Rundgespräch Bildschirm/Körper/Aufmerksamkeit: Interruptionen für urbane Bildschirme

Vermittelter Körper und verkörperte Mittel © Chronus Art Center

11.06.2016, 15:00-17:00 Uhr

Chronus Art Center

Rundgespräch: Vermittelter Körper und Verkörperte Mittel

Chair: Stephanie DeBoer, Residenzkünstlerin am Chronus Art Center, Herbst 2015
Diskussionsteilnehmer: Das „Screens Collective” (Xu Zhifeng, Wu Jie, Taqi Shaheen, Petra Johnson)
Gastgeber: Bruce Bo Ding
Organisator: Chronus Art Center
Gefördert durch: CAHI (College Arts and Humanities Institute), Indiana University; Abteilung Kultur und Bildung, Deutsches Generalkonsulat Shanghai


Als erste Ausgabe von „Vermittelte Körper und Verkörperte Mittel” stellt diese Gesprächsrunde eine interaktive Einladung dar, darüber zu reflektieren, wie Experimente der Medienkunst Körperbeziehungen mit dem verknüpfen können, was Zhang Ga und Lu Xiaobo einst die „neue technologisch urbane Umgebung“ nannten. Mitte bis Ende der 2000er Jahre wurden weitflächige LED-Bildschirme im Shanghaier Stadtkern zur Normalität. Bald folgten interaktive Bildschirme in Taxis, Bussen, U-Bahnen und anderen öffentlichen Plätzen. Diese offensichtlich kommerziell verwendeten Bildschirme wurden auch von Städteplanern als Strategie genutzt, Stadtdistrikte und öffentliche Transportinfrastrukturen neu aufleben zu lassen. Urbane Anzeigetafeln sind integraler Bestandteil der infrastrukturellen, flüchtigen Machtverhältnisse, welche unsere Körper, Bewegungen und Beziehungen modulieren. Sie eruieren unsere körperlichen Dispositionen, Rhythmen, Gefühlsstrukturen und Wahrnehmungen.
 
Diese Gesprächsrunde reflektiert demnach über die uns fortdauernd umtreibenden Überlegungen, wie Medienkünstler, Theoretiker und Kuratoren es Besuchern und Passanten ermöglichen können, in die Prozesse, welche Schnittstellen zu den projizierten urbanen Infrastrukturen darstellen, einzuwirken. Dabei versuchen wir, praktische und konzeptionelle Interventionen zu folgenden Fragen anzubieten: 1) Wie können wir die flüchtigen, infrastrukturellen und häufig kommerziellen Bildschirm-Kräfte, die urbane Orte in Shanghai, China und darüber hinaus umformen, sichtbar werden lassen? 2) Wie können wir Platz für Einlassungen schaffen, durch welche Aufmerksamkeit erzeugt wird für die Arten und Weisen, auf welchen der Körper durch diese Kräfte vermittelt und moduliert wird? 3) Wie können wir die Schnittstellen zwischen Medienkunstpraxis, Bildschirminfrastruktur und urbanem Raum in China dafür verwenden, wenn nicht gar abwerben? 4) Was kann in diesem Prozess sonst noch potenziert werden? Wir versuchen, über die Taktiken zu reflektieren, mit welchen ein spekulativerer, in Relation stehender und reflektierender Boden in der urbanen Umgebung, in welcher städtische Bürger leben, arbeiten, sich amüsieren, verzweifeln und streben, gefunden werden kann.
 
Über „Vermittelte Körper und Verkörperte Mittel”
 
„Vermittelte Körper und Verkörperte Mittel” (“Mediated Body and Embodied Technologies”, M.B.E.T.) ist ein gemeinfreies Praxisrepertoire und ein Forschungsprozess, welcher die verschiedenen Mechanismen und Möglichkeiten der auf Technologien fußenden menschlichen Zukunft adressiert. Beginnend bei der Reflektion und Spekulation über die Verbindung zwischen Inszenierung und Repräsentanz sowie zwischen Virtualität und Realität (mehr eine produzierte Bedingtheit als eine natürliche Unbedingtheit) lässt M.B.E.T. die Verkörperung zurück ins Bild rücken, um zu erforschen, wie/ob die Formen/Medien der Verkörperung relevant sind für die Produktion von Identität und Subjektivität sowie für die Zirkulation und Kommunikation von Information. Im Geiste der Gemeinfreiheit versucht M.B.E.T, einen fluiden und sich entwickelnden Ort zu schaffen, an welchem Kunstpraktizierende und Forschende unterschiedlicher Gebiete zusammenkommen und gemeinsam etwas zu dieser kreativen Untersuchung beisteuern können.
 

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