Inclusive Break! Pop-Up! | Wann entsteht Kreativität?

Inklusive Pause Pup-up Event © Franziska Stübgen

Time: Sun., 08.11.2020, 15:00–18:00

Eine Untersuchung von Zeit und Zeitlichkeit in künstlerischen Prozessen

Wann und wo beginnt die künstlerische Kreativität? Was bedeutet die Zeit für künstlerische Prozesse? Und wie erleben wir eigentlich gerade die Realität in einer Zeit von zunehmender Digitalität und einer Pandemie, in der die Grenzen und Möglichkeiten zwischen Hier und Jetzt, Nähe und Distanz ständig neu ausgelotet werden müssen? 

Wähle eine Box, ertaste ein Material oder nehme ein Werkzeug in Deine Hände und werde Teil eines Spiels mit der Zeit, Teil einer künstlerischen Intervention! Die Spuren, die Du dabei hinterlässt, sind Spuren zeitlicher Veränderung, Spuren der Interaktion und Auseinandersetzung, zugleich sind sie auch Ausdruck Deiner Kreativität und Neugierde am Raum, der Zeit, an der Atmosphäre, der Luft und an den Menschen um Dich herum. 

Zhou.Yinchen

Nicole Wendel

Nach gut einem Jahr des gedanklichen und philosophischen Austausches laden die Berliner Künstlerinnen Stella Geppert, Nicole Wendel und Saskia Wendland sowie die Shanghaier Künstlerinnen Kang Qing, Gao Shan und Zhou Yinchen zu diesem künstlerischen Pop-Up Event ein, das einerseits zwar synchron, aber andererseits auch irgendwie nicht ganz zur gleichen Zeit im HAUNT Kunstraum in Berlin und im Liu Haisu Art Museum in Shanghai stattfindet. 

Die Besucher*innen erwartet an beiden Orten eine identische Sammlung von 66 Boxen, die zusammen ein rechteckiges Feld auf dem Boden bilden. 36 dieser Boxen sind mit Materialen und Werkzeugen gefüllt, die die Künstlerinnen ausgewählt und hineingelegt haben. Es sind Dinge, die für ihre individuelle künstlerische Praxis entscheidend und wichtig sind. Die übrigen 30 Boxen sind (noch) leer. 

Kang Qing

Stella Geppert

Es liegt nun an den Besucher*innen mit diesen Materialien und Werkzeugen in Kontakt zu treten, sie zu verändern, zu benutzen, zu bewegen und ihre Positionen zu verändern wie in einem Schachspiel. Diese Züge, Aktionen und zeitlichen Veränderungen bleiben jedoch nicht unbemerkt, denn sie werden von einer Videokamera eingefangen und als Live-Bild an den jeweils anderen Ort übertragen. So werden die Spuren der Zeit in Shanghai auch in Berlin sichtbar und die zeitlichen Veränderungen in Berlin auch in Shanghai. Ebenso können mögliche Parallelen oder kulturelle Eigenheiten durch die Videobilder in Erscheinung treten.  

Wie lassen sich etwa die Menschen in Deutschland auf dieses künstlerische Spiel ein, wie agieren die Menschen in China mit diesen Materialien? Und wie erleben die mancherorts anwesenden, mancherorts abwesenden sechs Künstlerinnen, die an diesem Tag die künstlerische Intervention nur beobachten, die Handlungen und Reaktionen des Publikums? 

Gao Shan

Saskia Wendland

Inklusive Pause! Pop-Up! 
Eine kurze Momentaufnahme – ein kleiner Zwischenstopp in einem längeren künstlerischen Austausch, der von der Shanghaier Kuratorin Zhang Ting begleitet und durch die Denkanstöße der beiden Philosophinnen Iris Dankemeyer aus Berlin und Yang Junlei aus Shanghai zusätzlich an Tiefe gewinnt. Der etwas humorvoll gewählte Titel „Inklusive Pause“ reflektiert die Beziehung zwischen Arbeit und (freier) Zeit sowie die Frage nach einem anderen Seinszustand, nämlich der Pause. 

Der Moment zwischen Ein- und Ausatmen, der Übergang vom Jetzt zum Gleich. Sei dabei! 

Inklusive Pause – Eine Zeit neben vielen anderen. Ein gemeinsames Ausstellungprojekt der Abteilung Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, die vor Ort die Aufgaben eines Goethe-Instituts übernimmt, sowie des Liu Haisu Art Museums in Shanghai. 


 

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