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Die Teilnehmerinnen

Stella Geppert © privat Stella Geppert
Studierte an der École des Beaux Arts, Paris und Bildende Kunst an der Universität der Künste, Berlin. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen und Arbeitsaufenthalte u.a. in Japan, Frankreich und Dänemark zeichnen ihre Arbeit aus. Seit 2010 lehrt sie bildhauerische und raumbezogene künstlerische Praxis an der University of Art and Design in Halle (Saale).

Sie lebt in Berlin und Halle. Stella Geppert ist eine Art Kommunikationsbildhauerin. Sie begreift Bildhauerei als „Verhältnisforschung“ von verbaler und nonverbaler körperlicher Kommunikation. Einer Feldforscherin gleich untersucht sie die sich bewegenden Dynamiken von Menschen im sozialen und urbanen Raum. In ihren künstlerischen Arbeiten werden sozial räumliche Phänomene und kommunikative Verhaltensweisen in ihrer Unmittelbarkeit skulptural sichtbar. Die sensuelle Fähigkeit des Körpers, sich in den Raum und in den jeweiligen Körper, in das Material, den Stoff und die Substanz „hineindenken“ zu können, ist ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit, der sich mit wesentlichen Fragen der Bildhauerei und der Choreografie verbindet. In ihrer jüngst entstandenen Arbeit beschäftigt sie sich mit einer Art „Archäologie der körperlichen Präsenz“. Körpertechniken, die mit der Intelligenz des Körpers arbeiten, verschränkt sie mit raumtheoretischen Fragestellungen im Hinblick auf Dauer, Wachsamkeit und verbaler und nonverbaler Kommunikation.

Kang Qing
Kang Qing © privat Pflanzen waren schon immer eine Inspiration für Kang Qings künstlerische Arbeit. Die schwankenden Äste der Baumkrone und der leuchtende Horizont auf der anderen Seite des Waldes sind die beiden eindrucksvollsten Bilder, wenn sie jeden Tag durch das Fenster ihres Studios schaut. Pflanzen haben die Fähigkeit, innerhalb der Fensterrahmen zu verschiedenen Jahreszeiten eine identische und gleichzeitig unterschiedliche Landschaft zu erzeugen. Diese Landschaft, kombiniert mit der Erinnerung an das tägliche Wandern durch den Wald, hat möglicherweise einen unterbewussten Einfluss auf ihre Wahl der beiden Hauptthemen ihrer Arbeit gehabt: Pflanzen und Zeit.

„Meine Art, Kunst zu schaffen, entspricht der von einem Gärtner, der erlebt, wie Pflanzenknospen wachsen und blühen. Ich habe die Spannung zwischen Pflanzen und Bildern erlebt, die eine Art Angst verursacht, die sowohl konstruktiv als auch destruktiv für den Produktionsprozess sein kann.“ Kang zitiert diese Erfahrung im Atelier: „Jedes Mal, wenn ich eine neue Schicht niedrigbrennender Glasur auftrage, werden Formen
und Farben entweder abgedeckt oder hervorgebracht. Es schwächt die Darstellung von Pflanzen, hilft Schichten und Zeit zusammenzuführen und stellt gleichzeitig eine ständig fließende Verbindung zwischen den Innenräumen einer Pflanze und der Außenfläche her. Ein solcher Zyklus balanciert die Bilder aus, baut den Charakter im Inneren auf und katapultiert sich schließlich in eine bestimmte Form meiner inneren Landschaft.“

Sie beschloss, Herbarien auf einer ebenen Fläche durch die Magie der Projektion visuell zu präsentieren. Zeit, Regression und Schichten: Das sind die drei Schlüsselelemente in ihrer Kommunikation mit der Bildsprache. Niedrigbrennende Porzellanfarbe kann nach mehreren Bränden verschiedene Schichten außerhalb der Pflanzen, aber innerhalb der Bilder erzeugen. Das Hinzufügen jeder Schicht verändert oder hinterfragt im Namen der Pflanzen ihre Sicht auf den Raum. Ihre Serie von herbarienbezogenen Kunstwerken sind eigentlich weder Herbarien noch reine Bilder. So wie die Herbarien in Schichten übergehen, die aus Zeit und Bildern entstanden sind, beginnt das Aussehen der Pflanzen, eine Form der Abwesenheit zu erzeugen.

