Videovorführung mit Einführung „Woyzeck“ von Georg Büchner

Woyzeck © Sandra Then

So, 16.06.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Woyzeck

Inszenierung von Ulrich Rasche

Zeit: 16.06.2019, 14:30 – 17:30
Produktion: Theater Basel
Einführung durch Margarete Affenzeller (Theaterkritikerin und Jurorin beim Theatertreffen)
Sprache: Deutsch, Chinesisch
Ort: Goethe-Institut China
Eintritt frei
 
Im Rahmen des Theatertreffens in China 2019 präsentieren wir am 15. Juni 2019 eine weitere Inszenierung, die zum Theatertreffen eingeladen wurde, „Woyzeck“ von Georg Büchner, inszeniert von Ulrich Rasche vom Theater Basel. Es folgt eine Einführung durch Margarete Affenzeller, Jurymitglied des Theatertreffens.
 
Georg Büchners zerbrechliches Fragment, eines der bedeutendsten und einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur, basiert auf dem Fall des Soldaten und Friseurs Johann Christian Woyzeck, der seine Geliebte erstach und dafür zum Tode verurteilt wurde. Büchner waren die Fakten des historischen Kriminalfalls bekannt, über den juristische, medizinische und psychologische Gutachten verfasst wurden. Er zeigt einen Eifersuchtsmord und seine Vorgeschichte: Woyzeck, „guter Kerl und armer Teufel“, finanziell an den untersten Rand der Gesellschaft gedrängt, von seinen Vorgesetzten gedemütigt, von der Wissenschaft zum Studienobjekt gemacht, ist dem radikalen Mangel an Empathie seiner Umwelt ausgeliefert. So wird er schuldig, nachdem seine Ängste, Triebe und Begierden obszön aufbrechen. Doch „Woyzeck“ geht weit über den traurigen Einzelfall einer geschundenen Kreatur hinaus. Büchner untersucht am „Subjekt Woyzeck“ die immer gültige Frage unserer Abhängigkeit von gesellschaftlichen Bedingungen, die „ausser uns liegen“, nach sozialen Verhältnissen, individueller Freiheit und schicksalhafter Determination.
 
„Woyzeck lebt innerhalb eines gesellschaftlichen Systems, das von Brutalität geprägt ist, der alle unterliegen, ohne davon zu wissen. Diejenigen, die Woyzeck Gewalt antun, sind selbst im allgemeinen Zusammenhang gefangen. Büchners Fähigkeit, die herrschende Verrohung auch als eine der Sprache darzustellen, steht im Mittelpunkt der Inszenierung. Ein vehement donnernder Rhythmus peitscht über die Sprache der Figuren hinweg. Was Woyzeck bleibt, ist blinde Gewalt, erlebte und ausgeübte.“ Ulrich Rasche
 
Premiere 15. September 2017
Dauer: 3h 15
Eingeladen zum Theatertreffen 2018
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
 
Margarete Affenzeller, geboren 1971 in Freistadt/Oberösterreich. Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Wien. Seit 1997 feste Mitarbeiterin in der Kulturredaktion der österreichischen Tageszeitung der Standard, davon seit 2007 als Redakteurin mit Schwerpunkt Theaterberichterstattung. Mehrjährige Jurytätigkeit u.a. beim Nestroy-Preis sowie beim Ö1-Hörspielpreis. Korrespondentin für die Zeitschrift Theater der Zeit.
 

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