Ausstellung  The Intimate Revolt

The Intimate Revolt © The Intimate Revolt

Sa, 11.06.2022 -
So, 07.08.2022

Goethe-Institut Peking in „798”

Eröffnung: 11.06.2022, 16 Uhr
Dauer der Ausstellung: 11.06.2022 – 07.08.2022, 12 Uhr bis 18 Uhr, Dienstag – Sonntag
Kuratorin: Chi Yining
Künstler*innen: Musquiqui Chihying & Gregor Kasper, Liu Xinyi, Meng Zhuosiqi, Tong Wenmin, Xu Guanyu, Yang Di, Yao Qingmei
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road No. 2, Chaoyang District, Beijing
Eintritt frei. Änderungen vorbehalten. Für aktuelle Informationen folgen Sie uns auf WeChat.

Am 11. Juni 2022 wird im Goethe-Institut Peking die von Chi Yining kuratierte Ausstellung „The Intimate Revolt“ eröffnet.

Die Ausstellung definiert den „Grey Cube“ des Goethe-Instituts als einen Spielplatz für Konflikte und Kompromisse. Vor dem Hintergrund des Falls der Berliner Mauer und mit den Mechanismen des Aufbaus und der Neustrukturierung als zentraler Logik zielt die Ausstellung darauf ab, die konstruktive Kraft historischer Narrative für den gegenwärtigen Diskurs zu verdeutlichen und das anhaltende Tauziehen zwischen Individuum und Kollektiv zu untersuchen. Gleichzeitig verbindet die Ausstellung kulturübergreifende Zusammenhänge und versucht, eine Fußnote zur Entfremdung, zum Ressentiment und zur Unversöhnlichkeit zwischen verschiedenen Identitäten zu setzen. Der Titel „The Intimate Revolt“ ist eine Anspielung auf das „Paneuropäische Picknick“, das am Ende des Kalten Krieges stattfand und die unendlichen Möglichkeiten des „Bewusstseins“ in der Vorstellung, jenseits jeglicher Erfahrung, nachzeichnet und neu liest.

Dass die Berliner Mauer vor 33 Jahren plötzlich fiel, war kein Zufall. Im August desselben Jahres wurde in einer kleinen Stadt an der ungarischen Grenze ein großes Picknick veranstaltet. Plötzlich öffnete sich der Eiserne Vorhang, und mehr als 600 Ostdeutsche flüchteten in den Westen. Der Fall der Berliner Mauer schien das „Ende der Geschichte“ zu bestätigen, das Ereigniswurde als Meilenstein für die „liberale Demokratie“ interpretiert, und es wirkte, als ob sich die Welt entlang einer einzigen linearen Logik beschleunigen würde. Tatsächlich ist die Geschichte jedoch nie der Bahn der „Evolution“ gefolgt, sondern hat in rhetorischer Wiederholung immer wieder die subjektiven und objektiven Grenzen aufgehoben. Modernisierung, Globalisierung und Akzelerationismus werden heute nicht von einer „Harmonisierung der Welt“ begleitet, sondern von einem immer sichtbarer werdenden Differenzfeld und den darin wirksamen turbulenten Wirbelströmen. Es werden Versuche unternommen, Identitäten zu etablieren, um die „imaginierte Gemeinschaften“ zu erfassen, doch zugleich wird die grundlegend exklusive Struktur von Identität als politisches Instrument genutzt, das den „rationalen“ Konsens herausfordert, der sich nach dem „Ende der Geschichte“ herausbildete.

In der Ausstellung verteilt Liu Xinyis „The Centre of the World“ den Mittelpunkt der Landkarte gerecht an alle Länder und untersucht penibel den geopolitischen Diskurs. In einer seiner anderen Arbeiten, „Protected Territories“, werden die Worte eines Warnschildes an einem Berliner Checkpoint in ein Hollywood-Bild integriert, um die einsamen Verfolgten zu „warnen“. Tong Wenmins „Crawl“ läuft leise im Hintergrund und zeigt unter anderem einen Clip der Künstlerin, wie sie an der Berliner Mauer vorbeigeht.

In „Judgment“ debattiert Yao Qingmei mit Automaten über verschiedene Ideologien, aber ihre Standpunkte streifen einander nur oberflächlich; „The Guestbook“ von Musquiqui Chihying und Gregor Kasper besucht drei symbolische Wahrzeichen in Berlin und versucht, die Geschichte und Gegenwart von Afrika, Europa und China zu verbinden. In „Complex Formation“ zeichnet Xu Guanyu ein Gespräch mit seiner Mutter auf, in dem er die Widersprüche, die der Konstruktion von Macht innewohnen, untersucht und reflektiert.

Jede*r Zuschauer*in ist in „The Intimate Revolt“ sowohl Spieler als auch Richter über sich selbst: Wer sich dafür entscheidet, den Run auf die Banken in Yao Qingmeis „Prickles (One Meter Line)“ oder das „Streicheln“ und „Baden“ in „Spray (Security Door)“ zu akzeptieren, wird in „Safe Word“ von Yang Di die Erfahrung von Unterdrückung machen und seine eigene verborgene Erinnerung zurückverfolgen. Darüber hinaus lädt die Ausstellung die Spieler*innen dazu ein, ihre Vorstellungskraft zu erweitern und nach „Cigarette Lots of Bureaucratic Tone“ zu suchen, einer Arbeit, die von der Öffentlichkeit gemeinsam mit Mengzhuo Siqi fertiggestellt wurde, um eine individuelle Erfahrung zu vermitteln. 

Die Ausstellung „The Intimate Revolt“ läuft bis zum 7. August 2022.
 

Die Kuratorin

Chi Yining wurde 2001 in Peking geboren und studiert an der Central Academy of Fine Arts mit dem Schwerpunkt Kunsttheorie. In ihren Arbeiten konzentriert sie sich auf die Theorie und Praxis sozialer Intervention durch Kunst und auf Arbeiten, die den kollektiven emotionalen Zustand in sozialen Systemen widerspiegeln, sowie auf Diskussionen zu Modernismus, Körperstudien und Queer Theory.

 

Workshop: Tactile Riddle

Zeit: 03.07.2022, 14:00 - 18:00
Moderation: 触目Tactileye(Xia Leilei, Wang Yiran)
Sprache: Chinesisch / chinesische Gebärdensprache
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road No. 2, Chaoyang District, Beijing

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