Vorführung mit Einführung „Persona“

Persona © Arno Declair

Sa, 26.09.2020

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 26.09.2020, 18:30 - 20:30
Ort: Goethe-Institut China
Mit chinesischer Einführung durch die Theaterregisseurin und –kritikerin Chen Ran
Zur Anmeldung klicken Sie bitte hier. Die Anmeldung beginnt am 19. September um 12 Uhr (mittags). First come, first served. Bei erfolgreicher Anmeldung bekommt der/ie Teilnehmende einen Bestätigungs-QR-Code. Bitte speichern Sie ihn ab und zeigen Sie ihn uns beim Eintritt.

Persona
von Ingmar Bergman
Übersetzung Renate Bleibtreu
Regie Anna Bergmann
Deutsches Theater Berlin / Malmö Stadsteater
Premiere: Malmö 15. September 2018
Premiere: Berlin 30. November 2018
Deutsch mit chinesischen Untertiteln

Im Rahmen des „Theatertreffens in China: Special Edition 2020“ präsentieren wir am 26. September die Aufzeichnung einer Inszenierung, die im Jahr 2019 zum Theatertreffen eingeladen war: „Persona“ in der Regie von Anna Bergmann, produziert vom Deutschen Theater Berlin und Malmö Stadsteater. Theatertreffen-Newcomerin Anna Bergmann adaptiert Ingmar Bergmans Experimentalfilm für die Bühne und befragt skeptisch die Konstruktion der weiblichen Identität. Mit einer Einführung durch die Theaterregisseurin und -kritikerin Chen Ran.

Die erfahrene Krankenschwester Alma pflegt die gefeierte Schauspielerin Elisabet, die aufgehört hat zu sprechen. In einem Haus am Meer verbringen die zwei ungleichen Frauen einen unbeschwerten Sommer – bis die Situation zwischen ihnen kippt. Die Regisseurin Anna Bergmann adaptiert Ingmar Bergmans Experimentalfilm für die Bühne und verwebt Fragen nach der Konstruktion der Identität des Menschen gemeinsam mit zwei starken Schauspielerinnen zu einer intensiven Studie über Macht, Vertrauen, Rollenbilder und den Wunsch, in ein anderes Leben zu schlüpfen.
 
Statement der Jury

Anna Bergmann erzählt Ingmar Bergmans Experimentalfilm nach – und macht ihn zu einer psychologischen Tiefenschürfung weiblicher Identität. Die Beziehung zwischen der verstummten Schauspielerin Elisabet und ihrer lebhaften Krankenschwester Alma wird zu einem intimen Psychoduell der großen Schauspielerinnen Corinna Harfouch und Karin Lithman, das immer neue, überraschende Wendungen nimmt und manches Tabu und Klischee durchquert. Der Abend untersucht, wie Frauen von Bildern, denen sie entsprechen sollen, gequält werden, wie sie sich vergleichen, vermessen, verausgaben – und schließlich gegenseitig austauschen. Wo verläuft die Grenze zwischen eigener Identität und zugewiesener (Frauen-)Rolle? Klug entspricht an diesem Abend die Form dem Inhalt: Denn die stumme und die sprechende Schauspielerin tauschen je nach Aufführungsland die Hauptrolle und verhandeln so einen alten Theater-Neid-Konflikt gleich mit.
 
Pressestimmen

Frau Bergmanns „Persona“ haucht dieser intensiven, rätselhaften Studie über psychologische Desintegration und Transformation mit einer fulminanten Bühne samt Wasserbecken, reichlich Videoeinsatz und guten altmodischen Monologen neues Leben ein. (A.J. Goldmann, New York Times)

Wieder ändert sich das Kräfteverhältnis. Den Schauspielerinnen Corinna Harfouch und Karin Lithman dabei zuzuschauen, ist eine Freude. Es herrscht eine Hochspannung auf der Bühne, die in dieser Intensität selten ist. Da ist Erotik, Unbeschwertheit, Intimität in ihren Gesten und Küssen. Dann plötzlich Entfremdung, Manipulation, Verletzung. Ein so zartes wie hartes Spiel im Ringen um Wahrhaftigkeit. (Katrin Pauly, Berliner Morgenpost)

Der Machtkampf der beiden Frauen geht unentschieden aus. Es gewinnt das Publikum. Trotz der Künstlichkeit des Rahmens werden große Gefühle gezeigt. Die Sehnsucht nach dem anderen, die Enttäuschung, als die Annäherung nicht funktioniert, das Zurückgeworfensein auf sich selbst. Und auch verschiedene Spielstile werden gezeigt. Anna Bergmann ist eine außerordentlich reiche und bildstarke Inszenierung gelungen. (Oliver Kranz, NDR Kultur)
 
Zu Gast

Chen Ran, 1987 in Fuzhou in der Provinz Fujian geboren, schloss ihr Studium  ab an der Abteilung für Film und Fernsehen der Zentralen Theaterakademie Chinas. Sie ist Theaterregisseurin, Kritikerin, Initiatorin der Künstlergruppe „StageNoMore“ und Ko-Kuratorin des „Sound and Fury – Play Reading Festival“. 2020 war sie als Residenzkünstlerin an der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund. Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf die Dramaturgie im Umfeld der neuen Medien. Letzte Produktionen: „Approximation: Dee & D-1“(2019), Ophelia on the roof“ (2018), „The Moments When We Chat“(2014). „Dee & D-1“ (2017) erhielt den Creative Award des Beijing Fringe Festivals als „48 Hours V Drama“. „The Moments When We Chat“ wurde als „Stück des Jahres 2014 Peking“ des Time Out Magazine ausgewählt.

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