Podiumsdiskussion Wirkung und Funktion von Theaterkritik in Deutschland

Five Easy Pieces Foto: Phile Deprez

Di, 10.07.2018

19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Abteilung Kultur und Bildung

Theaterkritiker*innen im Gespräch über das Theatertreffen Berlin

Zeit: 10.07.2018, 19:00 - 21:00
Ort: Abteilung Kultur und Bildung des Deutschen Generalkonsulats Shanghai
Gäste: Shirin Sojitrawalla (Theaterkritikerin und Jurymitglied beim Theatertreffen), Christian Rakow (Redakteur von „nachtkritik.de“, Jurymitglied Theatertreffen), CHEN Tian (Theaterkritikerin und Professorin an der Universität Nanjing), HUANG Jiadai (Shanghai Dramatic Arts Center und Programmdirektorin des ACT Shanghai International Theater Festival)
Sprache: Deutsch, Chinesisch, Ausleihe der Simultanempfänger nur gegen gültigen Personalausweis
Eintritt frei,  anmeldungspflichtig unter praktikant1@shanghai.goethe.org
 
Jedes Jahr im Mai versammelt das bedeutendste deutsche Theaterfestival Theaterschaffende, Journalist*innen und Gäste aus der ganzen Welt in Berlin. Herzstück des Theatertreffens sind die zehn „bemerkenswertesten Inszenierungen“, die alljährlich von einer unabhängigen Kritiker*innenjury ausgewählt werden. Die derzeitige Jury des Theatertreffens besteht aus sieben Theaterkritiker*innen. Die ehrenamtlichen Juror*innen bleiben maximal drei aufeinanderfolgende Jahre im Amt. Berufen wird die Jury von der Leitung des Theatertreffens und dem Intendanten der Berliner Festspiele. Die Juroren sind Journalisten oder Kritiker aus dem deutschsprachigen Raum. Sie schauen im Jahr rund 400 Produktionen an - jedes Mitglied zwischen 70 und 120 Produktionen - und wählen die zehn bemerkenswertesten Neuproduktionen in mehreren Abstimmungs- und Diskussionsrunden aus.
 
Was sind die Kriterien bei der Wahl der bemerkenswertesten Inszenierungen? Wie funktioniert der Abstimmungsprozess? Inwieweit werden die Aktualität und Realität bei den Produktionen reflektiert? Spiegelt die Auswahl Entwicklungstendenzen innerhalb der deutschsprachigen Theaterszene wider? Wie haben sich die Juror*innen zur Auswahl von 2017 geeinigt, vor allem bei den Produktionen „Five Easy Pieces“ und „Drei Schwestern“?
 
Im Rahmen des „Theatertreffens in China 2018“ lädt die Abteilung Kultur und Bildung des Deutschen Generalkonsulats Shanghai Shirin Sojitrawalla und Christian Rakow, beide Jurymitglieder des Theatertreffens, sowie die chinesischen Theaterkritikerinnen CHEN Tian und HUANG Jiadai zu einem Gespräch ein. Sie werden einen Einblick in die Struktur dieses wichtigen deutschen Theaterfestivals geben und über die Wirkung sowie Funktion der Theaterkritik in Deutschland und China diskutieren.
 
Shirin Sojitrawalla, geboren 1968 in Freiburg im Breisgau, studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Komparatistik. Danach absolvierte sie ein Volontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.  Seit 2000 ist sie als freiberufliche Kulturjournalistin für verschiedene Medien tätig. Hauptsächlich beschäftigt sie sich mit den Bereichen Theater und Literatur, gelegentlich blickt sie aber auch auf Geschehnisse in der bildenden Kunst und im Kino. Zurzeit arbeitet sie vornehmlich für „nachtkritik.de“, die „taz“, „Theater der Zeit“, die „Frankfurter Rundschau“, den Deutschlandfunk und die „Wiener Zeitung“. Sie organisiert Festivals, führt Interviews und moderiert Lesungen.

Christian Rakow, geboren 1976 in Rostock, studierte Germanistik und Philosophie in Rostock, Sheffield und Berlin. 2010 promovierte er in Literaturwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster bei Prof. Dr. Moritz Baßler. Die Dissertation „Die Ökonomien des Realismus – Kulturpoetische Untersuchungen zur Literatur und Volkswirtschaftslehre 1850–1900“ erschien 2013 in den „Schriften zur deutschen Literatur“ bei De Gruyter. Christian Rakow arbeitet als Redakteur von „nachtkritik.de“ und Theaterkritiker u.a. für „Theater heute“ und die „Berliner Zeitung“.
 
CHEN Tian, außerordentliche Professorin an der Fakultät für Theater, Film und Fernsehen an der Nanjing Universität. Sie hat zahlreiche Beiträge über das traditionelle chinesische Theater und darstellende Kunstgattungen sowie über die Pekinger Oper und Kunqu-Oper geschrieben. Chen Tian arbeitet als Theaterkritikerin und stellvertretende Redakteurin von „Stage and Screen Reviews“. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die zeitgenössische westliche Theaterwelt, insbesondere die unabhängige Theaterszene.
 
HUANG Jiadai (Ophelia), Leiterin der Abteilung Internationale Kommunikation im Shanghai Dramatic Arts Center (SDAC) und Programmdirektorin des ACT Shanghai International Theater Festival, das jährliche Festival von SDAC für darstellende Künste, das an sechs verschiedenen Spielstätten stattfindet. Aufgrund ihres großen Interesses an kulturpolitischen Themen  engagiert sich Ophelia stark  in der darstellenden Kunst und der internationalen kulturellen Zusammenarbeit in China. Ihre professionelle Karriere begann sie als Kunstjournalistin und Redakteurin bei einem der einflussreichsten Kunstmagazine in China. Von 2003 bis 2006 leitete sie Artist Links, ein Pionierprojekt des Arts Council England / British Council für den künstlerischen Austausch zwischen China und Großbritannien. Danach arbeitete sie für das British Council im Bereich der Planung und Leitung von Kunstprojekten in China, bevor sie sich dem Shanghai Dramatic Arts Center anschloss. Jetzt ist sie verantwortlich für das ACT Shanghai International Theater Festival sowie für die internationalen Kooperationen  des SDAC an seinen verschiedenen Veranstaltungsorten. Daneben ist sie auch als Schriftstellerin, Dramaturgin und Performancekünstlerin tätig. Sie studierte an der University of Warwick (UK) und absolvierte ein Masterstudium in Kunsttheorien an der Universität der Künste in Belgrad (Serbien).
 

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