Vorführung mit Einführung Digital Concert Hall Der Berliner Philharmoniker

Digital Concert Hall © Digital Concert Hall

So, 18.11.2018

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 18.11.2018, 8:30 - 10:00
Einführung durch Song En’en (Komponistin, Sound School an der Beijing Film Academy)
Sprache der Einführung: Chinesisch
Ort: Bühne, Goethe-Institut China
Eintritt frei
 
Im Rahmen der „Digital Concert Hall“ laden wir Sie herzlich ein, am 18. November ins Goethe-Institut China in „798“ zu kommen, um musikalische Höhepunkte aus dem Konzertarchiv der Berliner Philharmoniker in bester Qualität zu genießen. Diese musikalische Reise wird nicht nur mit Einführung durch die Komponistin Song En’en begleitet, sondern auch mit einem Frühstück, das wir anlässlich des 30. Jubiläums für Sie speziell vorbereitet haben.
 
Als erfolgreicher zeitgenössischer Komponist wurde Thomas Adès von vielen Komponisten beeinflusst, und sein Meisterwerk, die Oper Powder Her Face, spiegelt dies deutlich wider. Die Oper beschreibt skandalöse Liebesaffären, und das Publikum kann aus der ausdrucksstarken Musik Spuren von Berg, Strawinsky, Britton und anderen heraushören, ja, sogar der Einfluss von Jazz und Tango spürbar.
 
Dieser Komponist ist jedoch nicht der einzige, der verschiedenste Stile zu vereinen mag: Strawinsky, Britton und andere, die ihn beeinflusst haben, haben alle ihren eigenen kreativen Stil und schöpferischen Phasen. Abgesehen von bekannten Meisterwerken wie Le Sacre du Printemps, Feuervogel und Petruschka griff Strawinsky im Klarinettenkonzert Ebony Concerto auch auf die Sprache des Jazz zurück. Den gleichen Ansatz wählte auch Darius Milhaud von der berühmten französischen „Groupe des Six“ für sein Ballett La Création du Monde. Diese Ballettmusik konterkariert das Stereotyp des Verspielte und Frivolen, das in der Vergangenheit die Jazzmusik charakterisierte, und verwendet eine feine, einzigartige Musiksprache, die dem Fusionsstil des Jazz ein neues, ruhigeres Antlitz verleiht.
 
Benjamin Britton hat in seinem Leben eine Reihe von Opern geschaffen, darunter Peter Grimes und The Turn of the Screw. Er hat seinen eigenen eklektischen musikalischen Stil entwickelt und damit die Entwicklung von Kammeropern maßgeblich beeinflusst. Scott Bradleys Tom und Jerry ist nicht nur der bekannte Soundtrack zur gleichnamigen Zeichentrickfilmserie, sondern begründete auch eine ganz neue „dynamische“ Kompositionsmethode“, ja, in seiner mittleren und späteren Phase ließ Bradley sich auch von Schönberg, Bartok, Hindemith, Strawinsky und anderen beeinflussen.
 
Beginnen wir mit Thomas Adès und gehen wir in der Zeit zurück, um Werke dieser Komponisten zu hören, die einen unverwechselbaren Charakter haben und mutig versuchen, Stile zu mischen.
 
 

Das Programm

Thomas Adès: Powder Her Face Suite (1995, 29 Min.)
Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker gemeinsam mit dem Philadelphia Orchestra, Saint Louis Symphony Orchestra, Carnegie Hall, Danish National Symphony Orchestra und London Philharmonic Orchestra
Die um zwei Tänze erweiterte Fassung der Suite aus der Erfolgsoper Powder Her Face (1995) thematisiert das skandalöse Liebesleben und den sozialen Abstieg der Herzogin von Argyll, einer Dame der englischen Gesellschaft. Adès treibt in den Tanzsätzen dieser Oper ein ironisierendes, persiflierendes Spiel mit der populären Musik der 1930er bis 1960er Jahre, der gesellschaftlichen Glanzzeit der Herzogin.
 
Igor Stravinsky: Ebony Concerto für Solo-Klarinette und Jazz-Ensemble (1945, 11 Min)
Klarinette: Andreas Ottensamer
Das Werk wurde 1945 von dem berühmten Jazz-Klarinettisten Woody Herman in Auftrag gegeben, der sich in jener Zeit sehr intensiv mit Jazzstilen beschäftigte. Strawinskys Ebony Concerto gilt als gelungenstes Beispiel für die Synthese von Blues und Symphonik.
 
Darius Milhaud: La Création du Monde, Op. 81, Ballett (1922–23, 17 Min.)
Nicht die Bibel stand Pate für Darius Milhauds Ballettmusik „La Création du monde“, sondern afrikanische Schöpfungsmythen. Unwiderstehlich jazzig geht es in dieser musikalischen Schöpfung zu – und das nicht ohne Grund: Wurde der Jazz, von dem sich Milhaud Zeit seines Lebens angezogen fühlte und kompositorisch inspirieren ließ, doch von Musikern erfunden, deren Vorfahren einst als Sklaven von Afrika in alle Welt verschleppt worden waren.
 
Benjamin Britten: Peter Grimes: Passacaglia (9 Min.)
Schon in seinem Opern-Erstling Peter Grimes hat Benjamin Britten zu einer Musiksprache von bezwingender Dramatik gefunden, die moderne Instrumentation mit traditioneller, melodisch-harmonischer Struktur und raffinierten Klangbildern auf das glücklichste verbindet. Im Zentrum von Brittens bekanntestem Bühnenwerk steht die tragische Geschichte des Fischers Peter Grimes. Der gesellschaftliche Außenseiter und »gemarterte Idealist« wird von den engstirnigen Bewohnern seines Heimatdorfes des Mordes an zwei seiner Lehrjungen bezichtigt und ertränkt sich schließlich auf hoher See.
 
Scott Bradley: Tom and Jerry (9 Min.)
Cartoon-Musik war bis in die 1930er Jahre eine Sammlung bekannter Lieder, die – mit gelegentlichen musikalischen Effekten verbunden – die Handlung unterstützten. Bradley entwickelte eine musikalische Sprache, die eng mit bestimmten Aktionen, Charakteren und Emotionen verbunden war, so dass er große Teile eines Zeichentrickfilms ohne konventionelle Musik schreiben und seine Sammlung musikalischer Metaphern zusammenflechten konnte.
 

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