Ausstellung Antonyms ActOnition

Antonyms © AKuB

Fr, 11.06.2021 -
Do, 30.09.2021

Abteilung Kultur und Bildung

Antonyms ActOnition

Datum: 11. Juni –30. September 2021, Mo-Fr: 10:00-18:30  
Vernissage: 11. Juni 2021, 18:00–21:00 

Als eine Weiterführung der Ausstellung „Starting a conversation on comparative feminism" in Nanjing, China (2017), initiierte WhyWhyArt das Projekt ActOnition - eine Aktion, die im öffentlichen Raum von Individuen und Aktivistinnen vollzogen wird, um sich nicht nur der eigenen Verantwortung bewusst zu werden, sondern auch um aktiv zu handeln, um auf ungerechte Aspekte in sozialen Verhaltensweisen hinzuweisen und um diese zu verändern. 
WhyWhyArt stellte hierfür zunächst sieben Antonyme (in Form von Grafiken) vor, die zu einer Art Werkzeugkasten des kulturellen Bewusstseins werden können, um Kommunikation zu fördern - wie etwa ein Emoji der Schüchternheit, das in jedermanns Mobiltelefon zu finden ist. Dank der lebhaften Reaktionen und Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt wuchs die Zahl der Antonyme im Verlauf der Arbeit letztlich sogar auf 12 an. 

12 Antonyme 
Antonyme gegen Gewalt, gegen sexuelle Übergriffe, gegen häusliche Gewalt, gegen psychische Gewalt, gegen emotionale Gewalt, gegen kulturelle und spirituelle Gewalt, gegen Wissensprivilegien, gegen Umweltgewalt, gegen Machtmissbrauch, gegen ökonomischen Missbrauch und Antonyme gegen selbstgesteuerte Gewalt. Die ersten 7 ActOnitions wurden im April 2019 von Susanne Junker und Zane Mellupe in Vietnam vollzogen.  
Um noch mehr Beiträge für dieses Projekt zu gewinnen, startete WhyWhyArt einen weltweiten Aufruf, der Personen unabhängig von ihren Hintergründen und Nationalitäten zu diesem Projekt einlud. Dieser Aufruf wurde über soziale Medien, verschiedene Kanäle und durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet. 
Antonyme als eine Form der ActOnition betonen die Notwendigkeit, verschiedene gesellschaftliche Gruppen immer wieder für "s(he) gender"-Themen zu sensibilisieren. Sie sollen auf den strukturellen Gegensatz zwischen Fortschritt und Tradition in Schwellenländern aufmerksam machen und diesen diskutieren. 
Antonyme stellen eine klare Ablehnung sexueller, körperlicher und seelischer Misshandlungen dar, die aus antisozialen wirtschaftlichen Interessen begangen werden. Sexuelle Belästigung ist nur eine Form der Ausbeutung - neben der Ausbeutung der Arbeitskraft, der Organentnahme und nicht zu vergessen den kulturellen Zwängen, die etwa mit angestammten Vorurteilen gegenüber der Gleichheit in der Gesellschaft zusammenhängen. 
Was könnten treibende Faktoren für Veränderungen in traditionellen Gesellschaften sein, in denen Familienbanden ein entscheidender Teil der Identität eines Menschen waren und sind? Ist die Stärkung von Frauenrechten im Rahmen einer traditionellen Familie überhaupt möglich? 
Soziale Bindungen und Gruppeninteressen über individuelle Wünsche und Ziele zu stellen, ist eine notwendige Voraussetzung für eine solide, starke traditionelle Gesellschaft. Jeder muss entsprechend seiner Rolle und seinem Status handeln, um den Fortbestand des Stammes zu sichern. Das Gefüge der Gesellschaft, das wir als träge und stabil wahrnehmen, besteht jedoch aus Handlungen und Gedanken der führenden Individuen, die sich im Laufe der Zeit herauskristallisieren und verfestigen. 

Unser Zeitalter  
Im Zeitalter der sozialen Medien und des Digitalen gibt es Kanäle für Künstlerinnen und Einzelpersonen, die kraftvolle Botschaften in einem noch nie dagewesenen Ausmaß übermitteln können. 
Während der Vorbereitungen auf diese Ausstellung brach die Covid-19-Pandemie aus und ist bis heute immer noch präsent - die ganze Welt hat die Präsenz der Gewalt noch stärker zu spüren bekommen. Die Mobilität war und ist eingeschränkt. Menschen sind durch Entfernung und Sicherheitskräfte voneinander getrennt. Oft wurden Menschen gezwungen, über einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammenzubleiben. Dies hat das Bewusstsein für Gewalt am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft geschärft: ökonomische Gewalt, Umweltgewalt und die Ungleichheit bei der Verbreitung von Wissen in der Gesellschaft. 

Organisation 
Antonyms - ActOnition ist eine Ausstellung mit internationalen Beiträgen, kuratiert von Zane Mellupe, organisiert von WhyWhyArt und der Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland Shanghai, unterstützt von der ifa gallery und der EASA (European Art and Science Association). 
Die Ausstellung ist als eine Wand des persönlichen Ausdrucks konzipiert, die es Einzelpersonen ermöglicht, ihre Werke und Aktionen zu zeigen –  und womöglich wächst die Ausstellung während ihrer 3 Monate, die sie dauert, noch weiter an.  
Während der Ausstellung werden mehrere Gesprächsforen mit Expertinnen und Fachleuten zu verschiedenen Themen und Formen der Gewalt stattfinden. Hierzu laden wir Personen aus der Anthropologie, den Künsten, der Wissenschaft usw. ein. 
Mehr als 40 Kunstschaffende und Kreative aus verschiedenen Ländern beteiligen sich an dieser Ausstellung – jedes Individuum mit einem ganz persönlichen Ansatz, um über Gewalt zu sprechen. Die Beträge stammen von: Abby Robinson (USA), Alan Flesher (USA/Israel), Baiba Ladiga (Lettland), Caterina Notte (Italien/Deutschland), Charles Leblanc (Kanada), Chris Gill (Großbritannien), Dana Popa (Rumänien/Großbritannien), Dennis Jere (Sambia), Daniele Mattioli (Italien), Elena Monzo (Italien), Flavia Bigi (Italien), Francisco Hauss (Mexiko), Fred Farrow (Niederlande), Gökçen Dilek Acay (Türkei), Han Bing (China), Hazal Firat (Türkei), Irina Banari (Moldawien/China), Julia Scorna (Deutschland/Frankreich), Kate Tipler (Großbritannien), Katherin Gutierrez (Kolumbien), Kathryn Gohmert (USA/Deutschland), Ke Zhou (China), Kurihara Tadashi (Japan), Leah Bourdin (Frankreich/Deutschland), Leroy Brothers (Belgien), Maria Das Dores (Frankreich), Monika Lin (USA), Niamh Cunningham (Irland), Panos Dimitropoulos (Griechenland), Paulina Otylie Surys (Polen), Piers Secunda (Großbritannien), Raul Alvaro (Spanien), Reiji Kobayashi (Japan/Lettland), Samuel Bourdin (Frankreich/Thailand), Susanne Junker (Deutschland/Frankreich), Vasily Betin (Russland), Virginie Lerouge Knight (Frankreich), We are (International), Yoky Yu (China/Spanien) und Zane Mellupe (EU/China).

Kuratiert von Zane Mellupe


 

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