Goethe Open Class 2019 Goethe Open Class 2019 - "Arts between Production and Consumption"

Arts Management and Society © AKuB

Datum: Sa, 21.09.2019, 14:00–16:00 Uhr

Abteilung Kultur und Bildung

101 Cross Tower, 318 Fu Zhou Road
Shanghai

Poster 2. class_Goethe Open Class

Die Welt der Künste besteht aus Netzwerk von Menschen, die durch ihre kooperativen Aktivitäten – organisiert durch gemeinsames Wissen und allgemeinen Konsens – Kunst produzieren. Kunst kann systematisch nur von institutionalisierten Strukturen erzeugt werden, die vorhersehbare Erfolge generieren. Heutzutage gibt es immer mehr Menschen, die von einem kulturellen Geschmack in einen anderen vordringen, und so gewissermaßen zu „Allesfressern“ der kulturellen Geschmäcker werden. Als Gast begrüßen wir Frau Jin Xing, Direktorin des Jin Xing Dance Theatre in Shanghai, die in einen Dialog mit einem Videobeitrag von Volker Kirchberg treten wird.

In Zusammenarbeit mit dem Jin Xing Dance Theatre, WhyWhy Art sowie Shanghai Imperial Language Service Co, Ltd., präsentieren wir Ihnen diese 2. Ausgabe der Goethe Open Class 2019. Sie können diesen Workshop entweder bei uns im Institut besuchen oder ihn als live stream auf Yizhibo verfolgen.
 
Volker Kirchberg
Volker Kirchberg


In den 1980er Jahren studierte Volker Kirchberg Soziologie an der Universität zu Hamburg und arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Professor Jürgen Friedrich am Stadtforschungszentrum. Von 1988 bis 1991 studierte er am Institut für Politikforschung der John Hopkins University in Baltimore und arbeitete am Schaefer Center für Politik. 1992 promovierte er an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Politik der Universität Hamburg mit einer empirischen Studie über die kulturelle Haltung und das Benehmen der Einwohner Baltimores. Im selben Jahr wurde ihm das Stipendium der deutschen Marshall-Stiftung verliehen, um in den USA in Baltimore über Kunst-Stiftungen zu forschen. 1995 gründete er das „Basica“-Forschungsinstitut an der Universität Hamburg, an welchem er hauptsächlich kulturelle Forschung für unter anderem das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, die Bertelsmann Stiftung sowie für das Jüdische Museum Berlin betrieb.
In den späten 1990er Jahren zog er nach Berlin, wo er seinen akademischen Fokus auf die Lehre legte und als Dozent am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin tätig war. Er habilitierte 2003 an der Freien Universität Berlin mit einer empirischen Studie über die soziale Funktion von Museen. Von 2000 bis 2004 arbeitete und lebte er in den USA, wo er eine Tenure-Track Assistenzprofessur für Soziologie an der William Paterson University in New Jersey erhielt. Trotz seiner Rückkehr nach Deutschland und einer Professur an der Fakultät für Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg blieb er den USA stets durch seine Forschung und Lehre verbunden. So war er beispielsweise 2010 Gastwissenschaftler an der Fakultät für Sozial- und Kulturwissenschaften der Universität New York.
 
