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Perfect Woman

Perfect woman
Perfect woman | © Peter Lu & Lea Schönfelder, 2014

DE
2014
Computerspiel / Computer game,
PC, Kinect

Was macht sie aus, die Perfect Woman? In Lea Schönfelders und Peter Lus Spiel ringen die Spielenden um Perfektion und verbiegen sich, um – humorvoll übertriebenen – weiblichen Rollenvorstellungen gerecht zu werden. Dabei wird die Metaphorik beim Wort genommen: Mit einer Kinect-Kamera werden die tatsächlichen Bewegungen der Spieler* innen eingefangen und mit den vorgegebenen Posen auf dem Bildschirm synchronisiert. Es entsteht eine Choreographie der Spieler*innen im Ringen und Verrenken um das Kopieren perfekter Vorbilder – sei es die ideale Mutter, das ungewöhnliche Call Girl, die erfolgreiche Außenministerin oder Professorin. Beginnend mit der Darstellung eines Embryos im Mutterleib präsentiert das Spiel in sieben verschiedenen Levels die unterschiedlichen Lebensphasen einer Frau und stellt die Spieler*innen in jeder dieser Phasen vor die Wahl, sich für eine ›Rolle‹ zu entscheiden. So basteln die Spielenden an ihren Biografien und stellen sich ihren perfekten Lebenslauf zusammen. In der Kindheit eine Prinzessin sein, als bei allen beliebte Teenagerin in die Rolle einer Musikerin einer Punkband schlüpfen, als Karrierefrau Staatsgeschäfte lenken, den Lebensabend als alterndes Call Girl verbringen oder nackt mit Knochen im Haar das eigene Matriarchat anführen. Aber: Es ist fast unmöglich, in allen Lebensbereichen immer vollkommen zu sein, zum Beispiel die perfekte Mutter und gleichzeitig die perfekte Karrierefrau zu sein – eine jedoch weit verbreitete Wunschvorstellung. Somit möchte das Spiel Mut machen: »Es ist auch ok, nicht immer perfekt zu sein!«

Perfect Woman – eine Satire über Rollenbilder, über Privilegien, über alltägliche Performances. Mit viel Witz und einem koloristischen, handgezeichneten Gamedesign wird das alltägliche Streben nach Perfektion reflektiert: Als gute Mutter, perfekte Karrierefrau, tolle Liebhaberin und Freundin versuchen Frauen all diesen gesellschaftlichen Vorstellungen gleichermaßen gerecht zu werden. Und obgleich im Spiel ausschließlich ›Frauenrollen‹ fokussiert werden, führen nicht nur Frauen diesen Kampf um Perfektion. Das Spiel adressiert gesellschaftliche Stereotype sowie Identitäts- und Genderkonstruktionen im Allgemeinen. Auch Männer sind genau wie Frauen von Idealvorstellungen umgeben, denen es gilt, gerecht zu werden. Inspiriert wurde Perfect Woman zum einen durch Lea Schönfelders damalige Lebenssituation und ihren Kampf, während eines Stipendien- Aufenthaltes am UCLA Game Lab in Los Angeles allen privaten und beruflichen Erwartungen gerecht zu werden. Zum anderen dienten Fragenkataloge aus Frauenzeitschriften – ›Sind Sie die perfekte Mutter?‹ oder ›Sind Sie eine gute Liebhaberin?‹ – als Vorlage.

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