Konzert Simon Rattle dirigiert „Petruschka“

Digital Concert Hall, Berliner Philharmoniker © Berliner Philharmoniker

Sa, 13.01.2018

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Mit einer Einführung durch den Komponisten Xie Xin in chinesischer Sprache
Zeit: 13.01.2017, 14:00 – 16:00
Ort: Goethe-Institut China
Partner: Berliner Philharmoniker
Dirigent: Simon Rattle
 
Programm:
Igor Strawinsky: Petruschka (revidierte Fassung von 1947) (36 Min.)
Unsuk Chin: Chorós Chordón (Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker) (13 Min.)
Sergej Rachmaninow: Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 44  (43 Min.)
Interview: Unsuk Chin im Gespräch mit Eva-Maria Tomasi (Deutsch mit englischen Untertiteln) (18 Min.)
 
2018 setzt das Goethe-Institut China die Veranstaltungsreihe „Digital Concert Hall“ der Berliner Philharmoniker fort. In unregelmäßigen Abständen laden wir Sie ein, musikalische Höhepunkte aus dem Konzertarchiv der Berliner Philharmoniker in bester Qualität und mit Einführungen durch chinesische Komponisten und Musikwissenschaftler zu genießen.
 
Den Auftakt bildet das von Sir Simon Rattle im November 2017 dirigierte russische Programm für die Tour der Berliner Philharmoniker nach Asien. Dieses Programm unterstreicht die unterschiedlichsten Qualitäten des Orchesters. So erfordert Igor Strawinskys „Petruschka“ intensive Farben und komprimierte Energie, während in Rachmaninows Dritter Symphonie Wärme und weiter Atem zählen. Dazu gibt es ein neues Werk der koreanischen Komponistin Unsuk Chin.
 
„Petruschka“ ist ein Stück, das Strawinsky unmittelbar nach dem grandiosen Erfolg seines ersten Balletts „Der Feuervogel“ geschrieben hat. Ursprünglich als Konzertstück für Klavier und Orchester gedacht, kam dem Komponisten bei der Arbeit „die hartnäckige Vorstellung einer Gliederpuppe, die plötzlich Leben gewinnt und durch das teuflische Arpeggio ihrer Sprünge die Geduld des Orchesters so sehr erschöpft“. Strawinsky schuf eine sehr plastische und gestische Musik, er bedient sich dabei einer Montagetechnik, in der er Versatzstücke aus russischen Volksliedern, Tänzen und Schlagern sowie prägnante Motive und Melodieeinheiten zu einer eigenen, mitreißenden Klangsprache zusammenfügt.
 
Ebenfalls – wenn auch auf ganz andere Weise – ist Sergej Rachmaninows Dritte Symphonie in der russischen Musiktradition verwurzelt. Mit seinen wehmütigen, klagenden Themen, seiner tänzerischen Rhythmik und seinen zahlreichen musikalischen Anspielungen gilt das Werk als Summe der spätromantischen russischen Symphonik.
 
Zwischen den Kompositionen der beiden Russen reicht Simon Rattle eine musikalische „Tapa“: die Uraufführung eines neuen, kurzen Stücks der in Berlin lebenden Südkoreanerin Unsuk Chin, das im Rahmen der Auftragskompositionen entstand, zu denen der philharmonische Chefdirigent bedeutende zeitgenössische Komponisten eingeladen hat.
 
Xie Xin

XIE Xin wurde 1982 in Wuchang im nordöstlichen China geboren. Von 1995 bis 2001 besuchte er die Musikmittelschule des Zentralkonservatorium Pekings, wo er das Hauptfach Komposition belegte. Von 2001 bis 2006 studierte er bei JIA Guoping am Zentralkonservatorium Komposition und musikalische Analyse. 2007 bis 2010 studierte er Komposition bei Mathias Spahlinger, elektronische Musik bei Orm Finnendahl und Filmmusik bei Cornelius Schwehr an der MH Freiburg. 2011 folgten Studien bei Manfred Trojahn in Düsseldorf, die er mit Konzertexamen abschloss.

XIE Xin erhielt diverse Auszeichnungen, u.a. den 1. Preis des Frankreich-China Kompositionswettbewerbs für junge Komponisten (2004) und einen Preis des internationalen Kompositonswettbewerbs „Leibniz‘ Harmonien“ in der Kategorie „Solo-Instrument“. XIE Xin arbeitete u.a. mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin, dem Ensemble recherche, dem Ensemble Courage und dem Ensemble Musikfabrik. Seit 2013 lebt er in Peking und arbeitet dort als freiberuflicher Komponist. Außerdem schreibt er Filmmusik für Kino und Fernsehen.
 

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