Performance und Ausstellung von Axel Malik Bibliothek der unlesbaren Zeichen

Bibliothek der unlesbaren Zeichen ©Axel Malik

Mi, 14.11.2018 -
Mo, 31.12.2018

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Ist es möglich, ohne Sprache zu denken? Was ist das Verhältnis zwischen Schreiben, Zeichen, Form und Bedeutung? Aus Anlass seines 30. Jubiläums lädt das Goethe-Instituts China den deutschen Künstler Axel Malik ein, sein Projekt „Bibliothek der unlesbaren Zeichen“ an beiden Bibliotheken des Goethe-Instituts in Peking zu präsentieren. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Begriffe Schrift und Schreiben sowie Zeichen und Text. Mit seinen Zeichen-Interventionen und Performances eröffnet Malik ungewöhnliche Perspektiven und neue Wahrnehmungen auf Schrift, Lesen und Schreiben. Die Installationen an beiden Orten sind bis zum 31. Dezember 2018 zu sehen.
 

Seit 1989 schreibt Axel Malik täglich, zunächst in Tagebüchern, dann auch auf Leinwände. Millionen von komplexen, zeichenartigen Schreibspuren, erfasst in mehr als 140 Bänden mit insgesamt über 30.000 Seiten, sowie auf großformatigen Leinwänden, dokumentieren ein Projekt, das Malik als skripturale Methode bezeichnet.
 
Lesbar ist das nicht, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Die Schriftzeichen haben keinerlei Bezugspunkt, sind nicht Symbol, beruhen auf keinem Code, haben keinen Verweis- oder Hinweischarakter. Merkwürdig und auffällig: Keines der Zeichen kommt zweimal vor, jedes ist von individueller, unverwechselbarer und einzigartiger Setzung und Gestalt. In der Summe formatieren die Zeichen einen unlesbaren Text, der semantisch leer ist und gleichzeitig eine differenzierte strukturelle Sprache erzeugt.
 
Maliks komplexe Linien formen eine expansive Matrix im Niemandsland zwischen Schrift und Malerei. Der Schreibprozess wird als eine sich ausdifferenzierende Bewegungssphäre thematisiert. Die inhomogenen Dynamiken und die unberechenbare Potentialität der Schreib-Bewegung selbst, um diese Realität geht es. Malik sagt: „In dem Moment, wo man das Schreiben semantisch entkernt, implodiert die Schreibbewegung und die Abwesenheit der Dinge kehrt als eine verdichtete Gegenwart, als eine expandierende Intensität des Augenblicks in die Zeichen selbst zurück.“ Video-Installationen, Schreib-Performances und akustische Archive mit Schreibgeräuschen sind wichtiger Teil seines Projektes.
 
Axel Malik lebt und arbeitet in Berlin.
 
 

PROGRAM

Ausstellung von Axel Malik „Bibliothek der unlesbaren Zeichen“

Dauer der Ausstellung: 14/11 – 31/12
Ort: Bibliothek Sprache, Goethe-Institut China (Cyber Tower B)
Eintritt frei
 

Performance und Ausstellung von Axel Malik „Bibliothek der unlesbaren Zeichen“

Zeit: 17/11 & 22/11 Die Performance beginnt an beiden Tagen um 14 Uhr.
Dauer der Ausstellung: 22/11 – 31/12
Ort: Bibliothek, Goethe-Institut China (798)
Eintritt frei

 

Auch von Interesse

Vortrag „Ist es möglich, ohne Sprache zu denken?“

Zeit: 18/11 14:00 – 14:30
Sprecher: Axel Malik (Künstler)
Sprache: Deutsch, Chinesisch
Ort: Bühne, Goethe-Institut China (798)
Eintritt frei
 

Diskussion „Schreiben, Form und die Bedingungen und Grenzen von Bedeutung“

Zeit: 24/11 14:00 – 16:00
Sprecher/Künstler: Axel Malik, Jiao Yingqi, Wang Dongling
Moderation: Maya Kóvskaya
Sprache: Englisch, Chinesisch
Ort: Bühne, Goethe-Institut China (798)
Eintritt frei
 

Zurück