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Freiraum

Das Projekt Freiraum möchte erkunden, wie es in den Städten Europas um die Freiheit bestellt ist. Welche Fragen ergeben sich, wenn Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Kulturschaffende ganz ortsspezifisch über den Begriff „Freiheit“ nachdenken? Welche Probleme werden in einer Stadt erkennbar?
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Mann mit Ball© Goethe-Institut / Caroline Lessire

In Verteidigung der Vielfalt

Offene, ausdifferenzierte Gesellschaften sind in hohem Maße darauf angewiesen, dass Diversität nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begriffen wird. Bildung ist eine Grundvoraussetzung, um ein Klima gegenseitigen Respekts zu erzeugen und allfällige Konflikte pragmatisch anzugehen.

Offene, ausdifferenzierte Gesellschaften sind in hohem Maße darauf angewiesen, dass Diversität nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung begriffen wird. Bildung ist eine Grundvoraussetzung, um ein Klima gegenseitigen Respekts zu erzeugen und allfällige Konflikte pragmatisch anzugehen.
 



Belgrad – Barcelona & Madrid

Ist Glück unabhängig von oder trotz der gegebenen gesellschaftlichen Umstände möglich?
Belgrad stellt sich vor als laute, lebendige, vielstimmige Stadt, die sich allerdings fragt, wo die Freiräume der jungen Leute sind, wenn es denn welche gibt. Ökonomische Schwierigkeiten machen die Menschen in Serbien oft unfrei. Andererseits wird auch von vielen Frei-Räumen in der alternativen Musikszene berichtet, was für Belgrad eine interessante Frage aufwirft: Ist persönliche Zufriedenheit nicht doch der Gradmesser für eine gesunde, freie Gesellschaft?
 


Barcelona/Madrid–Belgrad

Barcelona/Madrid bearbeiten gemeinsam mit dem Theater La Joven Compañía die Fragestellung aus Belgrad – „Ist Glück unabhängig von den gesellschaftlichen Umständen möglich?“ Mit Fokus auf die Community der in Spanien lebenden Roma und Sinti und deren Vorstellung von Glück/Lebensfreude entstehen unter Anleitung der Profis von La Joven Compañía in zwei Workshops mit Jugendlichen zwei (Musik-)Theaterstücke, eines in Barcelona und eines in Madrid. Die beiden Partnerinstitutionen, die Fundación Secretariado Gitano (FSG) und die Fundación Instituto de Cultura Gitana (FIGC), werben bei jugendlichen Roma und Sinti aktiv für die Teilnahme an diesen Workshops. Jedem Workshop wird zudem ein „Pate“ zugeteilt – ein eingeladener Künstler aus der Community (Schauspieler, Regisseur etc.). Das künstlerische Team entwickelt zudem ein Gesamtkonzept, damit sich die Arbeit beider Gruppen ergänzt und aufeinander Bezug nimmt. Mitte Dezember treffen beide Workshop-Gruppen in Madrid beim Festival Feria Internacional de las Culturas zusammen, um ihre Arbeitsergebnisse zu fusionieren und vorzustellen.

Freiraum Belgrad
 
Belgrad befasst sich mit der Frage aus Spanien – „Symbolisieren die Sinti und Roma den Geist eines Europas ohne Grenzen?“ – in Form eines Dokumentarfilms, den die Filmemacherin Andrijana Stojković mit ihrem Team seit Sommer 2018 in mehreren Etappen dreht.
Der Film stellt implizit die Frage, wie eine vorurteilsfreie Kultur und ein grenzenloses Europa aussehen könnte bzw. ob beides überhaupt vorstellbar ist. Der halbstündige Film wird im Februar fertiggestellt.
 


Ein Video über das Konzert von Gipsy Mafia in Barcelona.
 

Ich bin, was ich bin - die Gipsy Mafia Story

Der Dokumentarfilm über die Hip-Hop-Band GYPSY MAFIA setzt sich in erster Linie mit der Frage von Grenzen auseinander. Damit sind innere und äußere, materielle und geistige, reale und imaginäre Grenzen gemeint, denn egal mit welcher Art Grenze wir uns konfrontiert sehen, wird dadurch zwangsläufig auch die Frage der Freiheit gestellt. Wo beginnt und wo endet die Freiheit? Wo gibt es sie? Und wie ist sie zu gewinnen und zu behalten?
 
Hinter dem Namen GYPSY MAFIA verbergen sich zwei Roma-Brüder, Skill und Buddy. Mit ihren Liedern bzw. mit ihren Lyrics versuchen sie, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Lage der Roma zu lenken, vor allem in ihrem Geburtsland Serbien und in Deutschland, wo sie leben und arbeiten, aber auch in ganz Europa. In den letzten 10 Jahren haben Skill und Buddy insgesamt drei selbstproduzierte Alben veröffentlicht, wo sie laut und deutlich über Rassismus, Segregation, den neoliberalen Kapitalismus und die geistige Korruption der Zeit reden bzw. rappen. Die Tatsache, dass sie ihre Alben selbst produzieren und ihre internationalen Tourneen allein organisieren, macht sie für ein immer größeres Publikum interessant, genauso wie ihre ehrlichen und offenen Lyrics.
 
Der Film begleitet Skill und Buddy während mehrerer Monate, an unterschiedlichen Orten und unter unterschiedlichen Umständen. So können wir u. a. einen Blick hinter die Kulissen ihrer Europa-Tournee werfen, für die Skill und Buddy ihren Urlaub geopfert haben. Wir bekommen aber auch Einblicke in ihren Alltag in Schwäbisch Gmünd, wo sie in einer Fabrik für Autoteile arbeiten, die Zeit mit ihren Familien verbringen und in ihrem Home-Studio neue Lieder aufnehmen. Schließlich beobachten wir sie dabei, wie sie während der Feiertage ihre Familien und Freunde in der nordserbischen Stadt Zrenjanin besuchen.
 
