Ausstellung im „Grey Cube“: Silent Playground von Susanne Weirich

Silent Playground, Videoinstallation
©2005 Susanne Weirich | VG Bild-Kunst, Bonn

Goethe-Institut Peking in „798”

Eröffnung: 09.03.2019, 16:00
Dauer der Ausstellung: 09.03.2019-31.03.2019, 12:00 – 18:00, Montag geschlossen
Künstlerin: Susanne Weirich
Ort: Goethe-Institut China (Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District, Beijing)
Eintritt frei
 
Das Genre der Survival-Computergames basiert auf dem Überlebenskampf und dem ausweglosen Umherirren des Avatars in einem virtuellen Labyrinth. Vom 9. Bis zum 31. März präsentiert das Goethe-Institut China die Installation „Silent Playground“ von Susanne Weirich: Die Künstlerin macht das digitale Medium Computergame zum erfahrbaren künstlerischen Material und konfrontiert den realen Besucher mittels dieses Spiels mit der Frage „Wo bin ich?“.

 

 „Silent Playground erzählt vom Überleben im virtuellen Raum. Es übersetzt die digitale Welt der PlayStation in die physische Wirklichkeit.“  

(Karin Bruns, in: ‚Searchviews, Schweigende Spielgründe: Play und Replay)


Die sechs entstandenen Filmsequenzen orientieren sich an der narrativen Logik und dem Setting von Computerspielen des Survival-Genres wie beispielsweise Project Zero oder Silent Hill 3. Jede Sequenz hat – bezeichnend für die binäre Logik dieser Spiele – zwei verschiedene Enden. In den Ausstellungs- räumen laufen die Sequenzen auf sechs unterschiedlichen Screens, jeweils mit alternierenden Enden.

Silent Playground nähert sich dem Genre der Survival-Computergames an, indem es die Spielsituationen im realen Raum mit einer Schauspielerin simuliert. Von einer Steadicam in unterschiedlichen Situation verfolgt, wird Inga Busch als identifikatorische Spielfigur zu einem hyperrealistischen Avatar. Das Filmmaterial bewegt sich bewusst zwischen Spielfilm- und PlayStation-Ästhetik – Anspielungen auf Filmmotive bieten Raum für weitverzweigtes Assoziationsspiel. Der Ausstellungsort wird zu einem Spielparcours: Das Setting und die Identifikation mit dem Avatar lassen den Besucher selbst Teil des Spiels werden.

Die Installation Silent Playground wurde unter anderem bereits in Berlin, Mailand und New York gezeigt. Inszeniert wurde sie von Susanne Weirich in einer Berliner Hotelsuite. Hauptdarstellerin und Verkörperung des Avatars „Heather“ ist die Film- und Theaterschauspielerin Inga Busch.

Susanne Weirich © Susanne Weirich

Susanne Weirich lebt und arbeitet in Berlin und Essen. Von 1984 bis 1990 studierte sie in Münster Literaturwissenschaft und Freie Kunst. Sie lehrte an der HFBK Hamburg und dem Pasadena Art Center, LA. Seit 2011 hat sie die Professur für Dreidimensionales Gestalten und Medien am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen inne und ist seit 2012 Gastprofessorin der Chengdu Academy of Fine Arts. Seit 2000 ist sie Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

Für ihre Projekte erhielt sie verschiedene Auszeichnungen wie beispielsweise jeweils das Medienkunststipendium vom Edith Russ Haus für Medienkunst, Oldenburg (2000) sowie des Landes NRW (2008), außerdem wurde sie als Residenzkünstlerin von Artists’ Residence Herzliya in Tel Aviv (2010) ausgewählt. Das Kunsthaus Zürich richtete bereits 1999 eine Werkschau ihrer Arbeiten aus. Ihre Installationen waren international zudem in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen – dazu zählen unter anderem Tokyo Rose (Nationalgalerie Berlin, 1999), Angels in Chains (Hamburger Kunsthalle, 2006), Chinese Boxes (2014, Essen), und La Riffa (2017, Braunschweig). Im Jahr 2014 kam zudem der von ihr gemeinsam mit Robert Bramkamp produzierte Film Art Girls bundesweit in die Kinos.

Details

Goethe-Institut Peking in „798”

Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Preis: Eintritt frei