Vortrag Ist es möglich, ohne Sprache zu denken?

Ist es möglich, ohne Sprache zu denken? Ist es möglich, ohne Sprache zu denken?

So, 18.11.2018

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 18.11.2018, 14:00 - 14:30
Sprecher: Axel Malik (Künstler)
Sprache: Deutsch, Chinesisch
Ort: Bühne, Goethe-Institut China (798)
Eintritt frei
 
Anlässlich des 30. Jubiläums stellt das Goethe-Institut China 30 essentielle Fragen, die auf die Zukunft gerichtet sind und sich mit menschlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigen. Davon werden 10 Fragen in einer Vortragsreihe, die am 17. und 18. November während des „Jubiläumsmarathons“ stattfinden wird, von wichtigen internationalen Wissenschaftlern, Intellektuellen und Künstlern beantwortet.
 
Es ist keine Frage, dass Sprache und Denken eine enge Beziehung haben. Da Sprache und Denken so eng, so produktiv und so stark miteinander agieren und wirken,  kann es manchmal so erscheinen, als ob es gar nichts außerhalb von ihnen gäbe. Es sieht so aus, als ob Sprache immer das Denken braucht und Denken immer die Sprache,  als wären sie beide nicht nur aufeinander eingestimmt, sondern auch aneinander gebunden und aneinander gekettet. Ist das so? Interessant und spannend  kann es werden, wenn man sich an die Ränder, an die Randbereiche und Grenzzonen von Sprache, vom Sprachlichen und vom Denken und dem Zudenkenden  begibt.
 
Kunst ist oft gut darin, allgemeine Überzeugungen, scheinbare Gewißheiten und Verläßlichkeiten in Frage zu stellen und sie auf schöpferische Art mit künstlerischen Mitteln und Methoden in Zweifel zu ziehen. Sie macht das, weil sich dadurch plötzlich neue Räume für die Wahrnehmung und das Erkennen öffnen können. Der Künstler Axel Malik, der in den Räumen des Goethe-Instituts in Peking seine Installation „Bibliothek der unlesbaren Zeichen“ zeigt, wird in seiner Antwort auf die obige Frage, von neuen Räumen, anderen Horizonten und anderen Perspektiven auf die Sprache und das Denken berichten.

Axel Malik © Axel Malik Seit 1989 schreibt Axel Malik täglich, zunächst in Tagebüchern, dann auch auf Leinwände. Millionen von komplexen, zeichenartigen Schreibspuren, erfasst in mehr als 140 Bänden mit insgesamt über 30.000 Seiten, sowie auf großformatigen Leinwänden, dokumentieren ein Projekt, das Malik als skripturale Methode bezeichnet. Lesbar ist das nicht, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Die Schriftzeichen haben keinerlei Bezugspunkt, sind nicht Symbol, beruhen auf keinem Code, haben keinen Verweis- oder Hinweischarakter. Merkwürdig und auffällig: Keines der Zeichen kommt zweimal vor, jedes ist von individueller, unverwechselbarer und einzigartiger Setzung und Gestalt. In der Summe formatieren die Zeichen einen unlesbaren Text, der semantisch leer ist und gleichzeitig eine differenzierte strukturelle Sprache erzeugt. Bibliothek der unlesbaren Zeichen ist der Titel seiner Kunstinstallation mit der er auch im Goethe-Institut Beijing das Thema Schrift und Schreiben, Zeichen und Text in den Mittelpunkt setzt. Mit seinen Zeichen-Interventionen und Performances eröffnet er ungewöhnliche Perspektiven und neue Wahrnehmungen auf Schrift, Lesen und Schreiben. Axel Malik lebt und arbeitet in Berlin.

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