Gao Shan © privat Gao Shan
Möchte das Fremde und Unbekannte vielmehr durch konkrete Materialien als mit Symbolen verkörpern. Sie ist bestrebt, die wertvollen Elemente aus den Eigenschaften, der Substanz usw. der Materialien herauszuholen und die Materialien mit Zeit, Raum und Menschen zu verbinden, indem sie eine komplette Neuordnung und Kombination des Restwertes der Materialien mit einer bestimmten menschlichen Bedeutung durchführt, während sie die inhärenten Eigenschaften der Materialien erweitert und so die intrinsische Verbindung zwischen Existenz und Schöpfung aufzeigt.

Die sensible Künstlerin hat den Mut, sich mit seltsamen Dingen auseinanderzusetzen. Unruhe stiftende Dinge verbreiten sich und wachsen und die Entfremdung des Alltagsraums beinhaltet soziologische und philosophische Aussagen, die Angst und Unterdrückung hervorrufen. Die ausgestellten Werke enthalten eine Vielzahl von Elementen und Informationen – Haut und Haare, Wachstum und die Schöpfung, Alltag und Entfremdung, von denen Charaktere und Geschichte, Religion und Mythologie, Tod und Erlösung abgeleitet werden. Die Künstlerin erweitert ihre eigenen künstlerischen Konzepte und Sozialsorgfalt, verbindet den leeren Raum mit biologischer Entfremdung, formt die Interaktion zwischen Zeit und Psychologie, erreicht eine völlig neue Positionierung und Sorgfalt und bietet eine unbekannte Offenbarung.

Nicole Wendel Nicole Wendel © privat
Nicole Wendel, die an der Universität der Künste in Berlin bei Leiko Ikemura studiert hat, verbindet die Zeichen- mit der Performancekunst. Choreographische und improvisatorische Weiterbildungen in den Bereichen Tanz und Performance sowie eine somatische Praxis sind Grundlage ihrer künstlerischen Forschung. In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland untersucht sie Bewegung und transformatorische Qualitäten in Form von Zeichnungen, kollaborativen Performances, Filmen und Fotografien. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Ein Prinzip ihrer Arbeit ist der paradoxe Versuch, Veränderung visuell festzuhalten. Am Transfer von Körper- und Bildraumbewusstsein lotet sie das Verhältnis zwischen der Bewegung im Raum und dem Entstehen eines zweidimensionalen Bildes aus. Dabei manifestiert sich die Zeitlichkeit der Bewegung in Form von mannigfaltigen Linien, die wiederum als eine Art Notation gelesen werden können. Eine sich auflösende Zeitlichkeit, eine Art Raum im Raum, wird in ihren aktuellen Zeichenperformances elementar erlebbar. Aus sich kontinuierlich wiederholenden Abläufen entsteht eine Zeitdehnung, die nicht nur durch die Handlung der Performerinnen selbst, sondern wechselseitig durch die präsente Wahrnehmung der Zuschauer erschaffen und empfunden wird.

Saskia Wendland Saskia Wendland © Birgit Kaulfuss
Studierte Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin und im Anschluss zwei Jahre japanische Kalligrafie in Kyoto. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen national und international zu sehen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Im Zentrum von Saskia Wendlands künstlerischer Praxis stehen einfache Bewegungsabläufe und Gesten. Mittels performativer Wiederholungen geht es in ihrer Kunst um die kontinuierliche Übung einer geistigen Haltung – wie auch um das ständige Zurückkehren in diese Haltung. Linien, Punkte, Striche werden so lange wiederholt, bis sie genug Dichte und Konsistenz gesammelt haben und einen Makrokosmos bilden, in dem die Unendlichkeit nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet ist, wie ein Energiebehälter – ein gezeichneter Genius loci. Ihre Kreiszeichnungen entstehen über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten hinweg, in dem sie ihre endgültige Form annehmen. Sie sind das Ergebnis eines disziplinierten, ritualisierten Arbeitsprozesses. Jeden Morgen und jeden Abend steht Wendland vor einem an der Wand befestigten Blatt Papier, das der Spannweite ihrer Arme entspricht, und zeichnet einen Kreis mit ausgestrecktem Arm.


