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Conexión Humboldt | ГУМБОЛЬДТ-КОННЕКШН
„Es ging ihm um ein integratives Verhältnis zu den Kulturen“

 Foto: David von Becker

Ottmar Ette, Berlin

„Der springende Punkt bei Humboldt ist eigentlich, dass er andere Kulturen nicht als fremd angesehen hat. Er hat sie nicht als andere Kulturen, nicht als Alterität, wahrgenommen. Er hat sehr schnell begriffen, dass jenseits der Fremdheit, der Alterität, des Andersseins, eine vielfältige Beziehung besteht zwischen dem, was man seine eigene Herkunftskultur nennen kann, und dem, was sich mit anderen Kulturen tut. Im 18. Jahrhundert fühlten sich die Menschen in Europa allen außereuropäischen Kulturen deutlich überlegen. Für sie waren die Kulturen außerhalb Europas andere Kulturen: eine Alterität, die feststand. Das ist bei Alexander von Humboldt überhaupt nicht der Fall. Humboldt hat in seinen Amerikanischen Reisetagebüchern seine anfänglichen, europäisch ererbten Rassismen abgestreift und überwunden. Man kann schon während der Reise ganz deutlich sehen, dass er andere Kulturen als weitere Kulturen sah. Es ging ihm um Erweiterung, um ein integratives Verhältnis zu den Kulturen. Und ich denke, die unterschiedlichen Diskurse, die heute deutlich werden, wären für ihn eine ganz zentrale geistige Nahrung“.

 

Ottmar Ette gilt im Bereich der Kultur- und Literaturwissenschaften mit zahlreichen Publikationen als Doyen der Humboldt-Forschung. Seit 1995 ist er Lehrstuhlinhaber für Romanistik an der Universität Potsdam. Er leitet das Forschungsprojekt zur Auswertung von Humboldts amerikanischen Reisetagebüchern. 
 

 Conexión Humboldt (Deutsch)

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