Ausstellung im Grey Cube Of Whom The World is Not Worthy

Of Whom The World is Not Worthy © Goeun Bae

Sa, 04.01.2020 -
Di, 14.01.2020

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Veranstalter: Institute for Provocation, Goethe-Institut Peking
Dauer der Ausstellung: 4. Januar 2020 – 14. Januar 2020
Vernissage: 4. Januar 2020, 16:00
Live-Performance: 4. Januar 2020, 17:30
Ort: Goethe-Institut Peking
Adresse: Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Peking
Eintritt frei

Die vom Institute for Provocation kuratierte Ausstellung „Of Whom The World is Not Worthy“ der Künstlerin Goeun Bae wird am 4. Januar 2020 im Goethe-Institut Peking mit einer Live-Performance eröffnet.

Dank der Unterstützung durch den Mondriaan Funds hat sich die Künstlerin Goeun Bae während ihrer sechsmonatigen Residency am Institute for Provocation mit chinesischen Kampfkünsten und dem sozialen Umfeld befasst, in dem sie gedeihen. Als Beobachterin und Praktikerin beschäftigt sich Goeun Bae aus der Perspektive der Forschung über Kampfkünste mit dem gesellschaftlichen System Chinas und dessen historischen Dilemmata während verschiedenen Phasen der Entwicklung. Sie betreibt allerdings nicht nur theoretische Forschung, sondern praktiziert auch Wing Chun und absolviert damit ein körperliches und mentales Training.

In der Ausstellung im Grey Cube präsentiert Goeun Bae zwei kürzlich fertiggestellte Videoarbeiten sowie einige im ganzen Gebäude verstreute Installationen und Origami-Skulpturen. In einer dieser Videoarbeiten thematisiert Goeun Bae ihre Beziehung zu ihrem Vater sowie die damit verbundenen sozioökonomischen Probleme, die politische Haltung der Künstlerin und das triviale „weltliche“ Leben. Diese Arbeit basiert auf Erinnerungen der Künstlerin an ihren Vater.

Ihr Vater sah gern chinesische Kampfkunstfilme, denn sie trösteten ihn über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in seinem Leben hinweg. Außerdem inszeniert die Künstlerin eine Aufführung von Tiermärchen, die eine Besonderheit der chinesischen Kampfkünste thematisiert: die Nachahmung von Tierbewegung (wie im Xingyi quan). Die Künstlerin bezieht sich dabei auf den Text von Mao Zedongs „Rede auf dem Yan’an Forum über Literatur und Kunst” und bedient sich der phonetischen Sprache in anderen kommunistischen Reden und gibt durch eine Umkehrung der in den Märchen verwendeten Bilder Hinweise auf ihre politische Haltung und Position. Diese Performance findet ebenfalls am Tag der Ausstellungseröffnung statt.

Goeun Bae (Amsterdam) ist Künstlerin, Videoautorin und Performerin. Sie versteht sich darauf, die Machtverhältnisse in der Gesellschaft zu sezieren und zu rekonstruieren, um so ihre künstlerische Praxis und ihr Denken zu entfalten. In ihrem kreativen Prozess nimmt sie die Position einer Zeugin ein und ist gleichzeitig in einen Kampf zwischen innerem und äußerem Patriarchat verwickelt. Bae verwendet in ihren Arbeiten oft Zeitungsartikel, Szenen oder Gedichten als Ausgangspunkt, um mit ihrer speziellen Methode die folgende Frage zu stellen: Wie werden die Spuren, die Menschen im Leben hinterlassen, durch politische Mittel miteinander verbunden und transformiert?

Ihre Arbeiten werden in verschiedenen Formaten präsentiert, darunter Video, Objekte, Performances, Sound und Fotografie. Bae war von 2012 bis 2013 Artist-in-Residence an der Rijksakademie. Ihre Arbeiten wurden bei vielen Anlässen gezeigt, unter anderen beim 27th International Documentary Film Festival in Amsterdam, EYE Film Museum, bei FLAM V Amsterdam, Nieuwe Vide Haarlem, Galeria Vermelho Sao Paulo, Prospects & Concepts Art Rotterdam, Arko Art Center Seoul, ABA Salon Uferstudios Berlin und CCA Kitakyushu.

 

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