Zhou Yinchen © privat Zhou Yinchen
Viele von Zhou Yinchens Arbeiten haben einen sehr einzigartigen Stil, der die bewusste Unbestimmtheit zum Ausdruck bringt, die durch die Neugestaltung und Neuorganisation von Fragmenten entsteht. Vergessene Erinnerungen, nicht übereinstimmenden Entitäten und unscharfe Details erscheinen unlogisch zusammengeheftet, aber gerade diese ungeordneten Elemente sind in der Lage, mit der Logik und inneren Wahrheit des Allesseins zu korrelieren. In ihren Bildern bewegen sich Zeit und Raum vor und zurück, während die Erzählung irgendwo unter der Oberfläche und zwischen den Zeilen versteckt ist. Es sind sozusagen die Bilder und Erinnerungen, die ihre Art zu arbeiten definieren.

2017 zeigte die Shanghai Academy of Fine Arts die Ausstellung „Time Depends on Entity“ von Zhou Yinchen, Das Thema ist inspiriert durch den berühmten Ausspruch aus Treatise on the Middle Way, „If time depends on entity, then without an entity how could time exist?” Genau genommen kam diese Werkreihe von Zhou Yinchen durch ihre eigenen Erlebnisse auf einer Bahnfahrt zustande, auf der sie versuchte, die Beziehung zwischen Bildern und Raum zu erfassen und damit verbunden auch die Wesentlichkeit und Unsicherheit der Zeit. Durch Wegnahme, Kopieren und Neuinterpretation der Materialien behielt Zhou Yinchen nur einzelne Bestandteile der Pixelate und verwendete diese als visuelle Fragmente in ihren Gemälden. Als Ergebnis können Kontinuität und Fragmentierung nebeneinander koexistieren. Wasserflaschen, Fenster und anderen Objekte, die auf den Bildern wiederkehren, können an die Bedeutung eines bestimmten Momentes erinnern und zugleich für Veränderungen im Raum und der Sichtweise sorgen sowie neue Episoden und Erinnerungen kreieren.


Iris Dankemeyer © privat Iris Dankemeyer
Studierte Sozialpsychologie und Soziologie in Hannover und Philosophie und Neuere deutsche Literatur in Berlin. Seit dem Ende des Studiums 2008 arbeitet sie als freie Autorin (u.a. für konkret, jungle world, De:Bug, testcard, Brooklyn Rail) mit den Schwerpunkten Musik- und Kulturkritik, sexuelle Befreiung und erotische Emanzipation.

2010 begann sie zusammen mit dem Künstler Ernst Markus Stein eine Konzert- und Performancereihe in Berlin und New York zu organisieren. Seitdem richtete sie zahlreiche Veranstaltung in jeweils eigenem Format aus; beispielsweise die installative Abendrevue „Dreamland. A Night of Spectacle“ für die Julia- Stoschek-Collection Düsseldorf in Kooperation mit der Künstlerin Johanna Daab oder die Inszenierung „Days of the Commune“ als Assistentin von Prof. Zoe Beloff, City University New York. Zuletzt realisierte sie eine Impro-Oper mit 111 Beteiligten auf dem Gelände der Ruine der Oberburg / Stadtmuseum Halle an der Saale. Für das Projekt „Europer“ des C. Rockefeller Center for the Arts Dresden schreibt sie derzeit ein Libretto, das 2020 uraufgeführt wird.

Von 2013 bis 2017 promovierte sie an der Freien Universität Berlin im Bereich Ästhetik mit einer Arbeit über Musik und Erotik. Sie spielt Klavier und Cello. In ihrer akademischen Lehre orientiert sie sich an ihrer kammermusikalischen Praxis – theoretische Texte werden wie musikalische behandelt; zunächst geduldig durchgespielt und werktreu rekonstruiert, um in einem zweiten Schritt von der traditionellen Lesart abzuweichen und eigene Stimmen zu finden und zu variieren. Jedes Seminar versucht vor allem durch gegenseitiges Zuhören zu einer gemeinsamen Interpretation zu gelangen.

Auch außerhalb der Lehre bildet die Musik einen wichtigen Referenz- und Anhaltspunkt für Dankemeyers Zusammenarbeit mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern. Als unsichtbare und immaterielle Zeitkunst tritt die Musik in Dialog mit visuellen Werken und räumlichen Arbeiten.

Die interdisziplinäre Kooperation zählt zu den liebsten Leidenschaften in Dankemeyers Denken. Sie schätzt es, ästhetische Arbeitsprozesse anderer reflexiv zu begleiten. Dabei ist es ihr besonders wichtig, künstlerische Produktionen nicht mit bereits bestehendem Vokabular zu beschreiben, sondern umgekehrt aus der Beschäftigung mit den Kunstwerken neue und eigene Begriffe zu entwickeln. In ihrer freien Zeit erlernt sie bei ihrem Mentor Wittus Witt das altmodische und hoffnungsfrohe Handwerk der Zauberei.

