Ausstellung Ausstellung „Whatever works, whatever it takes“

Plakat (Ausschnitt), © Xiao Liu Plakat (Ausschnitt), © Xiao Liu

Sa, 20.07.2019 -
So, 18.08.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Ausstellung „Whatever works, whatever it takes“
Eröffnung: 20.07.2019, 16:00
Eröffnungsperformance: Xiaoshi Qin & Hera Chan
Dauer der Ausstellung: 20.07.2019 – 18.08.2019, 12:00 – 18:00, Montag geschlossen
Künstler*innen: Ryan Kuo, Carolyn Lazard, Monika Uchiyama, Ko Sin Tung, Mak Ying Tung, Yibei Zhang
Kuratorin und Kurator: Zhang Zhihui, Feng Junzuan
Ort: Goethe-Institut China, Grey Cube
Eintritt frei
 
Symposium:
Extrasensory Materialism: Histories of Epistemology, Media, and Art in Socialist and Post-socialist Context

Zeit: 21.07.2019, 13:00 - 16:00
Sprecherinnen und Sprecher:
Prof. Laikwan Pang, Professor an der Department of Cultural and Religious Studies, Chinese University of Hong Kong
Chuan Xu, Doktorand an der Columbia University Department of History
Boya Guo, Doktorandin an der Harvard University Graduate School of Design
Hera Chan, Kuratorin und Autorin
Sprache: Chinesisch, Englisch
Ort: Goethe-Institut China
Eintritt frei 
 
Auf Einladung des Goethe-Instituts China kuratieren Zhang Zhihui und Feng Junyuan für den Grey Cube im Goethe-Institut in „798“  die Ausstellung „Whatever works, whatever it takes“, die vom 20. Juli bis 18. August 2019 zu sehen ist. Die Ausstellung versucht, einen neuen Blick auf unsere digitalisierte, cyborghafte Gegenwart zu werfen, in dem sie das zeitgenössisches Hyper-Engagement in die Technologie historischen und anachronistischen Episoden gegenüberstellt, die die wechselseitige Abhängigkeit von Glauben und Wissen aufzeigen.
 
Die Ausstellung präsentiert billige Materialien, argumentative Software, regionale Übergangslösungen, chimärische Erinnerungen und Schwarmintelligenz. Sie schlägt uns vor, auf die Diskrepanzen und Zusammenhänge in unserer technologisierten Wirklichkeit zu blicken – eine Wirklichkeit, die uns oft nahtlos und zweckorientiert entwickelt erscheint, und so als wäre sie in unserem Alltagsleben allgengewärtig und würde uns ständig überwachen.
 
In Out of Body Experience (2018) zieht Mak Yingtung mit ihren Low-End-5-RMB-Hexereien à la Taobao, der weltgrößten E-Commerce-Plattform, all jene Hochleistungs-„Magie“ ins Lächerliche, die dem Cyberspace mit seiner Instant-Kommunikation über alle physischen Distanzen hinweg eine Gleichheit versprechende, globalisierende Kraft zuschreibt. Indem sie ihren Geist nach Los Angeles schickt, schlägt die Künstlerin der dem uneinlösbaren Versprechen der globalen Mobilität ein Schnippchen: Sie befreit sich dank dieser Magie rhetorisch vom Anspruch der Kunstwelt, ständig rund um die Welt live präsent zu sein.
 
Die dialogische Software OK. (2018) von Ryan Kuo lädt ihre Benutzer ein, sich auf Loops mit Debatten zwischen weißen Menschen einzulassen. Sie verunstaltet die angeblich so schlanke, transparente und neutrale Softwareumgebung und verzerrt die Logik des Codes und die Rationalität der englischen Sprache, bis nur mehr unsinnige Äußerungen übrig sind. Das Konzept der Rasse verwandelt sich in eine Art von Technologie, die nicht nur die Intransparenz und die inhärenten Vorurteile unserer tagtäglich genutzten Software verschleiert, sondern auch die alltägliche Ordnung stört, so dass nicht mehr klar ist, welches Objekt für wen wahrnehmbar ist.
 
Caroly Lazards Consensual Healing ist wie eine fiktionale psychologische Beratung strukturiert. Die Arbeit bezieht sich auf die Erzählung Bloodchild der afro-amerikanischen Sciencefiction-Autorin Octavia Butler und verleiht Begriffspaaren wie Rasse und Verwandtschaft, Symbiose und Sklaverei eine neue Bedeutung.
 
Diese künstlerischen und alltäglichen Objekte und Ereignisse laden das Publikum ein, sich gemeinsam mit den Künstler*innen mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen: Wenn technologischer Fortschritt nicht in der Lage ist, veraltete Systeme und Paradigmen zu erneuern bzw. Fehler und Anomalien durch Iteration, Beschleunigung und Expansion zu eliminieren, sondern im Gegenteil neue Lücken, Grenzen und Spaltungen schafft, in die sich alternative Formen von Intelligenz und Epistemologie einnisten und ihr eigenes Sein entwickeln können – wie können uns dann neue Formen des Imaginierens und Begehrens an andere Orte führen, weg von oder tiefer hinein in die Hegemonie des Informationskapitalismus?

 

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