Digital Concert Hall Wege in die Moderne

Digital Concert Hall © digitalconcerthall.com

Datum: Sa, 07.09.2019, 15:00 – 17:30 Uhr

Abteilung Kultur und Bildung

101 Cross Tower, 318 Fu Zhou Road
Shanghai

In der kommenden Digital Concert Hall sehen und hören Sie die Berliner Philharmoniker zusammen mit dem Bundesjugendorchester, in dem die besten Nachwuchsmusikerinnen und –musiker Deutschlands spielen. Als erstes Stück steht die Symphonie Nr. 6 von Peter I. Tschaikowsky unter der Leitung von Dirigent Kirill Petrenko auf dem Programm. Im Anschluss stellt das Ensemble des Bundesjugendorchesters mit Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ sein Können unter Beweis. Beide Werke markieren wichtige Meilensteine der russischen Musikgeschichte, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Zu Beginn werden wie gewohnt Frau Prof. Dr. Danhong Yu und Frau Dr. Hong Jiang vom Shanghaier Musikkonservatorium in die musikalischen Kontexte einführen.

Programm
1. Peter I. Tschaikowsky: Pathéthique (Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74), 52 Minuten
2. Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps, 41 Minuten
 
Peter Tschaikowsky
Pathéthique
Die sechste Symphonie ist sowohl Tschaikowskys letzte Symphonie. Ihren Beinamen erhielt sie allerdings erst nach der Uraufführung nach einem Vorschlag vom Bruder des Komponisten. Tschaikowsky selbst betitelt die Symphonie als sein Meisterwerk und den „Schlussstein seines gesamten Schaffens“. Und tatsächlich kann man sich kaum der Genialität und Schwere dieses Werkes entziehen, in welchem er einen anspruchsvollen russischen Walzer im 5/4-Takt, ein Scherzo mit einem Allegro molto vivace verbindet und es gleichzeitig schafft, das gesamte Werk von der Stimmung eines Requiems zu durchziehen. Dass der Komponist nur acht Tage nach der Uraufführung unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen starb, verleiht dem Stück nur noch mehr Dramatik und einen Hauch von Endgültigkeit.

Igor Strawinsky
Le Sacre du Printemps
1913 wurde das Ballett “Le Sacre du Printemps” uraufgeführt und löste einen Skandal aus. Heute gilt das Werk mit seiner außergewöhnlichen rhythmischen Klangstruktur als eines der Schlüsselwerke der Musik des 20. Jahrhunderts. Besonders die zahlreichen Dissonanzen und die Polyrhythmik, bei welcher verschiedene Instrumente gegenläufige Rhythmen spielen, verärgerten das damalige Publikum, führten aber auch zu Strawinskys endgültigem Ruhm. Das Stück beginnt zunächst mit einem Fagott-Solo, welches an russische Volksmelodien angelehnt ist und den Beginn des Frühlings repräsentieren soll. Im fulminanten Schluss dagegen wird ein Opfer dargebracht, und die Todessymbolik findet sich auch in der Musik wieder: Die immer gleichen musikalischen Strukturen werden in ständiger Steigerung wiederholt, um die Spannung aufzubauen, und wenn auf der Bühne die Guillotine fällt, spielen die Bässe die Töne D-E-A-D. Das Werk spiegelt so nicht nur Strawinskys Genialität wieder, sondern hat auch den Weg in die Moderne bereitet.
 
Kirill Petrenko
Der 1972 in Sibirien geborene Kirill Petrenko zog schon früh mit seiner Familie nach Österreich. Dort schloss er auch seine Dirigentenausbildung ab und wurde Generalmusikdirektor am Meininger Theater. Mit seiner dortigen Interpretation von Wagners „Ring des Nibelungen“ sorgte er zum ersten Mal für internationales Aufsehen. In den folgenden Jahren war er als Dirigent unter anderem am Royal Opera House in London, an der Metropolitan Opera in New York und der Pariser Opéra Bastille zu Gast. Seit 2015 ist er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

 

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