Gespräch Brecht heute

Trommeln in der Nacht © Julian Baumann

So, 07.07.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 07.07.2019, 14:00 – 15:30
Gäste: Eva Behrendt (Jurorin Theatertreffen, Theaterkritikerin), Shen Lin (Professor an der Central Academy of Drama)
Moderation: Clemens Treter (Institutsleiter, Goethe-Instituts China)
Ort: Goethe-Institut China
Sprache: Deutsch und Chinesisch mit simultaner Übersetzung
Eintritt frei
 
Mit „Trommeln in der Nacht“ präsentiert zum ersten Mal überhaupt ein deutsches Theater ein Brecht-Stück in China. Christopher Rüpings Inszenierung bietet dabei sogleich eine sehr aktuelle Interpretation, die neben den gesellschaftlichen Themen zugleich den ästhetischen Fragestellungen nachspürt, die sich bei der Rezeption des brechtschen Theaterschaffens heute – zumindest in Europa – stellen. Wir möchten in diesem Gespräch darum einen Blick auf Inszenierungen und Annäherungen an Brecht im deutschsprachigen Raum aus den letzten Jahren werfen und diese dann mit den Fragen in Verbindung bringen, die in China seit der ersten Begegnung der Brechtschen Stücke in den 1950er Jahren an sein Schaffen gestellt wurden. Dass Brecht sich selbst immer wieder mit Themen aus China beschäftigt hat und sich von chinesischen Theatertraditionen inspirieren ließ, fügt dieser Rezeptionsgeschichte weitere Komplexität hinzu.
 
Eva Behrendt wird in einem kurzen Impuls wichtige Veränderungen und Tendenzen bei der Inszenierung von Brechts Stücken vorstellen und dann im Gespräch mit Shen Lin der Frage nachgehen, wie weit diese auch für China relevant sein können. Shen Lin wird diese aus der Perspektive des chinesischen Theaterschaffens kommentieren und einordnen.
 
Eva Behrendt, geboren 1973, studierte Geschichte, Literatur und Theaterwissenschaft in Mainz, Dijon und Berlin. Seit 2001 freie Redakteurin der Zeitschrift Theater heute sowie Autorin für taz, Deutschlandfunk Kultur und andere. Sie war u. a. Jurorin für das Festival Impulse, den Berliner Senat, das Berliner Theatertreffen von 2008 – 2010, das Festival Politik im Freien Theater und für den Hauptstadtkulturfonds.
 
Shen Lin, Professor und Leiter des Forschungsinstituts der Central Academy of Drama,  Mitglied des Forschungskollegs „Verflechtungen von Theaterkulturen“ der Freien Universität Berlin, Expert der Shakespeare-Forschung. Zudem ist er auch als Drehbuchautor tätig. Zu seinen Arbeiten gehören „Der Balkon“ (1993), „Liebesameisen“ (1997), „Faust: eine Raubkopie“ (1999),  „Ernesto Guevara“ (2000), und „Der gute Mensch von Peking“ (2018).
 

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