit einem vielfältigen Begleitprogramm in Peking.
 
 
2016: „Movies and Cultures“-Workshop
 
Im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Austauschjahres 2016 hat Kai Tuchmann u.a. gemeinsam mit dem berühmten chinesischen Filmemacher Wu Wenguang einen Film- und Theaterworkshop geleitet, in dem sich 15 chinesische und 15 deutsche Jugendliche in Peking begegnet sind und ihre Erfahrungen mit Mitteln des Theaters und Films ausgedrückt haben.
 
 
2016/2017:  Shuihu (水浒)
 
Kai Tuchmann arbeitet gemeinsam mit Li Yinan an der Bearbeitung und Inszenierung der klassische Erzählung „Die Räuber vom Liangschan Moor“. Die Premiere ist für den Mai 2017 geplant.