Filmvorführung & Forum
Filmvorführung „Die Sonneninsel“ und Forum anlässlich des Todestages von Thomas Elsaesser

„Die Sonneninsel“
© Peking-Universität

Goethe-Institut Peking in „798”

Anlässlich des ersten Todestages des renommierten deutschen Filmhistorikers und Filmtheoretikers Prof. Thomas Elsaesser zeigt das Goethe-Institut China am 5. Dezember 2020 Elsaessers Essayfilm „Die Sonneninsel“ und lädt mehrere Wissenschaftler*innen zu einem Gespräch über Elsaesser Werk und seinen Film ein.
 
Thomas Elsaesser wurde 1943 in Berlin geboren und war emeritierter Professor der Universität Amsterdam, Niederlande. Er war ein weltweit anerkannter Filmhistoriker und Filmtheoretiker und gilt als führender Vertreter der internationalen Filmwissenschaft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählten die Vorgeschichte des Kinos, die frühe Filmkultur, die europäische Filmgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, das europäische Kunstkino, die deutsche Filmgeschichte, das neue Hollywoodkino, das Avantgardekino sowie Installationskunst, Medientheorie und -geschichte sowie Medienarchäologie.
 
Von 2006 bis 2012 war er Gastprofessor an der Yale University und von 2013 bis 2019 an der Columbia University. Elsaesser hat in seiner über 40-jährigen akademischen Laufbahn über 200 wissenschaftliche Artikel und zwölf wissenschaftliche Bücher publiziert. Jüngste wissenschaftliche Veröffentlichungen: Hollywood heute (2009), Terror und Trauma: Zur Gewalt des Vergangenen in der BRD (2007), (2015), Filmtheorie zur Einführung (mit Malte Hagener, 2008), European Cinema and Continental Philosophy. Film as Thought Experiment (2018).
 
Im Jahr 2017 stellte Thomas Elsaesser seinen ersten Essayfilm als Autor und Regisseur fertig, Die Sonneninsel (The Sun Island, Dokumentarfilm, 74 Minuten), der bis 2018 auf 25 internationalen Filmfestivals gezeigt wurde. Die Sonneninsel ist ein Essayfilm über Zufälle, das fragmentierte Leben und den Ruhm dahinter. Er erzählt zwei miteinander verflochtene Geschichten: zum einen den Werdegang des deutschen modernistischen Architekten Martin Elsaesser (dem Großvater von Thomas Elsaesser), zum anderen die Geschichte von Martin Elsaesser und der Architektur, aber diesmal als höchst persönliche Geschichte.

Es ist ein Familienfilm über Liebe und Leidenschaft, Freundschaft und Trauer und besteht hauptsächlich aus Found Footage aus den Super-8-mm-Heimvideos von Martin Elsaessers Sohn, Hans-Peter. Er dokumentiert Frankfurt und Berlin zwischen den beiden Weltkriegen, während des Zweiten Weltkriegs und bis heute. Dazu kommt Geschichte der von Martin Elsaessers entworfenen Frankfurter Großmarkthalle, einem im internationalen Stil errichteten architektonischen Wahrzeichen, im Besonderen die Zeit vor und nach deren Übernahme durch die Europäische Zentralbank. Die Sonneninsel ist auch ein Film über die Ursprünge der grünen Bewegung: Er handelt von Recycling, Nachhaltigkeit und dem Leben in Isolation, lange bevor diese Konzepte tatsächlich erfunden wurden.
 
Im Dezember 2019 wurde Professor Elsaesser zu einer Reihe von akademischen Veranstaltungen nach Peking eingeladen, darunter Referate, Forumsdiskussionen, Vorträge und Filmvorführungen. Am Abend des 3. Dezember zeigte Elsaesser den Essayfilm Die Sonneninsel, bei dem er Regie geführt hatte, und diskutierte nach der Vorführung ausführlich mit dem Publikum. Am darauffolgenden Morgen starb Thomas Elsaesser friedlich im Schlaf. Viele chinesische Forscher*innen waren zutiefst betrübt und bedauerten den Tod von Professor Elsaesser während seines Aufenthalts in China. Zu seinen Ehren haben chinesische Wissenschaftler*innen mehr als ein Dutzend Papers, Interviews und andere Artikel übersetzt und veröffentlicht, um seine intellektuellen Leistungen bekannt zu machen und zu studieren.
 
Am 5. Dezember 2020, dem ersten Todestag von Thomas Elsaesser, möchten wir diesem geschätzten Gelehrten mit einer weiteren Vorführung seines Films Die Sonneninsel und einem akademischen Forum gedenken.
 

Filmvorführung „Die Sonneninsel“ und Forum anlässlich des Todestages von Thomas Elsaesser
 
Zeit: 5. Dezember 2020, 18:00 Uhr (Screening), 19:20 Uhr (Forum)
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Beijing
Gäste: Li Yang (Filmkritiker), Tang Hongfeng (Kunsthistorikerin), Yang Beichen (Kurator), Xiao Xi (Wissenschaftlerin), Wang Hongzhe (Wissenschaftler), Ma Wentao (Kurator)
Sprache des Films: Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Sprache bei der Diskussion: Chinesisch
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Bonus: Vor Ort vergibt der Veranstalter einige Gratis-Exemplare einer vom Veranstalter herausgegebenen Sammlung ausgewählter theoretischer Artikel von Thomas Elsaesser in chinesischer Übersetzung. Die verfügbaren Exemplare werden in der Reihenfolge des Eintreffens an die Teilnehmer*innen vergeben.
 

Details

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Preis: Teilnahme auf Anmeldung