2018: Peking Wie gehen wir mit Konflikten um?

Beijing International Studies University (BISU)
Beijing International Studies University (BISU) | © Goethe-Institut China

Wie gehen wir mit Konflikten um? Unter diesem Motto stand der diesjährige Nationale Debattierwettbewerb für chinesische Germanistikstudierende, der auch integraler Teil der Feierlichkeiten zum 30. Jubiläums des Goethe-Institut Chinas war.

 


Bereits zum 11. Mal trafen sich Studierende von 48 Germanistikabteilungen aus ganz China, um an zwei Tagen zu verschiedenen Themen mit- und auch gegeneinander zu debattieren. Gastgeber war in diesem Jahr die Beijing International Studies University.

Was im Jahr 2007 als gemeinsame Idee des Goethe-Instituts China und des Anleitungskomitees für Germanistik des chinesischen Bildungsministeriums seinen Anfang fand, ist seitdem zu einem festen Bestandteil des Kalenders für die Germanistikabteilungen in ganz China geworden. In der Bildungskooperation zwischen Deutschland und China ist der Debattierwettbewerb damit eine besondere Erfolgsgeschichte. „Die angenehme, aufrichtige, vertrauensvolle und hoch effiziente Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten ist ein vorbildliches Exemplar für chinesisch-deutsche Teamarbeit“, sagt Herr Prof. Dr. JIA Wenjian, Leiter des Anleitungskomitees für Germanistik.

Durch die Beteiligung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), der Deutschen Auslandsvertretung und eines wichtigen chinesischen Lehrbuchverlags verbindet der Wettbewerb auch andere Akteure in der chinesischen Bildungslandschaft miteinander.

„Der Debattierwettbewerb, dies kann man wohl inzwischen sagen, besitzt Tradition und ist Ausdruck der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut Peking und dem Anleitungskomitee für Germanistik sowie der gesamten Germanistik in China!“ - sagt Clemens Treter, Leiter des Goethe-Instituts China.

Da der Wettbewerb an jährlich wechselnden chinesischen Hochschulen stattfindet, bietet er auch den Hochschulen eine einzigartige Plattform, sich den Germanistikabteilungen im ganzen Land zu präsentieren.

In diesem Jahr nutzte Beijing International Studies University (BISU) diese Gelegenheit und empfing die Teilnehmenden im großen Saal ihres Hauptgebäudes. Am Wochenende des 10. und 11. Novembers versammelten sich insgesamt 96 Studierende von 48 Hochschulen gemeinsam mit ihren Begleitlehrkräften auf dem Campus der BISU. Bis zum Halbfinale wurden die bereits im Voraus bekannten Themen debattiert, die Teilnehmenden präsentierten nicht nur ihre exzellenten Deutschkenntnisse, sondern auch umfangreiches Wissen, das sie durch die intensive Vorbereitung erworben hatten. Doch auch bei den vorher unbekannten Themen der Halbfinale und des Finales blieben die Argumente nicht aus. Bis zum finalen Höhepunkt des Debattierwettbewerbs präsentierten alle Teilnehmenden lebendige Debatten.

Die unabhängige Jury aus chinesischen und deutschen Expertinnen und Experten bewertete nicht nur die Deutschkenntnisse der Studierenden, sondern auch weitere Kriterien, wie den Gesprächsstil, Sachkenntnis, Teamarbeit, Gestus, Aussprache, Intonation wie auch die Überzeugungskraft und das Ausdrucksvermögen.

Das große Finale bestritten das Team der Shanghai Jiaotong University bestehend aus Frau XIA Ruoting und Herrn YE Yuchen und das Team aus der Beijing Foreign Studies University bestehend aus Frau LIN Mengyuan und Herrn XU Zeming. Nach einer heißen Debatte um die Frage „Sind landesweite Sonderverkaufsaktionen wie z.B. „Shuang 11" ein Verkaufstrick der Wirtschaft?" gab es zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs ein Unentschieden. Nach Beratungen der Jury debattierten die Finalistinnen und Finalisten ein weiteres Mal über das Thema „Soll an allen Hochschulen ein Auslandssemester obligatorisch eingeführt werden?"

Schließlich konnte das Team der Shanghai Jiaotong University den Meistertitel für sich erringen und gewann damit ein Stipendium für einen einmonatigen Sprachkurs an einem Goethe-Institut in Deutschland. Aber auch die Vizemeister aus Beijing können sich über einen vom DAAD gesponserten Sommerkurs in Deutschland freuen. Die Sonderpreise für die beste Aussprache, die höchste Überzeugungskraft sowie die Titel der besten Debattiererin und des besten Debattierers erhielten Studierende der Fudan University und der Ocean University of China.

Gewinner Liste 2018 Gewinner Liste 2018 | © Goethe-Institut China