Filmvorführung mit Einführung und Q&A Art Girls

Filmstill "Art Girls" © Institut Forschender Film Hamburg GmbH

So, 31.03.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Zeit: 31.03.2019, 13:00 - 15:30
Ort: Goethe-Institut China
(Originality Square, 798 Art District, No. 2 Jiuxianqiao Road, Chaoyang District, Beijing)
Teilnehmende Gäste: Robert Bramkamp & Susanne Weirich
Sprache (Einführung & Q&A): Deutsch mit chinesischer Konsekutivverdolmetschung
Sprache (Film): Deutsch mit chinesischen Untertiteln
Eintritt frei
 
ART GIRLS
Deutschland | 2013 | 120 min
Spielfilm/Science-Fiction
Regie und Drehbuch: Robert Bramkamp
Künstlerische Leitung: Susanne Weirich
Mit Inga Busch, Peter Lohmeyer, Megan Gay, Jana Schulz
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
 
Die Berliner Künstlerinnen Nikita Neufeld (Inga Busch), Una Queens (Megan Gay) und Fiona da Vinci (Jana Schulz) sollen auf der „Art Gate“ ausstellen, welche von einem Biotech-Konzern unter der Leitung der Maturana-Brüder (Peter Lohmeyer in einer Doppelrolle) gesponsert wird. Bald wird jedoch klar, dass die Ausstellung nur den Rahmen für fragwürdige Experimente darstellt.
 
Zwischen Utopie und Katastrophe beginnen Kunst und Realität miteinander zu verschmelzen, und eine kollektive WIR-Intelligenz ist im Begriff, zu entstehen. Was ist Realität und was ist Kunst? Was passiert, wenn der Spieß sich umdreht und plötzlich nicht mehr die Kunst die Natur imitiert, sondern umgekehrt?
 
Art Girls ist ein romantisches Science-Fiction-Drama, aber auch eine Satire auf den Kunstbetrieb. Zwischenzeitlich stürzen die Wissenschafts- und Kunst-Experimente der Maturanas alles und jeden in die Katastrophe: So wird der Film auch zur Parodie auf den Desaster- und Überwachungskapitalismus.
 
Bildende Kunst spielt in Art Girls eine aktive Rolle. Der Film ist auch eine Werkschau der bildenden Künstlerin Susanne Weirich – eine Ausstellung im Kino, die in einem kuratierten Kontext mit verwandten künstlerischen Positionen stattfindet. Inga Busch und Susanne Weirich haben u.a. bereits in der Video-Installation „Silent Playground“ (2005) kooperiert, die Nikita in der Filmhandlung wiederentdeckt und die Besucher des Goethe-Instituts China während der Science-Fiction-Reihe bis zum 31. März live erleben können. Im Film sind real existierende Medienkunstwerke von Künstlern wie Susanne Weirich, Paul McCarthy, Maren Strack, Joseph Beuys, Öyvind Fahlström u.a. zu sehen.
 
Art Girls wurde nach der internationalen Premiere auf dem 36. Moskow International Film Festival 2014 mit dem „Tamil Award“ als Bester zeitgenössischer Kunstfilm auf dem Norway Tamil International Film Festival Oslo 2018 ausgezeichnet.
 
„Eine fulminante Mischung aus Science Fiction, Horror und Psychogramme rund um die Scheinwelt der Kunst.“ (kino.de)

Kommentar des Kurators: „Eine der beglückendsten Erfahrungen, die man mit Film machen kann.“ (Georg Seeßlen)
 
 
Teilnehmende:


Robert Bramkamp © Robert Bramkamp
Robert Bramkamp studierte Germanistik und Kunst (Filmklasse) in Münster. Er dreht seit 35 Jahren erzählende Filme, in denen das Verhältnis von Fakt und Fiktion unkonventionelle Verbindungen ermöglicht, darunter „Der Himmel der Helden“ (1988), „Die Eroberung der Mitte“ (1995), „Prüfstand 7“ (2000) und „Art Girls“ (2014). Seine Filme liefen auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V. Bramkamp lehrte am Pasadena Art Center und von 1998 bis 2005 an der HFF Konrad Wolf Spielfilmregie. Seit 2008 ist er Professor für experimentellen Film an der HfbK-Hamburg. 2013 organisierte er den filmpolitischen Kongress „Offensiv Experimentell“. Seit 1988 kooperiert er mit der Künstlerin Susanne Weirich, mit der er 2009 die IFF-Hamburg (Institut Forschender Film GmbH) gründete, um den SciFi-Kinofilm „Art Girls“ zu produzieren – 2015 im Kino und auf DVD und im TV als Spin Off „Neue Natur“. 2017 hatte der von Bramkamp initiierte erzählerische HFBK-Kollektivfilm „Dazu den Satan zwingen“ Premiere in der Akademie der Künste, Berlin.

 
Susanne Weirich © Susanne Weirich
Susanne Weirich lebt und arbeitet in Berlin und Essen. Sie studierte in Münster Literaturwissenschaft und Freie Kunst, und lehrte an der HFBK Hamburg und dem Pasadena Art Center, LA. Seit 2011 hat sie die Professur für Dreidimensionales Gestalten und Medien am Institut für Kunst und Kunstwissenschaft der Universität Duisburg-Essen inne. Für ihre Projekte erhielt sie verschiedene Auszeichnungen wie beispielsweise jeweils das Medienkunststipendium vom Edith Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg (2000) sowie des Landes NRW (2008). Das Kunsthaus Zürich richtete bereits 1999 eine Werkschau ihrer Arbeiten aus. Ihre Installationen waren international zudem in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen – dazu zählen unter anderem „Tokyo Rose“ (1999, Nationalgalerie Berlin), „Trostspender“ (2002, Haus der Kunst, München), „Angels in Chains“ (2006, Hamburger Kunsthalle), „Chinese Boxes“ (2014, Essen), und „La Riffa“ (2017, Museum Braunschweig) sowie auf der 10. Bienal Internacional de Arte SIART, Bolivien (2018). Im Jahr 2014 kam zudem der von ihr gemeinsam mit Robert Bramkamp produzierte Film „Art Girls“ mit einer Werkschau ihrer medialen Arbeiten bundesweit in die deutschen Kinos.

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