Ausstellung Games and Politics

Games & Politics © Games & Politics

Sa, 11.05.2019 -
So, 02.06.2019

Goethe-Institut Peking in „798”

Goethe-Institut China
Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road 2, Chaoyang District
Beijing

Veranstalter: Goethe-Institut, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Medienpartner: CHAPP.com
Eröffnung: 11.05.2019, 14:00
Dauer der Ausstellung: 11.05. – 02.06.2019, täglich 12 Uhr bis 18 Uhr, Montag geschlossen
Ort: Goethe-Institut China
Sprache: Deutsch und Englisch mit chinesischen Informationen
Eintritt frei
 
Ein Spiel ist immer mehr als bloß ein Spiel. Am 11. Mai 2019 wird die Tourneeausstellung „Games and Politics“ im Goethe-Institut China in „798“ eröffnet. „Games and Politics“ ist eine interaktive Ausstellung des Goethe-Instituts in Kooperation mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe. Sie basiert auf der Ausstellung „Global Games“ des ZKM, konzentriert sich jedoch auf explizit politische Spiele seit 2004. Am Tag der Eröffnung organisiert das Goethe-Institut eine Reihe von Veranstaltungen bestehend aus Filmvorführungen, Spielung und Diskussionen, und lädt dazu Spielentwickler*innen und Medienwissenschaftler*innen ein. Als Rahmenprogramm findet zudem ein 48-stündiger Game Jam am 1. und 2. Juni mit Spielentwickler*innen statt.
 
Anders als die repräsentierenden Medien wie Malerei und Fotografie verstehen Computerspiele sich nicht nur als (Ab-)Bildfläche gesellschaftlicher Zu- und Missstände, sondern versuchen sich an einer Simulation der Prozesse und Regeln, die diese Missstände hervorbringen. Die Ausstellung "Games and Politics" rückt das Computerspiel als politisch und sozial relevantes Medium in einer globalisierten Welt in den Fokus. Es soll die Frage beantwortet werden, inwiefern Spiele schon immer politisch sind und ob derzeit eine Tendenz hin zu einem „Zwang zur Politisierung“ beobachtet werden kann. Alle Spiele der Ausstellung eint dieser politische Ansatz, mit dem sich die Spieleentwickler* innen deutlich sowohl vom konventionellen Markt als auch vom Computerspiel als Unterhaltungsmedium abzugrenzen suchen.
 
Die von ihnen behandelten Themen sind breit gestreut. Neben der Kontingenz politischen Entscheidens (Democracy 3) werden Genderproblematiken (Perfect Woman), der Überwachungsstaat (TouchTone und Orwell), der Drohnenkrieg (Killbox), der Umgang mit Geflüchteten (Escape from Woomera), die Macht der Medien (Theo Westport Independent) oder historische und aktuelle politische Ereignisse (The Cat and the Coup und Madrid) aufgegriffen. Durch die Einnahme ansonsten eher marginalisierter Perspektiven wie der eines Grenzbeamten (Papers, Please), einer Haushälterin (Sunset) oder eines Zivilisten im Kriegsgebiet (This War of Mine) agieren die Spielenden innerhalb eines extrem eingeschränkten Handlungsspielraums, den sie mit einem Gefühl von Ohnmacht durch stetig drohende negative Sanktionen abschreiten. Für all die aufgeführten Ebenen des Politischen im Spiel stellt „Games and Politics“ Beispiele vor, die größtenteils in der Ausstellung selbst gespielt werden können.
 
Die Ausstellung wurde von den Kurator*innen Stephan Schwingeler (ZKM) und Dr. Jeannette Neustadt-Grusche (Goethe-Institut) in Zusammenarbeit mit der Ko-Kuratorin Sophie Rau (Goethe-Institut) realisiert. Bisher wurde die Ausstellung bereits in mehr als 15 Ländern präsentiert, zuletzt in der Abteilung für Kultur und Bildung im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland Shanghai.


Liste aller Spiele

Madrid  (Gonzalo Frasca, UY, 2004)
The Cat and the Coup (Peter Brinson & Kurosh ValaNejad, USA, 2011)
Killbox (Joseph DeLappe mit Malath Abbas, Tom deMajo und Albert Elwin of Biome Collective, USA, UK, 2016)
Unmanned (Molleindustria & No Media Kings, USA, 2012)
This War of Mine (11 bit studios, PL, 2014)
Perfect Woman (Peter Lu & Lea Schönfelder, DE, 2014)
Dys4ia (Anna Anthropy, USA, 2012)
Coming Out Simulator (Nicky Case, USA, 2014)
Phone Story (Molleindustria, USA, 2011)
TouchTone (Mike Boxleiter & Greg Wohlwend, USA, 2015)
Orwell (Osmotic Studios, DE, 2016)
Papers, Please (Lucas Pope, USA, 2016)
1378(km) (Jens M. Stober, DE, 2010)
Escape from Woomera (The Escape From Woomera Collective, AU, NZ, 2004)
Sunset (Auriea Harvey & Michaël Samyn, Tale of Tales, BE, 2015)
Democracy 3 (C.P. Harris, UK, 2013)
The Westport Independent (Coffee Stain Studios, SE, 2016)

Überblick über die Dokumentationen/Filme

dead-in-iraq (Joseph DeLappe, 2006-2009)
Antikriegsspiele (Christian Schiffer, 2016)
Diversität in Computerspielen (Christian Schiffer, 2016)
Games and Politics (Jeannette Neustadt, 2016)

Rahmenprogramm

Filmvorführung „Gaming in Color“
Zeit: 11.05.2019, 14:00 - 15:00
Ort: Goethe-Institut China
Sprache: Englisch mit chinesischen Untertiteln
Eintritt frei
 
Spielung, Keynotes und Podiumsdiskussion „Diversität in Computerspielen“
Zeit: 11.05.2019, 15:00 - 18:00
Ort: Goethe-Institut China
Gäste: Huang Gaole (Spielentwickler), Christian Huberts (Kultur- und Medienwissenschaftler), Wang Miaoyi (Spielentwicklerin)
Moderation: Zhang Zhaogong (Dozent an der Central Academy of Fine Arts, Lehrer
des Next Media Studio, Direktor und Kurator des Next Media Center)
Sprache: Englisch, Chinesisch
Eintritt frei
 
Filmvorführung „Indie Games in China“
Zeit: 11.05.2019, 18:00 – 19:30
Ort: Goethe-Institut China
Sprache: Chinesisch mit englischen Untertiteln
Eintritt frei
 
Game Jam
Zeit: 01-02.06.2019
Ort: Goethe-Institut China
Teilnahme auf Anmeldung. Die Ausschreibung wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht

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