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Schriftstellerin
Mariana Leky

Leky ist Autorin von Erzählungen und Romanen und gilt als Repräsentantin des Bizarren der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihr Roman Was man von hier aus sehen kann wurde 2017 veröffentlicht und ist ihr bisher größter Erfolg. 

Von Laura Manera

Wie ein Okapi, das zuletzt vom Menschen entdeckte afrikanisches Säugetier, sind auch die Charaktere des Buches Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky. Sie ist Autorin von Erzählungen und Romanen und gilt als Repräsentantin des Bizarren der deutschen Gegenwartsliteratur. In ihren Geschichten geht es gewiss nicht um sozialen Realismus, sondern vielmehr um außergewöhnliche Figuren, extravagant und auf ihre Art und Weise sonderbar. Mit ihren Macken und ihrer Außergewöhnlichkeit gehören sie zum Unwahrscheinlichen und Märchenhaften.

Okapi Das Okapi wurde im Kongo entdeckt und gilt als der am nächsten lebende Verwandte der Giraffe. | © Cuatrok77/CC BY-SA 2.0/flickr.com Kein Wunder, schließlich ist Mariana Leky die Tochter einer Gesprächstherapeutin und eines Psychoanalytikers, der im Gefängnis arbeitet! Aber Scherz beiseite: Macken gehören zu jedem und obwohl man sich wie in einem lustigen Theater fühlt, sind Menschen im echten Leben auch so, behauptet Leky. Nur gelingt es ihr, Macken so darzustellen, dass man sie lieb gewinnt.

Ihr Roman Was man von hier aus hier sehen kann ist ihr bisher größter Erfolg, der sechs Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, in über vierzehn Sprachen übersetzt wurde und von deutschen Buchhändlern zum „Lieblingsbuch der Unabhängigen 2017“ gewählt würde. 

Wieso ein Okapi? Weil es mit dem Westerwald so gar nichts zu tun hat. Und weil es vollkommen zusammengestoppelt wirkt und irgendwie traumhaft und am Ende aber doch ein ganz schönes Ganzes ergibt.

Die Geschichte transportiert uns in die kleine Gemeinschaft eines Dorfes im Westerwald, wo seltsame Dinge passieren und alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Hier lebt Selma. Sie ist die Oma der Erzählerin Luise und kann den Tod vorhersehen. Träumt sie von einem Okapi, stirbt am nächsten Tag jemanden im Dorf. Diese Gefahr drängt alle Bewohner des Dorfes, die es gewohnt sind, immer gleich zu handeln und Redewendungen zu benutzen, zu äußern, was sie ihr Leben lang verschwiegen haben. So versucht zum Beispiel der schon lange in Selma verliebte Optiker, ihr seine Liebe zu gestehen. Es geht um die Liebe, aber nicht nur, denn „man kann die Liebe nicht ohne den Tod erzählen“, wie die Autorin feststellt. Aber selbst der Tod wird in diesem Roman voller Liebe erzählt und verliert seine Schrecken.

Was man von hier aus sehen kann Der Roman wurde in 2017 veröffentlicht. | © Dumont Der Titel drückt eine gewisse Unsicherheit aus. Ebenso fühlen sich auch die Einwohner Westerwalds. Vom eigenen Standpunkt ist nie alles sichtbar und kann nicht in seiner vollen Bedeutung offenbart werden. Nichtsdestotrotz erweisen sie sich als gutherzige Menschen… eine unspießige Welt, wo man sich trotz Eigenarten und Extravaganz gegenseitig hilft!

Insgesamt ist es eine beeindruckende Lektüre. Jedes Element hat eine erzählerische Funktion, obwohl dem Leser anfangs gar nicht so klar ist, wozu bestimmte Elemente dienen werden. Der Roman wechselt zwischen witzigen und gefühlsgeladenen Momenten, welche in einem Karussell von Empfindungen und Emotionen die Herzen wärmen, und die Leser*in sich als Teil dieses zärtlichen und ätherischen Ambientes fühlen lassen. Ein Traum- und Märchenroman, der jedoch nicht unwahrscheinlich ist. Das schwierigste ist, sich von den Bewohnern dieses Dorfes zu verabschieden, nachdem man in ihr Leben gelangt ist und sich in sie verliebt hat!

Dieses und andere Bücher finden Sie in der Bibliothek des Goethe-Instituts.
 

ÜBER DIE autorIN

Mariana Leky ist eine deutsche Schriftstellerin, die 1973 in Köln geboren wurde und nach einer abgebrochenen Buchhandelslehre kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim studierte.

Auszeichnungen: ALLEGRA-Preis (2000), Niedersächsischer Literaturpreis (2001), Förderpreis für junge Künstler des Landes NRW (2005), Comburg-Literaturstipendium (2018).

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