Jin Xing
Jin Xing


Jin Xing ist eine wahre Ikone sowohl als Künstlerin als auch als meinungsführende Persönlichkeit in der heutigen chinesischen Gesellschaft. Sie wurde als Tänzerin ausgebildet und bekleidete schon früh hohe Ämter in der Volksbefreiungsarmee. Sie studierte einige Zeit in Europa und Amerika, bevor sie 1995 in ihr Heimatland China zurückkehrte. In Shanghai gründete sie das Jin Xing Tanztheater, das erste unabhängige Tanzensemble Chinas, und führte es zu internationalem Ruhm.
Zusätzlich zu ihrer erfolgreichen Karriere als Tänzerin gründete Jin Xing das Shanghai Dance Festival, Chinas erstes Festival für zeitgenössischen Tanz, und stellte ihr vielfältiges Talent auch in Theater- und Filmproduktionen unter Beweis. Für ihren Einsatz im kulturellen Bereich hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter zwei Ehrendoktortitel in Großbritannien sowie den Titel: „Chevalier de l’Ordre des Lettres et des Artists“ der französischen Regierung. Seit 2012 tritt sie außerdem vermehrt im Fernsehen und Social Media auf. Sie ist Gastgeberin einer eigenen Talk-Show mit über 200 Millionen Zuschauern und erreicht auf chinesischen Blogging-Plattformen mehr als 15 Millionen Follower. Jin Xing repräsentiert nicht nur eine neue Generation im heutigen China, sondern steht mit ihrer Person auch für Werte wie Freiheit, Selbstverantwortung und die unendlichen Möglichkeiten einer künstlerischen Seele.
 
Jin Xing Dance Theatre Shanghai
Jin Xing Dance Theatre Shanghai


Das Jin Xing Tanztheater in Shanghai gehört zu Chinas führenden zeitgenössischen Tanzensembles. Es wurde 1999 von Jin Xing als Chinas erste private Tanzgruppe gegründet. Unter der starken Führung Jin Xings erarbeitete sich das Theater eine weltweite Reputation an künstlerischer Exzellenz und profilierte sich auch international. Das Ensemble war häufig in führenden Theatern zu Gast, bei preisgekrönten Festivals in China sowie in der westlichen Hemisphäre. Seit der Gründung vor 15 Jahren hat das Ensemble bereits Gastspiele in 20 Ländern und auf vier verschiedenen Kontinenten gegeben.
Das Jin Xing Tanztheater ist vor allem bekannt für die eigenwillige Interpretation von westlichen Tanzstilen, wobei stets eine zeitgenössische chinesische Note erhalten bleibt. Tatsächlich ist der kulturelle Reichtum Chinas eine wichtige Quelle der Inspiration für die Tänzerinnen und Tänzer, genauso wie die Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern durch Workshops, Training und andere Kollaborationen.
Das Ensemble sowie dessen Gründerin haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten: Die für die Gruppe charakteristische Choreographie „Black and Red“ wurde vom chinesischen Kulturministerium für die beste zeitgenössische Choreographie ausgezeichnet. Erst kürzlich hat das königliche Konservatorium Schottlands der Intendantin des Ensembles, Jin Xing, die Ehrendoktorwürde (honoris causa) im Fach Tanz verliehen.
Die herausragenden Leistungen des Jin Xing Tanztheaters wurden nicht nur von internationalen Kritikern und Publikum, sondern auch in China unter anderem vom chinesischen Kulturministerium gewürdigt. Seit 2010 fungiert das Tanztheater bei verschiedenen Veranstaltungen regelmäßig als kultureller Botschafter Chinas. Das Ensemble dient somit als außergewöhnliches Beispiel für die zeitgenössische Kunstszene in der Volksrepublik China und auf internationaler Ebene, eine bisher einzigartige Leistung einer privaten Tanztruppe.
 
CALL TO ACTION – Aufgaben für den Workshop Nr. 2
Alle Teilnehmenden werden darum gebeten, vor Workshopbeginn die folgenden vier Fragen vorzubereiten:
1) Bitte nennen Sie sechs anerkannte Konventionen traditioneller, chinesischer Kunst.
2) Bitte nennen Sie den Unterschied zwischen kommerzieller und nichtkommerzieller Kunst.
3) Welche Kunstformen sind aus Ihrer Sicht am ehesten kommerzialisiert? Warum?
4) Nennen Sie fünf Arten von Hochkultur und fünf Arten von Popkultur.
 
Wenn Sie an der Goethe Open Class 2019 in der Abteilung Kultur und Bildung (Fu Zhou Lu 318) teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte vorher über diesen Link an: https://www.huodongxing.com/event/4508812552800 


 

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