Den größten und den bedeutendsten aller Freiheitsräume stellt für Skill und Buddy ihre Musik dar. Ihr Publikum spürt es ganz genau, da die Musik unaufhaltsam und unwiderstehlich ist - wenn sie frei ist.

Vollkommen freie Menschen gibt es nur wenige. Die meisten von uns sehen sich mit vielen unterschiedlichen Grenzen konfrontiert. Typischerweise sind es Grenzen familiärer, sozialer, beruflicher, sprachlicher, politischer und nationaler Natur, oder aber Grenzen im Bezug auf Geschlechterrollen und andere Identitätsaspekte. Wie wir alle nur allzu gut wissen, ist es überhaupt nicht leicht, diese und andere Grenzen zu sprengen, da sie absolut real und oft undurchlässig sind. Manchmal hat man allerdings den Eindruck, es wäre noch viel schwieriger, imaginäre bzw. abstrakte Grenzen zu überschreiten, mit denen wir ebenfalls zu kämpfen haben.
 
Skill und Buddy O. G. von der Band GYPSY MAFIA gehören zu den wenigen Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes frei sind. Zu einem großen Teil wurzelt ihre Freiheit in ihrer Tradition und Kultur. Wie andere Roma auch, sind die beiden sehr stolz auf ihren unabhängigen Geist und auf das Nomadenleben, das sie führen. Sie haben das Gefühl, sie könnten überall auf dieser Welt am richtigen Ort sein - auf allen Meridianen, in allen Ländern und unter allen klimatischen Bedingungen. An Grenzen als solche glauben sie eigentlich nicht.
 
Zum anderen Teil jedoch wurzelt ihr Freiheits-Gefühl in den vielen schlechten Erfahrungen, die sie als Roma machen mussten. Es sind unterschiedliche Diskriminierungs-Formen wie Rassismus, Polizeigewalt, Gettoisierung, schlechte Bildungschancen und begrenzter Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie haben keine Angst, aber sie sind voller Energie und verspüren ein tiefes Bedürfnis, ihre Probleme durch ihre Musik zu kommunizieren.
 
Indem wir bei den Dreharbeiten das Leben der beiden dokumentiert haben, konnten wir auch andere Menschen und Gruppen kennengelernt, die sich mit den eigenen Grenzen und Freiheitsräumen auseinandersetzen. Wir haben ein ganzes Netzwerk entdeckt, das fürs Internet und für die anderen Medien in der Regel vollkommen unsichtbar bleibt. Es ist ein Netzwerk aus den Menschen und für die Menschen, die versuchen, sich von den Begrenzungen des modernen Lebens zu befreien. Die Squatter in Barcelona, die Mitglieder einer Kommune in Südfrankreich oder die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Welcome-United-Parade 2018 in Hamburg sind Skills und Buddys Publikum, aber zugleich ihre Verbündeten.
 
Im Juni 2018 hat GYPSY MAFIA ihr drittes Album veröffentlicht und die Zahl ihrer Anhängerinnen und Anhänger wächst seitdem ständig. Sie haben es in ihrer Freizeit, nach der Arbeit aufgenommen und haben es selbst produziert und herausgebracht. Skill und Buddy streben keinen Vertrag mit einem großen Label oder mit einem großen Produzenten an, denn sie möchten ihre künstlerische Freiheit behalten. Da sie ihre eigenen Grenzen einmal durchbrochen haben, wollen sie die so gewonnene Freiheit um keinen Preis der Welt aufgeben.


Andrijana Stojković
 

Unsere Partner

Andrijana Stojković © Andrijana Stojković Andrijana Stojković
Die Film- und TV-Regisseurin Andrijana Stojković hat mehrere Kurz- und Langfilme gemacht, sowohl im Spiel- als auch Dokumentarfilmsegment. Ihre Arbeiten wurden u.a. bei den Filmfestivals in Rotterdam, Sofia, Havana, Marseille und beim Raindance Filmfestival gezeigt und ausgezeichnet. Sie ist Gründerin der Produktionsfirma All Inclusive Films, die sich zeitgenössischen Formaten verpflichtet fühlt und dabei besonderes Augenmerk legt auf formale Mischkonzepte zwischen Fiction und Doku. Außerdem ist sie Mitbegründerin von Filmkultura, einem Bildungszusammenschluss für audiovisuelle Kultur. Als Dozentin an der Belgrader Fakultät für Dramatische Künste lehrt sie “Dokumentarfilmregie” und “Zeitgenössische Regieführung”.

KROKODIL ist eine Initiative, die sich der Umsetzung literarischer, kultureller und soziopolitischer Projekte verschrieben hat, mit dem Ziel, eine kulturell interessierte Öffentlichkeit zu generieren bzw. zu fördern. Die Initiative tritt ein für einen versöhnlichen Dialog und will gekappte Beziehungen in der westlichen Balkanregion wiederherstellen. Initiator ist der serbische Schriftsteller Vladimir Arsenijević.

Krokodil


Veranstaltungen

​Ausstellung, Diskussion, Film, Konzert, Performance
12. März 2019

Freiraum: Zum Stand der Freiheit in Europa
Filmprämiere: Ich bin, was ich bin – GIPSY MAFIA

12.03.2019 ZK/U Berlin
21:30 Filmprämiere:
ICH BIN, WAS ICH BIN – GIPSY MAFIA
“I Am What I Am: The Story of Gipsy Mafia”
Andrijana Stojković (SR, 40’)
22:30 Konzert von GIPSY MAFIA

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