Yang Junlei © privat Yang Junlei
Yang Junlei ist Professorin für Bildende Kunst und Filmtheorie sowie Tutorin für Promovierende an der Fudan-Universität. Außerdem ist sie Forscherin des „Advanced Innovation Center for Future Visual Entertainment“ an der Beijing Film Academy. Ihre Schwerpunkte liegen auf visueller Kulturwissenschaft, Filmästhetik und westlicher Kunst- und Literaturtheorie.

Sie erhielt ihren Masterabschluss und ihre Promotion im Bereich Kunst- und Literaturtheorie. Ihre wissenschaftliche Arbeit umfasst Lehre und Forschung. Darüber hinaus veröffentlicht sie theoretische Forschungsartikel und Rezensionen über kulturelle Phänomene. Yang Junlei kommentiert und erforscht visuelle Ausstellungen, Performances, Events usw. Zu ihrem akademischen Engagement zählen: Mitglied des Beratungskomitees für Bildung in der Drama- und Filmwissenschaft, Chinesisches Bildungsministerium (2018-2022); Mitglied des Entwicklungszentrums für akademische Abschlüsse und Graduiertenbildung, Chinesisches Bildungsministerium; Mitglied des Nationalen Fonds für Sozialwissenschaften; Mitglied der Expertendatenbank für Filmkultur, Verwaltungsamt für Sport China; Beiratsmitglied des Film Review Komitees; Mitglied der Auswahljury des Golden Goblet Filmpreises, Internationales Filmfestival Shanghai; Beiratsmitglied der Shanghai Film Critics Society, Mitglied der Redaktionsleitung von Cultural Industry, Gutachterin für das Journal of Shanghai Jiaotong University (sozialwissenschaftliche Ausgabe), Social Sciences in Nanjing und Academic Forum. Für ihre Arbeit erhielt sie u.a. folgende Auszeichnungen: Absolventin des New Century Outstanding Talents Support Program, Bildungsministerium China; Shanghai Shuguang Stipendiatin, Stipendiatin der Fudan Guanghua Geisteswissenschaften, Absolventin des Exzellenzprogrammes der Fudan-Universität.

Zhang Ting © privat Zhang Ting
Zhang Ting ist Dozentin an der China Academy of Art. Seit 2001 lehrte sie am Designinstitut Shanghai und wechselte 2018 zur Hochschule für Design und Innovation in Hangzhou, die der China Academy of Art zugehörig ist. Derzeit ist sie Doktorandin in Kunstgeschichte und Museumskunde an der Akademie der bildenden Künste Shanghai und als selbstständige Kuratorin tätig. Sie ist ebenfalls Mitglied des Shanghaier Künstlerverbandes und Geschäftsführerin der von ihr gegründeten Shanghai Monumental Culture Communication Ltd. Co.

Von Zhang Ting kuratierte und co-kuratierte Ausstellungen wurden national sowie international gezeigt, so unter anderem: China Import Direct—Videos from Chinese Young Artists, begleitende Ausstellung zur Auckland Kunstmesse 2019; Material Consequences--Ceramic Art from China, Norway, Denmark and Canada, Kunstgarasjen-Bergen Norwegen, 2018; 4th Documentary Exhibition of Fine Arts\STRESS FIELD, Hubei Kunstmuseum / Zentrum für Literatur über bildende Künste, 2017; Nachwuchstalente-Biennale in Köln, Deutschland, 2016; Wall, No Walls, United Art Museum, Wuhan, 2016; The Artist is not Present, Art is Present, Internationale Kunststiftung Wu Zuoren, 2015; Wild Heart--An Art Exhibition of German Neo-Expressionism since 1960s, China Kunstmuseum, Shanghai, 2014; Dazzling: Exhibition of Italian Expressive Arts in the Second Half of the 20th  Century, China Kunstmuseum, Shanghai, 2014; Extend Your Fist: Paintings Exhibits of Ecuadorian Master Oswaldo Guayasamin, China Kunstmuseum, Shanghai, 2014; Reading People-the 3rd Shanghai International Printmaking Exhibition, China Kunstmuseum, Shanghai, 2014; Congratulations from the World--Exhibition for the World Art Treasure, China Kunstmuseum, Shanghai, 2012.

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