Diskussion: Verfilmt?
5. Festival des Deutschen Films

Diskussion © hanneshubach

Diskussion „Verfilmt? Ein Blick auf die Entstehung von Literaturverfilmungen“

Ob Marvel Comics, Jane Austen Romane oder das klassische Theater. Die Adaption literarischer Werke oder Theaterstücke ist inzwischen fester Bestandteil des modernen Kinos. Literatur dient als Anleitung für die Entwicklung des nächsten Kinoerfolgs. Doch wie nah arbeiten Regisseure und Schauspieler an den Originaltexten? Inwieweit werden auch die Romanautoren oder Theatermacher in den Entstehungsprozess einbezogen? Und die Literaturfans fragen sich vor allem immer: wie viel vom Original ist im Kinooriginal noch übrig? Der zeitgenössische Literaturfilm ist solchen und ähnlichen Vorwürfen immer noch ausgesetzt, hat sich inzwischen aber auch als eigenständiges Genre etabliert. In diesem Jahr sind im Filmprogramm des 5. Festivals für deutschen Film besonders viele Literatur- und Theateradaptionen zu finden. Gleich dreier unserer Gäste orientierten sich am Text als Vorlage für den Film. Mit Matti Geschonneck, Regisseur des Films In Zeiten des abnehmenden Lichts (nach dem gleichnamigen Montageroman von Eugen Ruge), Lars Kraume, Regisseur des Films Terror – ihr Urteil (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Ferdinand von Schirach) und Frederick Lau, Hauptdarsteller des Spielfilms Simpel (nach dem gleichnamigen Jugendbuch von Marie-Aude Murail) wollen wir diskutieren, was ihre Erfahrungen sind.

Matti Geschonneck © Daniela Incoronato Matti Geschonneck, geboren am 8. Mai 1952 in Potsdam, ist der Sohn des bekannten brechtschen Schauspielers Erwin Geschonneck, welcher auch in der DEFA tätig war.  Er studierte in Moskau am Gerassimow-Institut für Kinematographie (VGIK).  Nachdem er 1978 nach Westdeutschland umzog,  arbeitete er viele Jahre als Regieassistent und sammelte so seine ersten beruflichen Praxiserfahrungen. In den frühen 90ern hatte Geschonneck sein Debut als Regisseur mit dem Mystery-Drama „MOEBIUS“.  Danach widmete er sich eher Fernsehproduktionen zu und drehte über 18 Jahre viele Filme, von denen einige mehrfach mit Awards ausgezeichnet wurden. Sein Thriller „Angst hat eine kalte Hand“ erhielt den Sonderpreis für Regie an der Akademie für Darstellende Künste. Zudem wurde er zweifach mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet, zuletzt 2013  für „DAS ENDE DER NACHT“.  Für die Produktion „EIN GROSSER AUFBRUCH“ gewann er 2015 den Student Jury Award beim Fernsehfilmfestival Baden-Baden und den Golden Kamera Award 2016.

Lars Kraume © players Lars Kraume wurde am 24. Februar 1973 in Chieri in Italien geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Nach seinem Abschluss arbeitete er vorerst als Assistent für verschiedene Fotografen. 1992 drehte er seinen ersten Kurzfilm „3:21“, mit welchem er sich auch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) bewarb. 2001 hatte er mit „VIKTOR VOGEL“ sein Spielfilm-Debut. 2005 folgte ein Dokumentarfilm namens „KEINE LIEDER ÜBER LIEBE“, welcher im Panorama Programm der Berlinale erstmalig aufgeführt wurde. Kraumes darauffolgender Spielfilm „Guten Morgen, Herr Grothe“, ein Drama, welches in einer Schule spielt, feierte 2007 seine Premiere, ebenfalls im Panorama Programm der Berlinale und gewann den Deutschen Fernsehpreis sowie den Grimme-Preis. Im gleichen Jahr wurde er der Mitbegründer von der Filmproduktionsfirma Badlands Film, welche 2010 seinen nächsten Spielfilm „DIE KOMMENDEN TAGE“ produzierte. 2012 verließ Kraume Badlands Film um sich mehr auf seine Arbeit als Autor zu konzentrieren. Zwei Jahre später führte er in den beiden Thrillerfilmen „Dengler – die letzte Flucht“ und „Dengler – am zwölften Tag“(2015) die Regie. Zu letzteren schrieb er auf Grundlage von Wolgang Schorlaus Romanen auch die Drehbücher. Der Film „THE PEOPLE VS FRITZ BAUER“(2015) wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem “Audience Award for Best Picture“ beim Locarno International Film Festival und dem Deutschen Fernsehpreis 2016 in sechs Kategorien.

Frederick Lau © Nadja Klier Frederick Lau wurde 1989 in Berlin geboren und etablierte sich als einer der herausragenden Schauspieler seiner Generation. In Andreas Kleinerts „FREISCHWIMMER“ (2007) spielte er die Hauptrolle. Daraufhin folgte der große Erfolg mit dem Film „Die Welle” (2008).
Er erhielt den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie beste Nebenrolle und den Undine Award in der Kategorie bester Jungdarsteller für seine Rolle als Tim in Dennis Gansels Schuldrama. Zusätzlich erhielt er den  Bayrischen Fernsehpreis für den Film „Neue Vahr Süd“  (2011). Lau’s Talent als Schauspieler wurde durch seine Rolle in Sebastian Schippers „VICTORIA“ auch mit dem Deutschen Fernsehpreis gewürdigt.

Information

Peking

12.11.2017
16:30 Uhr - 18:00 Uhr
Goethe-Institut China (GI)
Deutsch und Chinesisch mit Simultanübersetzung
Moderiert von Xu Feng, Professor an der Department of Film & TV Art, Central Academy of Drama
Freier Eintritt