Ein Erfahrungsbericht: Überzeugen kann, wer zuhört.

©Lu Qixi (卢栖西)

Die Gewinner des 8. Nationalen Debattierwettbewerbes für Germanistikstudierende berichten von ihren Erfahrungen. Sie sind Du Jing, Germanistikstudentin mit Interesse an Literatur, deren größte Freiheit aus Lesen, Tee und Musik besteht, und Bao Zhiwen, ein aktiver Student, der sich für soziale Aktivitäten engagiert.
 

Vor dem Semesterbeginn haben wir alle eine E-Mail über den nationalen Debattierwettbewerb bekommen und als wir in der Universität ankamen, hatten sich schon zehn Studierende angemeldet. Durch eine heftige Vorauswahl, in der wir gegeneinander debattieren sollten, wurde entschieden, welche zwei Leute die Deutschabteilung vertreten könnten. So wussten wir erst Ende September Bescheid, dass wir die Gelegenheit bekämen. Dann begann das Training. Der Anfang war sogar ein bisschen enttäuschend, denn obwohl wir uns sehr für Rhetorik interessieren, nehmen wir uns selbst nicht als den Typ wahr, der gut argumentieren kann.
 
Jede Woche bekamen wir ein Thema. Nachdem wir uns darüber genau informiert und ausgetauscht hatten, fingen wir an, mit unserem Dozenten Herrn Dr. Kühnel zu debattieren. Obwohl wir über viele Daten und Beispiele verfügten, fiel es uns schwer, eigene Argumente überzeugend darzubringen, denn uns fehlten Techniken und Strategien. Zehn Tage vor dem Wettbewerb begannen wir, die richtigen Themen zu behandeln. Wir müssen unseren Betreuern danken - bei der Vorbereitung haben wir uns mit den Einzelheiten der Debatte tiefgehend auseinandergesetzt. Außerdem haben wir auch gemeinsam mit Kommilitonen Brainstormings durchgeführt.
 
Als wir zum ersten Mal in den Warteraum gingen, war unsere Aufregung auf dem Höhepunkt. Aber vor der Debatte war sie erstaunlicherweise weg und wir freuten uns auf die vielen Zuhörer. Die Themen von Halbfinale und Finale sind zwar unvorbereitet, aber sie waren uns auch vertraut, da sie sich auf unser Alltagsleben bezogen. Wir mussten sehr spontan debattieren und unsere Meinung aus eigenen Erfahrungen äußern. Bei der Finaldebatte hatten wir das Thema „Soll GuoXue zum Pflichtfach werden?“. Als Pro-Seite dachten wir sofort an das Motto unserer Uni, „Als Fremdsprachenlerner sollen wir China die Welt vorstellen, der Welt China vorstellen“, und wir glauben, dass wir uns dank dieser Einstellung auch durchgesetzt haben.

Die Deutschabteilung der Beijing Foreign Studies University hat über den Wettbewerb berichtet und einige Themen wurden weiter unter Studenten diskutiert. Sie haben uns auch zum Nachdenken angeregt. Von der Debatte haben wir gelernt: wenn man die anderen überzeugen will, muss man zuerst zuhören. Es geht nicht nur um die schöneren Worte, sondern auch um gegenseitiges Verständnis.
 
Zuletzt möchten wir uns beim Goethe-Institut und allen, die sich für den Wettbewerb engagiert haben, bedanken. Sie haben ein schönes Event veranstaltet, und bieten uns eine Chance, Deutsch auf eine sehr interessante Weise anzuwenden. Auch ohne unsere Betreuer hätten wir es nie geschafft, die vor dem Wettbewerb, währenddessen, und auch bei Rückkehr gut für uns gesorgt haben. Was mir auch Spaß gemacht hat, ist, dass wir Teilnehmer inzwischen auch befreundet sind. Wir trafen alte Bekannte, die wir bei vorigen Wettbewerben kennen gelernt haben, und auch neue Freunde, mit denen wir anlässlich dieses Wettbewerbs Freundschaft schließen konnten. Wenn man den Spaß des Redens haben will, können wir Ihnen das Debattieren empfehlen, denn abgesehen vom Ergebnis ist die Erfahrung wertvoll.